BURGKUNSTADT

Erster Schritt zur Klimaneutralität von Burgkunstadt

Eine Ladesäule für Elektroautos will die Stadt Burgkunstadt auf dem Parkplatz am Alten Postweg aufstellen lassen. Foto: Gerhard Herrmann

Burgkunstadt soll bis 2040 klimaneutral werden. Dieses ehrgeizige Ziel hat der Stadtrat im März beschlossen. Als erster Schritt dahin soll der Verbrauch der städtischen Liegenschaften ermittelt und ein Fahrplan für die erforderlichen Umrüstungen und Investitionen vorgibt. Grundlage soll ein Energienutzungsplans sein. Den Auftrag dafür hat der Stadtrat am Dienstagabend an die Energieagentrur Nordbayern für 42.959 Euro vergeben. Außerdem wurde sie mit dem kommunalen Energiemanagement für drei Jahre betraut (Kosten: 37.842 Euro).

Neben der Energieagentur Nordbayern hatte die Verwaltung auch die Energieagentur Regensburg und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu um ein Angebot ersucht, doch nur eine Absage erhalten, wie Bürgermeisterin Christine Frieß mitteilte. „Ich hoffe, dass andere Kommunen im Landkreis unserem Beispiel folgen“, appellierte Thomas Müller (Bürgerverein).

Einen Beitrag zur Energiewende soll auch die Errichtung einer Ladesäule für Elektroautos auf dem Parkplatz am Alten Postweg (gegenüber der Raiffeisenbank) leisten. Die Anschaffung hatte der Stadtrat bereits 2017 beschlossen, doch 2019 um ein weiteres Jahr vertagt, mit dem Argument, in den Nachbarkommunen würden sie zu wenig genutzt. Einstimmig wurde jetzt die Firma N-ergie aus Nürnberg mit der Errichtung für 13.209 Euro beauftragt. 80 Prozent der Kosten deckt ein Zuschuss der Bundesregierung.

Stadt will Einzelhändler anfragen, ob sie auch E-Ladesäulen aufstellen

Das Unternehmen wurde auch mit Betrieb, Wartung und Störungsbehebung für die nächsten sechs Jahre beauftragt. Die jährlichen Kosten von 916,13 Euro sind durch die Pacht von 928,20 Euro gedeckt, die N-Ergie für den Standort entrichten wird. Der Zugang für Kunden soll über die App Ladeverbund+ erfolgen. In Betrieb gehen soll die Säule möglichst noch in diesem Jahr. Die Stadtverwaltung werde bei den Einzelhändler anfragen, ob sie auch E-Ladesäulen auf ihren Parkplätzen installieren, kündigte die Bürgermeisterin an.

Nachdem die Gemeinde Altenkunstadt den geplanten Bau eines Lehrschwimmbeckens aufgrund der wirtschaftlichen Situation wegen der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine auf 2024 verschoben hat, waren sich die Räte einig, den zugesagten Zuschuss von 480.000 Euro aus der Finanzplanung zu nehmen. Altenkunstadt könne einen neuen Antrag stellen, wenn der Bau in greifbare Nähe gerückt sei. Bürgermeister Robert Hümmer hatte um eine Bestätigung gebeten, dass Burgkunstadt die Förderzusage trotz der Verschiebung aufrechterhalte. Vorgesehen waren je 100.000 Euro in den Jahren 2022, 2024 und 2025 sowie 180.000 Euro für 2023.

Auf dieser Freifläche zwischen der Dreifachturnhalle (li.) und dem Pausenhof der Mittelschule (re. hinter den Bäumen) so... Foto: Stephan Stöckel

„Es besteht keine Notwendigkeit, das Geld jetzt vorzuhalten“, sagte Marco Hennemann (CSU). Angesichts der angespannten Haushaltslage sollten nur die 280.000 Euro für 2024 und 2025 in der Finanzplanung bleiben, riet Thomas Müller. Im nächsten Jahr nach Finanzlage zu entscheiden, empfahl Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW).

Zwei Veranstaltungen in der Stadthalle mietfrei für alle Vereine

Weil die Vereine durch die Corona-Pandemie in den vergangenen beiden Jahren keine Einnahmemöglichkeiten hatten, hat der Stadtrat beschlossen, ihnen in diesem Jahr die Stadthalle für zwei öffentliche Veranstaltungen bei freiem Eintritt kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Musikverein hatte angefragt, ob neben seinem Frühlingskonzert am 28. Mai auch das Weihnachtskonzert in der Stadthalle mietfrei abgehalten werden könnte.

In diesem Jahr dürfen Vereine die Stadthalle für öffentliche Veranstaltungen zweimal mietfrei nutzen, wenn sie kein Eint... Foto: Von Gerhard Herrmann

Weil der Musikverein das kulturelle Leben der Stadt bereichere, hatte sich Thomas Müller für die Ausnahme ausgesprochen, obwohl die Stadt verpflichtet ist, aufgrund ihrer Haushaltssituation sämtliche Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Marco Hennemann schlug vor, allen Vereinen dieses Angebot zu machen, während Susanne Bock von Wülfingen sich auch vorstellen könnte, heuer bei sämtlichen Vereinsveranstaltungen in der Stadthalle auf Miete zu verzichten.

