WEISMAIN

Ist die Sanierung des Weismainer Rathauses finanzierbar?

Ist die Sanierung des Weismainer Rathauses finanzierbar?
Obwohl die Finanzierung der Rathaus-Sanierung noch offen ist, hat der Stadtrat den Bauantrag beschlossen, um ein Signal ... Foto: Roland Dietz

Obwohl die Kostenschätzungen für die Sanierung des Weismainer Rathauses und den Umbau in ein Bürgerhaus die Förderung vorraussichtlich deutlich übersteigen werden, hat der Stadtrat am Dienstagabend einen Bauantrag für das Vorhaben einstimmig beschlossen. Geklärt werden muss allerdings noch die Finanzierung.

Die Planung hat das Büro Fischerarchitekten aus Aachen, das den Architektenwettbewerb gewonnen hat, weiter entwickelt. Bürgermeister Michael Zapf wies nochmals darauf hin dass die Bundesregierung die Rathaussanierung als „Nationales Projekt des Städtebaus“ mit 5,3 Millionen Euro fördern wird. Allerdings werden die Kosten wegen der Preissteigerungen im Baugewerbe, bei Materialien und zeitlichen Verzögerungen deutlich höher ausfallen. Das wurde bei Gesprächen mit Vertretern anderer Kommunen und Bundesbauministerin Klara Geywitz deutlich.

„Was die Stadt aufbringen müsste, ist angesichts dieser Entwicklung utopisch.“
Michael Zapf, Bürgermeister

„Was die Stadt aufbringen müsste, ist angesichts dieser Entwicklung utopisch“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Deshalb sei in absehbarer Zeit ein Treffen mit den Denkmalschutzbehörden, der Oberfrankenstiftung, der Regierung von Oberfranken und der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner geplant. Trotz der finanziellen Probleme solle der Bauantrag auch eine Absichtserklärung für die Rathaussanierung sein. „Wir müssen nach außen hin zeigen, dass die Stadt und ihre Vertreter zu dem Projekt stehen“, bat Michael Zapf die Stadträte um Zustimmung.

Offen ist auch die Zukunft des Campingplatzes Hajeck in Kleinziegenfeld. Der rechtskräftige Bebauungsplan „Camping Hajek Kleinziegenfeld“ sei 2018 geändert worden, um künftig in einem Teilbereich auch massive, touristisch genutzte Ferienhäuser errichten zu können, erklärte Bürgermeister Michael Zapf. Die Weiterführung des Verfahrens sei aufgrund des fehlerhaften Aufstellungsbeschlusses jedoch nicht möglich. Daher müsse der Aufstellungsbeschluss von 2018 aufgehoben und die Änderung des Bebauungsplanes neu beschlossen werden.

Kein neuer Bebauungsplan für den Campingplatz Kleinziegenfeld

Ist die Sanierung des Weismainer Rathauses finanzierbar?
Offen ist die Zukunft des Campingplatzes in Weismain. Foto: Roland Dietz

In einer lebhaften Diskussion kritisierten die Stadträte, dass sich nach dem vom neuen Besitzers Thomas Huber 2018 angekündigten Ausbau des Geländes nichts getan habe. Neben den Ferienhäusern hatte er Attraktionen wie einen Klettergarten im angrenzenden Wald in Aussicht gestellt, ohne zu erklären wie das genau aussehen solle. „Lediglich 25 alte Fahrzeuge, die vor sich hin rosten, stehen auf dem Platz, ansonsten hat sich nichts weiter getan“, bedauerte Bürgermeister Michael Zapf. Auch die versprochene Belebung der dortigen Gastronomie sei nicht erfolgt, ergänzte Ortssprecher Reinhard Schütz. „Auch eine Einbeziehung der Öffentlichkeit ist nicht erfolgt, was bei einer neuen touristischen Einrichtung ja nicht im Sinne der Stadt sein kann“, kritisierte er. Der Besitzer habe das Gegenteil dessen gemacht, was er angekündigt habe, meinte Anita Rauch (GUB). „Hier ist ein Schrottplatz entstanden, der sich bei einer Weiterführung auch noch bis in den Wald, der zum Naturschutzgebiet gehört, ausdehnen würde“, bemängelte Ursula Gommelt (Die Grünen). Der Stadtrat lehnte den Antrag für einen neuen Bebauungsplanes einstimmig ab.

