WEISMAIN

Einwände des Landratsamts abgelehnt

Blick auf die Heinrichshöhe. Foto: Roland Dietz

„Abwägungsbeschluss über die Stellungsnahmen und Anregungen zur Neuaufstellung des Bebauungsplanes Heinrichshöhe“ war der einzige Tagesordnungspunkt in der jüngsten Sitzung des Weismainer Stadtrates.

Bereits in einer Sitzung am 31. August vergangenen Jahres wurde durch den Stadtrat ein Abwägungs- und Auslegungsbeschluss Heinrichshöhe gefasst. Die hierbei behandelten Anmerkungen des Stadtrates zu den jeweiligen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange (TöB) sowie der Bürger wurden durch die Verwaltung anschließend an den Investor Thomas Dechant mit der Bitte um Änderung weitergeleitet.

Nachdem die erforderlichen Korrekturen durch den Investor umgesetzt wurden, erfolgte im Spätherbst die zweite Auslegung mit Öffentlichkeitsbeteiligung, woraufhin erneut eine Vielzahl von Stellungnahmen, Anregungen und auch Einsprüchen von Bürgern eingingen.

Ursula Gommelt (Grüne) bemängelte, dass ein vollumfängliches Einarbeiten der nötigen Anpassungen nicht geschehen sei und beantragte deshalb, den Tagesordnungspunkt abzusetzen. Dieser Antrag wurde mit neun zu vier Stimmen aber abgelehnt. Bürgermeister Michael Zapf (GUB) sagte, dass ein rechtskräftiger Bebauungsplan durchaus möglich sei.

17 der 33 angeschriebenen Träger öffentlicher Belange hatten keine Stellungnahme abgegeben, zehn gaben an, keine Einwände gegen die Planung zu haben. Somit hatten die Stadträte die Stellungnehmen von sechs TöB zu behandeln. Das Landratsamt hatte in der bau- und naturschutzrechtlichen Würdigung einige Mängel erkannt. So wies es erneut darauf hin, dass die Aufstellung des Bebauungsplanes eine Änderung von Teilbereichen der rechtskräftigen Bebauungspläne Kalkberg I und II darstelle und teilweise nicht aus dem Flächennutzungsplan entwickelt worden sei. Dadurch sei weiterhin eine Anpassung des Flächennutzungsplanes erforderlich.

Landratsamt hat Bedenken wegen Zahl der Vollgeschosse

Hinsichtlich der Planentwürfe, besonders die Festsetzungen über die Zahl der Vollgeschosse, der Dachformen und Dachneigungen bestehen vom Landratsamt weiterhin erhebliche städtebauliche Bedenken. Begründet werden diese damit, dass der Stadtrat im August 2021 die Umsetzung dieser in der planerischen Ausarbeitung beschlossen hatte, was jedoch nur bedingt erfolgt sei.

Dies zog den Ärger von Investor Thomas Dechant auf sich: „Es ist sehr schade, dass andere sagen wollen, was wir in Weismain zu tun haben. Häuser werden immer verschiedene Größen haben. Über jede Dachneigung zu diskutieren, macht keinen Sinn.“

„Wir wollen eine Hangbebauung, die in Ordnung sein sollte“, entgegnete Ursula Gommelt. Michael Bienlein (CSU) sagte, ein Baugebiet lebe auch von verschiedenen Strukturen. Wie es am Ende aussehe, solle den Bauwilligen nicht vorgeschrieben werden. Dies sah auch Planer Stefan Graß von der Baufirma Dechant so.

Nach einer hitzigen Diskussion entschied das Gremium gegen die Stimmen von Janine Brunecker (GUB) und Ursula Gommelt gegen die vom Landratsamt geforderten Ergänzungen.

Blick auf die Heinrichshöhe - (Ausschnitt). Foto: Roland Dietz

Negative Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild

In einem anderen Einwand machte das Landratsamt auf die vorgesehene Gestaltung aufmerksam. Diese hätte äußerst negative Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild, was aus städtebaulicher Sicht kritisch gesehen werden müsse. Der Vertreter des Investors, Planer Stefan Graß, argumentierte dagegen, dass es bereits bei vorhandenen Bebauungen keine Probleme mit Höhen oder Dachneigungen gegeben habe.

Im Sinne der Gleichbehandlung wurde hier auf die bereits genehmigte und bestehende Bebauung hingewiesen. Auch hier lehnte der Stadtrat mit zehn zu drei Stimmen die Änderungen des Landratsamts ab.

Auch für den Naturschutz forderte das Landratsamt Nachbesserungen. Es empfahl, die geplante Bebauung deutlich von dem geplanten Grüngürtel abzusezen, damit dieser sich entsprechend entwickeln könne und eine wirksame Eingrünung des Neubaugebietes erfolge.

Der Grüngürtel zur Bestandsbebauung in der Hans-Wolf-Straße sei mit einer Breite von nicht einmal fünf Metern geplant. Aufgrund der Nähe zu den Wohnhäusern sei damit zu rechnen, dass große Wuchshöhen der Bäume und Sträucher verhindert würden und die eingrünende Funktion nur bedingt erfüllt werden könne. Auch hier verhielt es sich so, dass bei bereits erfolgten Bauten kein Grüngürtel von fünf Metern nötig war.

Kreisjugendring fordert Spiel- oder Bolzplatz

Der Kreisjugendring hatte moniert, dass im Bebauungsplan kein Spiel-oder Bolzplatz vorgesehen sei, was auch Janine Brunecker kritisierte. Bürgermeister Michael Zapf sagte dazu, dass unterhalb der nahen Grundschule Platz für einen Spielplatz sei.

Das Wasserwirtschaftsamt Kronach wies wegen des sehr steilen Kalkberges sowie der Hanglage auf die Gefahr einer Überflutung nach Starkregenereignissen hin. Im Planungsverfahren sollten der Oberflächenabfluss untersucht und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Das Bauvorhaben dürfe auch nicht zu negativen Auswirkungen auf unteren Anlieger führen.

Einwände der Bürger werden in nächster Sitzung behandelt

Ursula Gommelt wies auf fehlende Berechnungen hin. Investorenvertreter Stefan Graß beschwichtigte, dass es aktuell topografisch nicht möglich sei, dass von anderen Gebieten Wasser zugeleitet werden könne. Der Bürgermeister schlug vor, den Einwand gesondert zu behandeln. Ob der voran geschrittenen Zeit schlug das Stadtoberhaupt des Weiteren vor, die Einwände der Bürger ebenfalls in der nächsten Stadtratssitzung zu behandeln.

 

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