ALTENKUNSTADT

Jugendsozialarbeiterinnen helfen Mittelschülern

Jugendsozialarbeiterinnen helfen Mittelschülern
Vertrauen ist in ihrem Job das A und O. Seit fünf Jahren sind Katharina Harenberg (li.) und Victoria Kronhardt an der Altenkunstadter Mittelschule als Jugendsozialarbeiterinnen tätig. Foto: Bernd Kleinert

„Die Arbeit mit den Jugendlichen macht richtig Spaß“, erklärt Diplom-Sozialpädagogin Katharina Harenberg. „Dem kann ich mich nur anschließen“, pflichtet ihr die Pädagogin Victoria Kronhardt bei. Die jungen Frauen sind seit fünf Jahren an der Altenkunstadter Mittelschule als Jugendsozialarbeiterinnen tätig. Und dort weiß man das wertvolle Engagement und die Kompetenz der beiden Mitarbeiterinnen zu schätzen, wie Rektor Manfred Heinbuch versichert.

Das Programm „Jugendsozialarbeit an Schulen“, kurz JaS genannt, das aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert wird, hat sich im Landkreis Lichtenfels zu einer festen Einrichtung entwickelt. Ursprünglich für Mittelschulen konzipiert, wird es nun auch an drei Grundschulen umgesetzt. Mit diesem Angebot kommt man Paragraf 13 des Sozialgesetzbuchs nach, in dem gefordert wird, dass „jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“ Die Altenkunstadter Mittelschule bietet Jugendsozialarbeit unter der Trägerschaft des BRK-Kreisverbandes Lichtenfels an. Finanziert wird die Stelle vom Sozialministerium, vom BRK-Kreisverband, vom Landkreis Lichtenfels und von der Gemeinde Altenkunstadt.

Die Jugendlichen da abholen, wo sie ihren Alltag verbringen

„Jugendhilfe muss da stattfinden, wo die Jugendlichen ihren Alltag verbringen und wo auf ihre soziale Entwicklung direkt Bezug genommen werden kann“, betonen Katharina Harenberg und Victoria Kronhardt. Die Schule ist hierfür der ideale Ort, da Bildung und Sozialentwicklung eng miteinander verwoben sind und sich gegenseitig beeinflussen. Der Aufbau einer Vertrauensbasis zu den Schülern ist für die beiden Rotkreuz-Mitarbeiterinnen das A und O in diesem Job: „Denn erst wenn die Jugendlichen Vertrauen haben, sind sie bereit, sich mit kleineren oder auch größeren Problemen an die Jugendsozialarbeiterinnen zu wenden“.

Victoria Kronhardt und Katharina Harenberg werden sowohl im Rahmen der Einzelfallhilfe wie auch in der sozialen Gruppenarbeit aktiv. Darüber hinaus möchten sie auch Ansprechpartnerinnen für die Sorgen und Nöte der Eltern sein: „Also wenn beispielsweise Mütter und Väter merken, dass ihre Kinder unter Mobbing und Schulängsten leiden oder sie auffallende Verhaltensänderungen an ihnen feststellen“. Auf Wunsch unterstützen sie Eltern in ihrer Erziehungsarbeit.

„Wir möchten, dass jeder Jugendliche in der Lage ist, für sich und sein Leben eine gute Entscheidung zu treffen.“
Katharina Harenberg, Diplom-Sozialpädagogin

Während Victoria Kronhardt an der Altenkunstadter Mittelschule für die Klassen fünf bis sieben zuständig ist, steht Katharina Harenberg den Schülern der achten bis zehnten Klassen in beratender Funktion zur Verfügung. Dem Alter der Jugendlichen angepasst sind die Themen der sozialen Gruppenarbeit. So gibt es für die fünften Klassen soziales Kompetenztraining, während es bei der sechsten und siebten Jahrgangsstufe um Mobbing geht. Die Achtklässler befassen sich mit Sucht und legalen Drogen wie Alkohol; mit illegalen Drogen und deren Auswirkungen beschäftigen sich die neunten Klassen. Harenberg und Kronhardt möchten damit den Schülern zu einer gewissen „Konsum-Mündigkeit“ verhelfen, die sich nicht nur auf Drogen beschränkt: „Wir möchten, dass jeder Jugendliche in der Lage ist, für sich und sein Leben eine gute Entscheidung zu treffen.“

Das Coronavirus hält seit Monaten die Welt in Atem, wochenlang waren die Schulen geschlossen. Eine Zwangspause etwa auch für die Jugendsozialarbeit? „Es war eine schwierige Zeit, in der wir aber immer präsent waren und versucht haben, mittels Telefon und der Chatfunktion des Schulmanagers den Kontakt zu den Schülern aufrechtzuerhalten. Aber bei geschlossener Schule kriegen wir nun mal nicht mit, wenn es einem Schüler schlecht geht“, erklärt Harenberg. Es sei ein ganz anderes Arbeiten gewesen, das die wachsende Bedeutung digitaler Medien vor Augen geführt habe. „Als die ersten Lockerungen erfolgten, haben wir den Schülern Hausbesuche und Beratungsspaziergänge angeboten“, fügt ihre Kollegin hinzu.

Nach dem Lockdown Hausbesuche und Beratungsspaziergänge

Die Jugendsozialarbeiterinnen, die sich alle sechs bis acht Wochen zu einem Gedankenaustausch mit anderen „JaSlern“ aus dem Landkreis Lichtenfels treffen, nutzten den Lockdown auch für ihre berufliche Fortbildung. „Und ich habe endlich mein Büro in der Mittelschule aufgeräumt und renoviert“, schmunzelt Victoria Kronhardt.

Jetzt sind erst mal Ferien, aber was wünschen sich die beiden BRK-Mitarbeiterinnen für das neue Schuljahr? „Normalität und Kontakt zu den Menschen, die uns brauchen, denn davon lebt unsere Arbeit. Wir wollen Gesichter sehen, wir möchten wieder richtig loslegen können, Projekte in Angriff nehmen und die Gruppenarbeit aktivieren“, sagt Katharina Harenberg.

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