Aus dem Stadtrat: Kritische Haushaltslage und ein Atelier am Schönberg

Den Haushaltsplan mit Kreditaufnahmen von 1,59 Millionen Euro hat das Landratsamt unter der Auflage genehmigt, dass alle Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft werden, teilte Bürgermeisterin Christine Frieß mit. So sollen vor allem die Gebühren bei den kostendeckenden Einrichtungen wie Wasserversorgung und Kanalisation angehoben werden. Da in der Finanzplanung bis 2025 keine Freie Finanzspanne (Zuführung zum Vermögenshaushalt abzüglich Zinsen und Tilgung) erwirtschaftet werde, gelte es die Investitionen auf das für die Daseinsvorsorge und Pflichtaufgaben Notwendige zu beschränken, um eine dauerhafte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt zu gewährleisten, so das Landratsamt. Besorgniserregend sei die in den kommenden Jahren ansteigende Pro-Kopf-Verschuldung vom 2,4-Fachen des Landesdurchschnitts auf das 2,7-Fache.

Das Burgkunstadter Freibad Kunomare wird am Montag, 9. Mai, eröffnet. Foto: Roland Dietz

Das Freibad Kunomare wird am Montag, 9. Mai, um 9 Uhr eröffnet, kündigte Frieß an.

Gebilligt wurde die Jahresrechnung für 2020 mit einem Umfang von 16,3 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 10,2 Millionen Euro im Vermögenshaushalt nach Durchsicht durch den Rechnungsprüfungsausschuss. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 1,44 Millionen Euro, die Zuführung zur Rücklage 1,53 Millionen Euro, unerledigte Verwahrgelder von 603.693 sind aufgelaufen, wie Ausschussvorsitzender Michael Foltes (CSU) erläuterte.

Ein Atelier wollen die Künstlerin Lucia Scheid-Nam und ihr Mann Otto Scheid im Garten ihres Anwesens am Schönberg errich... Foto: Gerhard Herrmann

Nachdem die Pläne für eine Kunst-Fabrik in der Industriebrache „Akropolis“ nach Vertragsverhandlungen mit der Stadt gescheitert sind, wollen die Künstlerin Lucia Scheid-Nam und ihr Mann Otto Scheid ein Atelier im Garten ihres Anwesens am Schönberg 1 errichten. Der Bauausschuss genehmigte das einstöckige Gebäude mit Pultdach, Photovoltaikanlage und drei Parkplätzen. Das Atelier will die Künstlerin in erster Linie zum Malen nutzen. Außerdem sollen drei bis vier Mal jährlich dreitägige Malkurse stattfinden sowie drei bis vier Ausstellungen. Daneben werde die Galerie am Marktplatz weiterbetrieben. Zu rechnen sei mit zehn bis 15 Besuchern gleichzeitig in den Räumen, so die Bauherren.

Gebilligt wurde der Austausch von Werbeanlagen auf dem Grundstück In der Au 1: Die Tankstelle wird künftig statt der Agip-Werbung Schilder der Firma Eni aufstellen.

Die Leitlinien zur Freiflächengestaltung sind weitgehend fertiggestellt und könnten nach einer abschließenden Beratung aller Beteiligten vom Stadtrat beschlossen werden, teilte Jörg Weiß vom Bauamt auf Anfrage von Sebastian Callens (Grüne) mit.

Während der Sanierung der Bundesstraße 289 zwischen Weidnitz und Horb ist ein Feldweg beschädigt worden, wie Katrin Weißmann (CSU) mitteilte. Die Stadt werde eine Lösung suchen, so die Bürgermeisterin.

Die zum 80. Jahrestag der Vertreibung der jüdischen Mitbürger erstellte Ausstellung in Form von Roll-Up-Bannern kann von Interessieren im Rathaus nach Terminvereinbarung angesehen werden, teilte Christine Frieß auf Anfrage von Susanne Bock von Wülfingen mit. Außerdem können Schulen die Banner ausleihen. Rudi Fetzer sei gerne bereit, seinen Vortrag zum Thema in den Schulen zu halten.

Die Installation einer weiteren Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhofs ist bisher nicht möglich, da die Anschlüsse zu schwach sind. Die Stadt müsste auf eigene Kosten ein Kabel bis zum nächsten Verteiler legen, teilte Geschäftsleiter Sven Dietel auf Anfrage von Bernarda Callens (Grüne) mit. Sie hatte angeregt, beim Bayernwerk wegen einer Ertüchtigung von Stromleitungen im Stadtgebiet zur Förderung der Energiewende nachzufragen.

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