MAINROTH

Interview mit dem Mainrother Pfarrgemeinderatsvorsitzendem

Interview mit dem Mainrother Pfarrgemeinderatsvorsitzendem
Auch so kennen die Mainrother ihren Pfarrgemeinderatsvorsitzenden – als Akteur beim beliebten Seniorenfasching. Hier mit seiner Frau Margit, die ihm als wertvolle Stütze bei seinen vielfältigen Aufgaben zur Seite steht. Foto: Ingrid Kohles

Mainroth Am 20. März stehen wieder die Pfarrgemeinderatswahlen in den katholischen Pfarrgemeinden an. Unter dem Motto „Christ sein. Weit denken. Mutig handeln“ sind Christinnen und Christen aufgerufen, die Pfarrgemeinderäte (PGR) zu wählen. Mit ihrer Wahlentscheidung gestalten sie die Zukunft ihrer Pfarrgemeinde mit. Für junge Menschen ist dies eine besondere Wahl, denn bereits mit 14 Jahren dürfen Jugendliche ihre Stimme abgeben und können auch für den Pfarrgemeinderat kandidieren.

Viele von diesen Jungwählern werden sich fragen, was ein Pfarrgemeinderat eigentlich ist. Am ehesten kann man den PGR wohl mit einem Gemeinderat der politischen Ebene vergleichen, mit dem Unterschied, dass dieser sich darum kümmern soll, seine Pfarrgemeinde möglichst lebendig zu gestalten.

OT-Mitarbeiterin Ingrid Kohles hat Michael Gärtlein, einen „altgedienten“ Pfarrgemeinderat, gefragt, wie er seine Aufgaben sieht und wie er zu diesem Amt gekommen ist. Michael Gärtlein ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Mainroth und gehört dem Gremium schon seit 1982 an.

Frage: Herr Gärtlein, was hat Sie dazu bewogen, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren?

Michael Gärtlein: Das war für mich eigentlich ein logischer Schritt. Ich wurde im katholischen Glauben erzogen und bin gleich nach der Erstkommunion Ministrant geworden. Weil mir das große Freude bereitet hat, blieb ich bis zu meiner Hochzeit bei den Ministranten. Bei der nächsten Pfarrgemeinderatswahl befand ich mich unter den Kandidaten und wurde dann im Jahr 2010 zum PGR-Vorsitzenden gewählt.

Was waren für Sie die wichtigsten Stationen ihres kirchlichen Engagements?

Gärtlein: Das waren zunächst das Ministrieren und die Arbeit im PGR. Als im Juli 1989 eine Mesnergruppe gegründet wurde, war es für mich klar, dass ich da mitwirken will. Daneben bin ich schon viele Jahre als Lektor und Kommunionhelfer tätig. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Ministrantenbetreuung, die mir große Freude macht.

Was macht für Sie die Arbeit eines Pfarrgemeinderates aus?

Gärtlein: Ich kann mich in allen Fragen, die die Pfarrei betreffen „einmischen“. Als Pfarrgemeinderäte können wir beratend und beschließend das Leben in der Pfarrgemeinde mitgestalten und somit für ein gutes Miteinander vor Ort sorgen. Weil die Priester, in unserem Fall die Patres aus Altenkunstadt, für immer größere Bereiche zuständig sind, ist es umso wichtiger, sich um die Belange vor Ort zu kümmern.

Sie sprechen die Pfarrer an, wie klappt die Zusammenarbeit?

Gärtlein: Im Laufe meiner Tätigkeit als PGR hatte ich es schon mit sechs Pfarrern zu tun. Das war in den ersten Jahren Pfarrer Hubert Thomalla, dann kamen Pater Honorius Podleska, P. Maximilian Kray, P. Gerhard Glaeser, P. Paul Hebel und jetzt ist P. Kosma Rejmer bei uns Pfarradministrator. Jeder Pfarrer hat seine eigene Art und führt die Seelsorge und pfarrliche Arbeit anders aus. Bei uns funktioniert die Abstimmung sehr gut. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir in unserer Pfarrei in allen Gremien ein sehr freundschaftliches Miteinander pflegen.

Interview mit dem Mainrother Pfarrgemeinderatsvorsitzendem
So erleben die Gläubigen in Mainroth Michael Gärtlein öfters: Als Lektor am Ambo oder wie hier bei seiner goldenen Jubel... Foto: Ingrid Kohles

Welche Themen bewegen Sie in Ihrer Pfarrgemeinde besonders?

Gärtlein: Wichtiger denn je ist für uns die Kinder- und Jugendarbeit, die wir aber schon seit Jahren forcieren. Wir hatten einen kleinen „Einbruch“, weil es sehr wenige Geburten gab. Aber jetzt kommen wieder mehr Kinder, und wir müssen Sorge dafür tragen, dass sich schon die Eltern mit den Kleinkindern im kirchlichen Raum zusammenfinden. Ich bin froh, dass unsere Ministrantinnen und Ministranten trotz der Schwierigkeiten wegen Corona weitergemacht haben und bei allen Gottesdiensten da sind, auch wenn sie keinen Altardienst übernehmen dürfen.

Was sehen Sie als Hauptaufgabe in der kommenden Wahlperiode?

Gärtlein: Für die nächsten vier Jahre sehe ich eine Hauptaufgabe darin, dass wir das kirchliche Leben vor Ort mit all seiner Vielfalt lebendig erhalten müssen. Ein Herzenswunsch für mich wäre, dass mehr junge Familien teilnehmen. Es wäre schön, wenn aus der Mitte der Ministranten wieder Nachwuchs für die kirchlichen Gremien wachsen würde. Wobei ich aber sagen muss, dass wir bisher noch keine Nachwuchssorgen für den PGR hatten, Gott sei Dank!

Unsere Senioren liegen mir am Herzen, weil viele alleinstehend sind, fehlen ihnen die regelmäßigen Treffen unseres sehr aktiven Seniorenkreises.

Auch das Miteinander aller Pfarreien im Seelsorgebereich ist ein Thema, das mich bewegt. Angesichts der schrumpfenden Gemeinden stellt sich mir die Frage: Wie bleiben oder wie werden wir wieder attraktiv gerade für die Jüngeren?

Wieviele Pfarrgemeinderatsmitglieder sind in Mainroth zu wählen?

Gärtlein: In Sankt Michael werden bei der kommenden Wahl acht stimmberechtigte Mitglieder gewählt, dazu kommen zwei weitere stimmberechtigte Mitglieder, die berufen werden. Alle weiteren Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben, wirken beratend im Gremium mit.

Wie und wann wird gewählt?

Gärtlein: Gewählt wird bei uns am 19. und 20. März, das Wahllokal befindet sich Jugendhaus Sankt Heinrich. Alle Wahlberechtigten haben auch die Möglichkeit der Briefwahl. Die Öffnungszeiten und genauen Wahlmodalitäten wird der Wahlvorstand demnächst bekannt geben.

Herr Gärtlein, wir danken Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch.

 

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