ALTENKUNSTADT

JWU sieht sich als Sündenbock für die Ablehnung des Bads

JWU sieht sich als Sündenbock für die Ablehnung des Bads
Nach den Neuwahlen bei der Jungen Wählerunion Altenkunstadt: (v. li.) die stellvertretenden Vorsitzenden Michael Limmer und Rebecca Mätzke-Zapf, die Beiräte Martina Mätzke und Johannes Schnapp, Schatzmeisterin Sandra Dietz, Beirat Walter Limmer und Vorsitzender Marco Weidner. Foto: Roland Dietz

Diskussionsbedarf gab es bei der Jahreshauptversammlung der Jungen Wähler Union (JWU) Altenkunstadt. Vor allem die Vorwürfe wegen der Entscheidung zum Lehrschwimmbecken sorgten für Unmut.

„Schön, dass man wieder zu einer Versammlung zusammenkommen kann und damit etwas Normalität zurückkehrt“, sagte Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Marco Weidner. Allerdings hatte er im gesellschaftlichen Bereich wegen der Pandemie nur von einem abgespeckten Sommerfest zu berichten. Kein Einwände gab's gegen den Kassenbericht von Martina Mätzke. Da keine Veranstaltungen, um die Kasse aufzubessern möglich waren, müsse man sich Gedanken machen, wie man Gelder akquirieren könne, sagte sie.

Feststellung der Verwaltung, dass ein Badbau nicht finanzierbar sei

Trotz Corona habe sich in den vergangenen zwei Monaten im politischen Bereich einiges getan, meinte Marco Weidner. Bei der JWU sei immer auf Augenhöhe miteinander und mit anderen kommuniziert worden, auch wenn die Meinungen unterschiedlich waren. Beim Lehrschwimmbecken sei das kaum noch möglich. Es sei nicht so, dass die JWU verantwortlich dafür war, dass in der Gemeinderatssitzung im August der Bau eines Lehrschwimmbades aus dem Haushalt genommen wurde. Der Antrag dazu sei auch nicht von der JWU gekommen. „Die JWU tat dies auf die Empfehlung der Verwaltung hin, die unmissverständlich erkennen ließ, dass die Gemeinde Altenkunstadt in der derzeitigen Lage sich keinen Schwimmbadbau leisten kann“, betonte Weidner.

Weidner: Mit dem Bad wäre der Haushalt nicht tragfähig gewesen

Grundsätzlich sei die JWU nicht gegen ein Lehrschwimmbad: „Die Ablehnung der JWU ergab sich, weil sich kein tragfähiger Haushalt für die Finanzierung ergeben hat.“ Es habe keinerlei Absprachen innerhalb der JWU und schon gar nicht mit anderen Parteien gegeben. „Der Vorwurf politischer Retourkutschen ist völlig aus der Luft gegriffen“, kritisierte Marco Weidner.

Neben der Grundschulsanierung, bei der die Preissteigerung gegenüber den anfänglichen Berechnunge, in nicht absehbare Höhen schieße, wovor die JWU im Vorfeld gewarnt habe, gebe es noch etliche Pflichtaufgaben die die Gemeinde schultern müsse, ergänzte Gemeinderat Michael Limmer. Die anstehende Sanierung von Kordigasthalle, Hochbehälter, Mittelschule, Kindergärten, Straßen und Kanälen müssten in naher Zukunft erledigt werden, da dies Pflichtaufgaben sind. „Der Bau eines Lehrschwimmbeckens ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde, auch wenn es schön wäre, wenn wieder mehr Kinder bei uns das Schwimmen erlernen könnten“, betonte Limmer.

Bei einem Grundsatzbeschluss hätten 2019 noch 15 Gemeinderäte für einen Bau gestimmt. Warum jetzt die Mandatsträger der JWU besonders verantwortlich für eine Ablehnung sein sollten, sei schwer nachvollziehbar.

„Die JWU steht nicht für Entscheidungen, die im emotionalen Bereich begründet sind, sondern für eine solide und vernünftige Finanzpolitik Altenkunstadts“, sagte Gemeinderätin Rebecca Mätzke-Zapf. Falsch seien die Vorwürfe, von der JWU habe sich niemand mit der Finanzierbarkeit des Bad beschäftigt, erklärte Marco Weidner. Stattdessen habe er selbst Gespräche mit der DLRG Burgkunstadt und dem Verein für kommunale Zusammenarbeit in die Wege geleitet.

Wegen der verfahrenen Situation sei es gut, dass nun im November ein Bürgerentscheid erfolgt. Deswegen müssten die Bürger über die finanzielle Situation der Gemeinde genau aufgeklärt werden. Dies werde die JWU nach Möglichkeiten tun.

Wie sollen das Bootshaus und die Alte Malzfabrik finanziert werden?

Die geplante Klärschlammtrocknungsanlage sei nach einem fast einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom Tisch. „Wie es mit der Bootshaussanierung weitergeht, weiß im Moment niemand“, kritisierte Weidner. Ob eine Förderung über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) möglich ist, sei nicht bekannt. Trotz widersprüchlicher Aussagen sei aber noch nichts festgelegt worden.

Bemängelt wurde in der Diskussion, dass am Kreuzbergkindergarten besonders im Außenbereich nichts verbessert werde. „Dort wurde seit 30 Jahren nichts mehr getan“, bedauerte Walter Limmer. Das Vorhaben, die Gebäude der alten Malzfabrik in Maineck für Wohnungen zu nutzen, sei Finanziell schwer umzusetzen. Hier sei den Bürgern etwas angekündigt worden, das kaum möglich ist, war die Meinung der Versammlungsteilnehmer.

Der neue Vorstand

Vorsitzender: Marco Weidner;

stellvertretende Vorsitzende: Rebecca Mätzke Zapf und Michael Limmer;

Schriftführer: Christian Backert;

Schatzmeisterin: Sandra Dietz;

Beiräte: Johannes Schnapp, Walter Limmer, Martina Mätzke, Jeremias Krause und Thorsten Schiller;

Kassenprüfer: Paul Zapf und Gabi Scholl.

Schlagworte