ALTENKUNSTADT

Investition in die Altenkunstadter Wasserversorgung

Investition in die Altenkunstadter Wasserversorgung
Der Hochbehälter Woffendorf wird für 255.000 Euro ertüchtigt, um einen risikoarmen Betrieb in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu ermöglichen. Anschließend muss eine neue Anlage gebaut werden, deren Kosten auf 2,5 bis vier Millionen Euro geschätzt werden. Foto: Stephan Stöckel

Die Hochbehälter sind die Wasserspeicher eines Ortes. Damit das kostbare Nass aus den Hähnen in hygienisch einwandfreiem Zustand fließt, müssen sie sich in erstklassigem Zustand befinden. An den Hochbehältern in den Altenkunstadter Ortsteilen Woffendorf und Spiesberg nagt der Zahn der Zeit. Darauf hatte Diplom-Ingenieur Burkhard Bittner von der Pfk Ansbach GmbH den Gemeinderat bereits im Mai hingewiesen und ein entsprechendes Sanierungskonzept vorgelegt, das damals einstimmig gebilligt worden war. Am Dienstagabend legte der Experte eine detailliertere Planung und Kostenschätzung vor.

Provisorische Sanierung ermöglicht einen Betrieb für bis zu zehn Jahren

Während die Anlage in Spiesberg für rund 876.000 Euro saniert werden kann, sieht es in Woffendorf ganz anders aus: „Mit provisorische Maßnahmen können sie sich eine hinreichend gute hygienische Betriebssicherheit für die nächsten fünf bis zehn Jahren erkaufen“, stellte Bittner fest. Bereits im Frühjahr hatte er den Grund genannt, weshalb eine Renovierung im Unterschied zu Spiesberg nicht mehr möglich ist: „Die Anlage in Woffendorf, die in vier Kammern insgesamt 1600 Kubikmeter Wasser speichert, weist strukturelle Mängel wie Gebäude- und Setzungsrisse auf, die sich durch eine Sanierung nicht mehr auffangen lassen.“

Bittner hatte den Hochbehäler in den vergangenen Monaten noch eingehender unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass die Standsicherheit der gesamten Anlage durch das Abrutschen der hinteren rechten Wasserkammer gefährdet ist. Die Kosten für die provisorischen Maßnahmen bezifferte er auf rund 255.000 Euro. Damit das Wasser hygienisch einwandfrei aus der Anlage abläuft, riet er, die beiden abgehenden Leitungen mittels UV-Desinfektion, also ohne Einsatz von Chemie, dauerhaft zu hygienisieren. Auch das Überhebepumpwerk sollte man erneuern.

Investition in die Altenkunstadter Wasserversorgung
Der Hochbehälter Spiesberg wird saniert. Kostenpunkt: rund 876.000 Euro. Foto: Stephan Stöckel

Zugleich verdeutlichte er, dass mit der vorübergehenden Ertüchtigung des Hochbehälters das Ende des in die Jahre gekommenen Bauwerk eingeleitet werde. Nach dem provisorischen Weiterbetrieb müsse zwingend ein Neubau erfolgen. Der Referent empfahl, neben dem Hochbehälter einen neuen mit zwei Kammern, die jeweils 800 Kubikmeter Wasser fassen, zu errichten und den bestehenden abzureißen. Die Kosten für den Neubau schätzte er auf 2,5 bis vier Millionen Euro. Der Fachmann empfahl, möglichst schnell Vorplanungen einzuleiten. Dabei sollte der Baugrund untersucht und ein Baustatiker und ein Architekt mit eingebunden werden, um die Kosten im Griff zu behalten.

Sanierung in Spiesberg halb so teuer wie ein Neubau

Parallel zu Woffendorf, wo die Restlaufzeit um ein paar Jahre verlängert wird, wird der Hochbehälter in Spiesberg, der in zwei Kammern 250 Kubikmeter Wasser speichert, einer dauerhaften Sanierung in baulicher, hydraulischer und elektrotechnischer Hinsicht unterzogen. Unter anderem wird die Hydraulik neu aufgebaut, um die Trinkwasserhygiene und den Betrieb zu verbessern. Die Wasserkammern sollen luftdicht mit Edelstahl ausgekleidet werden.

Eine Auskleidung mit dem Kunststoff Polyethylen, die rund 20.000 Euro billiger käme, fand im Gemeinderat keinen Anklang. „Edelstahl ist sicherer und wertvoller“, meinte Hans-Werner Schuster (CSU). Möglich wäre auch ein Neubau, der allerdings doppelt so teuer würde. Einen solchen hatten die Gemeinderäte bereits im Frühjahr abgelehnt. Georg Deuerling (FBO) freute sich darüber, dass der Hochbehälter in Spiesberg erhalten werden könne und man so Kosten spare. Nach Einschätzung Bittners könnten die die beiden Vorhaben Ende 2024 oder Anfang 2025 abgeschlossen sein.

Moderne Pumpen könnten viel Strom einsparen

Stromsparen ist derzeit in aller Munde. Auch im Bereich der Wasserversorgung lässt sich nach Ansicht Bittners zum Beispiel durch die Optimierung von Pumpen viel Strom sparen. Er empfahl der Gemeinde zur Optimierung ihrer Energieeffizienz in diesem Sektor, bei großen Stromverbrauchern Messungen vornehmen zu lassen.

 

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