WEISMAIN

Giechkröttendorfer Straße: Bürger für mehr Tempo beim Bau

Giechkröttendorfer Straße: Bürger für mehr Tempo beim Bau
Bürgermeister Michael Zapf (li.)im Gespräch mit Bürgern aus Giechkröttendorf beim der Ortsversammlung. Foto: Roland Dietz

„Es wird wohl noch länger dauern“, lautete das Fazit der Ortsversammlung in Giechkröttendorf am alten Koinor-Parkplatz bei Weismain. Wegen der Bauarbeiten im unteren Bereich der Giechkröttendorfer Straße von der Ampel bis zur Weismainbrücke wird eine viermonatige Vollsperrung erforderlich, teilte Bürgermeister Michael Zapf bei einem Informationsabend über den Stand der Kanalbauarbeiten in dem Weismainer Stadtteil mit.

Das Thema ist für die Anwohner sehr wichtig, wie die Teilnahme von fast 60 Personen zeigte. Bürgermeister Michael Zapf kündigte an, dass die Baufirmen in etwa zwei Wochen mit den Arbeiten bis zum Schloss vorankommen wollten. Die Arbeiten von der Ampel bis zur Mühle hätten jedoch den Zeitrahmen gesprengt. Daher werde jetzt auch mit der Herstellung der einzelnen Hausanschlüsse begonnen.

Umgehungsstraße soll in drei bis vier Wochen wieder befahrbar sein

Die Verkehrssituation sei wegen der Sperrung der Umgehungsstraße zur Sanierung des Hangrutsches nochmals schwieriger geworden. Er hoffe, dass die Umgehung in drei bis vier Wochen wieder befahrbar sei.

Die Förderung über die RZWAS werde wie gehofft beim Eingangssatz von 80 Prozent liegen. „Das Ziel wird es weiterhin sein, die Eigenbeteiligung der Bürger so niedrig wie möglich zu halten“, betonte Zapf. Deshalb habe er zu Beginn auch Druck gemacht, da man noch nicht sagen konnte, ob diese Förderung über 2021 hinaus so bleiben wird. Bei den Arbeiten sei leider festgestellt worden, dass sehr viele Kanäle marode sind.

Voraussichtlich Kosten von rund 1000 Euro pro Haushalt

„Welche Kosten kommen auf die Bevölkerung zu?“, wollte Bernd Wicke wissen. Damit sprach er vielen Anliegen aus dem Herzen. Bürgermeister Michael Zapf sagte dazu, dass alle Grundstücke im Stadtgebiet mit 150 Quadratmeter Wohnfläche und 1500 Quadratmeter Gesamtfläche veranschlagt werden. Man könne dabei von Kosten von etwa 1000 Euro pro Haushalt ausgehen. Von einer Komplettzahlung bis zu einer Mischabrechnung werde einiges möglich sein, um die Betroffenen zu entlasten, doch darüber müsse der Stadtrat noch entscheiden.

Giechkröttendorfer Straße: Bürger für mehr Tempo beim Bau
Welche Kosten auf die Bewohner der Giechkröttendorfer Straße zukommen, wollte Bernd Wicke (3. v- re.) wissen. Heiko Trem... Foto: Roland Dietz

Die Frage, wann die Straße saniert wird, sei abhängig von einer Straßenzustandsbewertung aus dem Jahr 2019. „Die schlechteste Straße im Stadtgebiet wird zuerst gemacht, und die Giechkröttendorfer Straße ist nicht schlechteste“, sagte der Bürgermeister. Das sorgte für Unmut bei den anwesenden Anwohnern. Weil die Bauarbeiten viel zu langsam vorankämen, litten sie unter Dreck, verschmutzten Häusern und Verkehrsbehinderungen, kritisierten sie. „Es wird zu umständlich gearbeitet – die Arbeiten sollten besser Hand in Hand gehen“, monierte Heiko Tremel.

„Sollen wir auf einen Wasserrohrbruch warten, damit wenigstens die Arbeiten zu den einzelnen Häusern losgehen oder sollen wir selbst tätig werden.“
Anwohnerin Christina Preinfalk befürchtet weitere Beeinträchtigungen

„Sollen wir auf einen Wasserrohrbruch warten, damit wenigstens die Arbeiten zu den einzelnen Häuser losgehen oder sollen wir selbst tätig werden?“, fragte Christina Preinfalk verärgert über die möglichen weiteren Behinderungen. „Wir möchten gerne wissen, wann wir dran sind.“ Bürgermeister Zapf dazu in Aussicht, dass mit den Betroffenen Kontakt aufgenommen werde, um Bescheide zu geben, wann die Arbeiten am jeweiligen Anwesen beginnen. Auch der Aushang einer Tafel mit Ankündigung der aktuellen Arbeiten, ab nächster Woche sei vorgesehen.

Die Arbeiten seien auch anders zu beurteilen als in der Von-Rudhardt-Straße, wo es kaum Gärten gibt. Bedauerlicher Weise seien die Baukosten um bis zu 30 Prozent gestiegen. „Es ist für alle auch nicht leicht, im Moment die nötigen Mitarbeiter zu bekommen“, erklärte Zapf.

Probleme am Wasserabfluss hätten bei Starkregen fast zu einer Überschwemmung geführt, beklagten die Bürger. Änderungsbedarf räumte auch Bauplaner Erich Hahn vom Ingenieurplanungsbüros IBP ein. Ein Auffangbecken mit einem Volumen von 40 000 Kubikmeter wäre erforderlich. Außerdem fordern die Bürger eine Sperrung der landwirtschaftlichen Umgehungsstraße, die von Paketdiensten stark befahren werde. Bürgermeister Zapf erklärte, dass es schwierig sei, mit Verbotsschildern der Situation gerecht zu werden, dennoch werde die Stadt das prüfen.

Weil viele Besucher des Spielplatzes auf dem Kordigast ihre Autos auf dem Koinorplatz parken, sollte dort eine E- Ladestelle errichtet werden, wünschen sich die Anwohner. Die finanzielle Förderungen derartiger Anlagen sei zwar nur auf öffentlichen Grund möglich, aber er werden prüfen, was sich machen lässt, sagte Zapf.

 

Schlagworte