Klausurtagung: Weismain attraktiver machen und Wasserversorgung

Bei einer Klausurtagung am 2. und 3. Dezember will der Stadtrat über die Modernisierung des Wasserwerks und eine zukunftsfähige Ausrichtung der Wasserversorgung sowie über die Frage eines Neubaus oder Umbaus des Bauhofes beraten. Neben der Hochwasser- und Starkregenvorsorge soll auch über die Erschließungen und den Zeitplan für geplante Bauflächen gesprochen werden. „Wie machen wir Weismain wieder attraktiv – welche innerstädtischen Flächen sind noch offen und wo müsste noch abgerissen werden?“, lautet hier die Frage. Dabei müsse das angestrebte und beschlossene Konzept „Innen statt Außen“ berücksichtigt werden, gerade wegen der finanziellen Auswirkungen, betonte Ursula Gommelt

Wegen der teils langwierigen und aufwendigen Antragsstellungen sowie Ausschreibungen und Angebotseinholungen sollen die für 2023 geplanten Vorhaben, bei denen ein langer Vorlauf zu erwarten ist, bereits jetzt angegangen werden. Die Stadträte begrüßten es, weitere Projekte wie die Sanierung von Straßen, Kanälen und Wasserleitungen bereits jetzt anzuschieben, damit die Verwaltung noch in diesem Jahr erste Vorbereitungen dazu treffen kann.

Dazu gehört auch die Erstellung eines neuen Flächennutzungsplanes. Seit 1994 wurde er mehr als 40 mal geändert, wie der Bürgermeister erläuterte. Derzeit werden Bauanträge oder Bauvoranfragen aus den Stadtteilen vom Landratsamt nahezu immer abgelehnt, weil der Flächennutzungsplan dort keine Wohnbebauung, sondern landwirtschaftliche Flächen vorsieht. Dies müsse für alle Stadtteile sowie für die Peripherie der Kernstadt neu bewertet und angepasst werden. „Wenn wir verhindern wollen, dass Bauwillige aus den Ortschaften wegziehen, ist dies das einzig richtige Vorgehen“, sagte Michael Zapf. Die Kosten schätze er auf rund 140.000 Euro.

Aus dem Stadtrat

Johannes Ruß ist neuer Fraktionssprecher der CSU im Stadtrat. Er löst Michael Bienlein ab, der die Aufgabe aus beruflichen Gründen nicht mehr erfüllen kann. Bürgermeister Michael Zapf dankte ihm für seine gute Zusammenarbeit auch über Parteigrenzen hin weg.

Der Martini-Markt wird am Mittwoch, 16. November, stattfinden.

Die Möglichkeit einen Mobilfunkmast im Bereich Görau-Neudorf-Seubersdorf errichten zu lassen, sieht Bürgermeister Michael Zapf. Begründen lasse sich die Notwendigkeit mit erhöhten touristischen Bewegungen.

Fortgeschrieben werde im Bereich Windenergie der Regionalplan für Oberfranken, der wieder Projekte im Landkreis Lichtenfels vorsieht. Die Stadt werde versuchen, zu verhindern, dass noch mehr Anlagen nach Weismain kommen, so der Bürgermeister. „Im Stadtgebiet Weismain sind bereits fünf Windräder errichtet worden. Wir sind wenn es darum geht nicht der Mülleimer des Landkreises“, betonte er.

Weitergeführt werden soll der Ausbau von Glasfaseranschlüssen. Eine Möglichkeit könnte die Firma Glasfaser Plus, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des IFM Global Infrastructure Fund, bieten. In Weismain könnten davon 795 Adressen mit 1395 Haushalten profitieren. Für diese Art der Netzmodernisierung würden keine Kosten für die Stadt anfallen, so der Bürgermeister.

Auf Nachfrage von Johannes Ruß (CSU) erklärte Michael Zapf dass das Interesse für eine Fernwärmenutzung bei den angeschriebenen Haushalten groß sei. Die Gespräche würden weitergeführt und wenn es so weit sei, eine Informationsveranstaltung abgehalten.

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