WEISMAIN

Kein Pfarrzentrum im Stadtgraben

Im Garten vor dem Pfarrhaus in der Burgkunstadter Straße soll nach dem Wunsch der Kirchenstiftung ein neues Pfarrzentrum errichtet werden. Das Problem ist, dass es sich bei dem Grundstück um den historischen Stadtgraben handelt. Foto: Roland Dietz

Den Bau eines Pfarrzentrums im Garten vor dem Weismainer Pfarrhaus hat der Stadtrat am Dienstagabend nach kurzer Diskussion abgelehnt. Lediglich Gabi Huber (FW/GUB) und Alfons Deuber (CSU) stimmten für den Bauantrag der katholischen Kirchenstiftung.

Bereits im Sommer 2019 und in der Bauausschusssitzung im November hatten die Räte und Rätinnen ergebnislos über das Thema beraten. Die katholische Kirchenstiftung hat eine Bauvoranfrage für den Neubau eines Pfarrsaales und den Teilumbau des Pfarrhauses zu Büro- und Gruppenräumen auf den Grundstücken in der Burgkunstadter Straße eingereicht. Die Grundstücke liegen im Sanierungsgebiet „Altstadt Weismain.“

Denkmalschutzbehörde gegen den Bau im Stadtgraben

Bei einem Ortstermin mit unteren Denkmalschutzbehörde im Juli 2019 hatten die Gebietsbeauftragten Dr. Kathrin Gentner und Berthold Girschke das Vorhaben abgelehnt, weil der historische Stadtgraben verbaut würde. Die untere Denkmalschutzbehörde empfahl allerdings, eine Bauvoranfrage über die Stadt Weismain zu stellen.

Bürgermeister Michael Zapf berichtete von einem Gespräch in einer Kirchenverwaltungssitzung. Die Kirchenverwaltung habe um eine schriftliche Stellungnahme der Stadt gebeten. Durch die Sanierung des Rathauses, das auch als Bürgerhaus geplant ist, werde es künftig neue Flächen und Räume zur Nutzung geben. Außerdem werde nach der Rathaussanierung wieder mehr Platz im Kastenhof frei.

Dreiseitel fordert Prüfung, ob das Kolpinghaus erhalten werden kann

Für einen Erhalt des sanierungsbedürftigen Kolpinghauses sprach sich Michael Dreiseitel (SPD) aus. Das Erzbistums Bamberg werde dazu jedoch keine finanzielle Unterstützung geben. Er fragte, ob schon untersucht worden sei, inwieweit das Kolpingshaus dennoch weiter geführt werden könnte. „Man hat auch die Stadthalle marode geredet und gesagt, dass eine Nutzung nicht mehr in Frage käme“, gab er zu bedenken.

Doch nachdem sich die Stadt gegen eine Weiterführung ausgesprochen habe, sie die Halle mit einfachsten Mitteln wieder instand gesetzt worden. Deshalb sollte genauer untersucht werden, ob eine weitere Nutzung des Kolpinghauses möglich wäre.

Aus dem Stadtrat

Erstmals hat der Weismainer Stadtrat wegen der Pandemie unter der 2G-plus-Regelung (geimpft oder genesen plus aktuelle Testung) getagt. Tests ermöglichte die DLRG Burgkunstadt vor Ort in bewährter Art und Weise vor.

Baumfällungen an der Bauschutt-Recyclinganlage kritisierte Michael Dreitseitel (SPD). Nach Beseitigung der Begrünung falle der Blick am Stadteingang direkt auf die Erd- und Schuttberge, was kein schönes Bild sei. Seiner Meinung nach sei eine Begrünung beim Bau der Anlage schriftlich festgelegt worden. Bürgermeister Michael Zapf erklärte, es werde sich darum gekümmert.

Norbert Rehe (FW/GUB) beklagte, dass die Aktivitäten von Bibern in Krassach vermehrt zu Schäden durch Überschwemmungen führten. Er fragte, ob man hier nicht regulierend eingreifen könne. Ein Bescheid der Unteren Jagdbehörde zur Entfernung der Biberbauten sei auf dem Wege, sagte der Bürgermeister.

Da es wegen der Pandemie keine Jahresabschlusssitzung geben wird, ergriff der CSU-Fraktionssprecher Michael Bienlein das Wort und dankte allen für die gute Zusammenarbeit. Bürgermeister Michael Zapf schloss sich mit der Bitte an, die konstruktive Arbeit für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger weiterzuführen.

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