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Kostenexplosion bei Sanierung des Weismainer Rathauses

Kostenexplosion bei Sanierung des Weismainer Rathauses
Fortschritte macht die Planung für die Sanierung des Weismainer Rathauses. Der Dachgiebel ist ebenso hoch wie das Gebäude darunter. Überlegt wird, die Dachgeschosse für Besucher zugänglich zu machen. Foto: Roland Dietz

Den Stand der Planung für die Sanierung des historischen Rathauses und den Umbau zu einem Bürgerhaus stellte Professor Horst Fischer vom Büro Fischerarchitekten Aachen am Dienstagabend im Stadtrat vor. Sorge bereitet den Planern allerdings eine Kostensteigerung im Bausektor von rund 30 Prozent. Damit würde das Vorhaben sich auf rund sieben Millionen Euro verteuern, während bisher von 5,3 Millionen Euro (Kostenrechnung von 2019) ausgegangen worden war. Wie diese Kostensteigerung sich auffangen ließen, sei zurzeit nicht zu beantworten. Für Diskussionen sorgte auch die Frage, wie das renovierte Rathaus beheizt werden soll.

Bereits im März hatte Thomas Vizl vom Planungsbüro Orf + Vizl aus Schweinfurt die Varianten einer Holzschnitzelheizung und einer Holzpelletheizung vorgestellt. Auch die erneut errechneten Möglichkeiten auf Basis einer Entscheidungsgrundlage des Ingenieurbüros machten die Entscheidung nicht leichter.

Lost geht's mit dem Abbruch des Apothekerhauses

So sollen das Weismainer Rathaus und das Nebengebäude nach der Sanierung vom Marktplatz aus betrachtet aussehen. Foto: fischerarchitekten

Die Planung für die Sanierung des Rathauses beruht auf der Grundplanung des Architektenwettbewerbs von 2019, wie Horst Fischer erläuterte. So wird das Apothekenhaus abgerissen. Anschließend werden Archäologen das gesamte Gelände auf Überreste früherer Besiedlungen untersuchen. Gespräche mit dem Amt für Denkmalpflege seien sehr positiv verlaufen und die Planungen stimmten mit den Überlegungen der Sanierungsarbeiten zu 95 Prozent überein. Im Kellergeschoss, wo sich die ältesten Räume befinden, soll ein kleiner Festsaal entstehen. Die Planungen für Räume für die Technik sind noch nicht endgültig abgeschlossen. Im Hof sind kleine Grünflächen mit Bäumen vorgesehen.

Großer Ratssaal mit Zuschauerraum im zweiten Stock

Zeitplan für die Sanierung des Weismainer Rathauses steht
Die neue Raumaufteilung nach der Sanierung des Rathauses. Während im Erdgeschoss des Altbaus weiterhin das Bürgerbüro un... Foto: fischerarchitekten

Im Neubau (ehemaliges Apothekerhaus) soll die Tourismusinformation, ein Gartenzimmer für Empfänge, ein Trauzimmer und das Standesamt eingerichtet werden. Desweiteren soll ein Verteilungsraum für die Technik im Keller entstehen. Im ersten Stock des Altbaus werden Verwaltungsräume eingerichtet. Das dortige historische Portal wird wieder an seinem angestammten Platz versetzt, wo es vor 1960 stand. Man gehe auch von kleineren Räumlichkeiten auf dieser Ebene aus, so Fischer. Im zweiten Stockwerk ist ein Ratssaal mit einem anschließenden Raum für Mitarbeiter und Besucher geplant.

Historische Holz und Stuckdecken sollen freigelegt und erhalten werden. Ein Wunsch ist es auch, den Dachboden erlebbar zu machen. Der gesamte Dachstuhl ist so hoch wie das darunter liegende Gebäude und von der Bausubstanz sehr interessant. „Gute Historische Bausubstanz soll insgesamt soweit es möglich ist, erhalten werden und nicht von Neuerungen betroffen sein“, betonte der Architekt. Änderungen wird es beim Lichtkonzept und den Brandschutzvorgaben geben.

Bis August sollen alle Bauanträge abgegeben werden

Außerdem stellte Horst Fischer die Planungen für den Außenbereich, wie die künftige Farbgebung der Gebäude und die Wahl einer dem Rathaus angemessenen Eingangstür vor.

Pläne für das Weismainer Rathaus vorgestellt
Die Ansicht aus der Rudhardtstraße. Foto: red

Er sprach von einer extrem angespannten Situation auf dem Bausektor. Man liege wegen einer Vergabebeschwerde schon einen Monat hinter dem Zeitplan. Ziel sei es, bis August alle Bauanträge abgegeben zu haben.

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