Kreatives Entenfüttern mit Jörg Kaiser in Altenkunstadt

ALTENKUNSTADT

Kreatives Entenfüttern mit Jörg Kaiser in Altenkunstadt

Mit fränkischem Frohsinn hatte Jörg Kaiser bei seinem Auftritt im Kulturraum der ehemaligen Synagoge Altenkunstadt die Lacher auf seiner Seite. Auf Einladung des Kulturvereins servierte er sein unterhaltsames Menü „Kaiser's Schmarren.“

Bei den „Altenkuschtern“ fühlte sich der Komiker sichtlich wohl. Als aktuelles Thema widmete er sich dem Weihnachtsbaumkauf. Köstlich schon die Schilderung seiner Erlebnisse im Vorfeld in einer Christbaumkultur, wo alle Anstrengungen unternommen wurden, den Kaufanreiz für eines dieser Bäumchen zu wecken. Einen Heidenspaß hatten die Zuhörer auch an den Kommentare der Familienangehörigen beim Aufstellen des Baums. Da wurden bei manchem Erinnerungen und Erlebnisse aus der eigenen Familie wach. Mit dem Satz „Was soll ich dir denn schenken“ war dann alles zum Thema Weihnachtsgeschenke gesagt. Jörg Kaiser versetzte sich dabei in die Rolle eines Mannes, der Damen-Unterwäsche als die Weihnachtsüberraschung kaufen will. Urkomisch die Erlebnisse des Unbedarften beim Einkauf.

Vom „Bremsen für Tiere“ und Sex-Robotern aus dem Internet

Treffend auch die Überleitung zu einem der wichtigsten fränkischen Feste, der Kirchweih. Eindringlich schilderte Jörg Kaiser die Empfindungen einer Familie beim Besuch der Angehörigen, die sie schnell wieder loswerden wollte. „Schön, dass ihr da wart“, lautete der wichtigste Satz, um dem „Abschied nehmen“ irgendwie doch noch eine freundliche Note zu verleihen.

Bräuche wie das „Stärk antrinken“ am 6. Januar bei einem Stammtischabend schildete Kaiser ebenso komisch wie Szenen aus dem Familienalltag. Kuriositäten wie Die Haare sträubten sich manchem im Publikum, als er von einem Wirtshausbesuch berichtete, bei dem er erlebte, wie ein Gast ein „Alkoholfreies saures Radler“ bestellte. Sein Kommentar dazu: „Ein mit Wasser gestrecktes Bier.“ Dazu passten auch die Eindrücke vom Vatertag und von einem Polterabend. Das Publikum staunte auch wie viel es über das alltägliche Thema des Unkrautzupfens bei den Gartenbesitzern zu berichten gab. Fast schon philosophisch waren seine Anmerkungen zu selbstfahrenden Autos, den häufig zu lesenden Aufklebern „Wir bremsen auch für Tiere“ oder der Möglichkeit, sich einen „Sex-Roboter“ im Internet zu bestellen.

Ein naheliegendes Thema war auch die Corona-Pandemie, die nicht nur der Künstlerschar zu schaffen macht. „Schön, dass ihr nach eineinhalb Jahren wieder einmal vom Sofa aufgekommen seid“, verspottete er die Zuhörer. Mit heiteren Episoden schilderte er die Bemühungen mit der unerwartet gewonnenen Freizeit im Lockdown umzugehen. Die „Altenkuschter“ hätten plötzlich völlig neue Erlebnis – vom Spaziergang über Joga bis hin zum kreativen Entenfüttern – entdeckt. Sogar die seit Generationen bekannten Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ erlangten wieder große Popularität. „Man muss ach ammol verlieren könna?“, zitierte er die Ermahnung eines Opas an die Enkel. Schule, Beruf und Freizeit gewann Kaiser ebenso komische Seiten ab. Etwa beim Saunagang, als ein Mann feststellte: „Fürs Schwitzen a? noch Geld ausgeben.“

Leicht bekömmliche war das Dessert, das Jörg Kaiser servierte. Und am Ende riet er dem Publikum: „Einfach etwas runderfahren und entspannen.“ Dann sei auch die Pandemie zu überstehen.

Kulturverein sagt Mundartkabarett und Matinee ab

Ein Wermutstropfen an diesem vergnüglichen Abend war die Mitteilung, dass der Kulturverein wegen der steigenden Infektionszahlen sowohl das Fränkische Mundartkabarett mit Rainer Dohlus, das für den 27. November geplant war, als auch die beliebte Matinee mit den Künstlern des Landestheaters Coburg im Dezember, absagt.