MAINROTH

Einsturzgefahr in der Mainrother Ortsdurchfahrt der B289

Einsturzgefahr in der Mainrother Ortsdurchfahrt der B289
Der Bohrkern zeigt deutlich die Gesteinsschichten des braunen Ton- und des hellen Sandsteins unter der Mainrother Ortsdurchfahrt. Foto: Ingrid Kohles

Nachdem in der Mainrother Ortsdurchfahrt am Oberen Berg Mitte Juli ein Straßeneinbruch festgestellt wurde, musste die Bundesstraße 289 in Fahrtrichtung Kulmbach halbseitig gesperrt werden. Um die Ursache des Einbruchs zu erkunden, ließ das Staatliche Bauamt in den vergangenen Tagen Bohrungen vornehmen, für die die Bundesstraße komplett gesperrt wurde.

Durch die Anwohner war ein Schlagloch auf der Strecke bemerkt worden, unter dem, bei der Inspizierung durch die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Staffelstein, Setzungen im Untergrund festgestellt wurden. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei verfüllten die Senkung umgehend mit Sand und sicherten den Bereich provisorisch vor Witterungseinflüssen, um mögliche weitere Schäden zu vermeiden. Aus Sicherheitsgründen erfolgte dann die halbseitige Sperrung.

Als Ursache des Straßeneinbruchs werden alte Gewölbekeller vermutet

Als Ursache werden die alten Gewölbekeller vermutet, die die Bundesstraße möglicherweise unterirdisch queren. Bei einer Besichtigung des Kellers der Eheleute Bornschlegel konnte kein Einbruch festgestellt werden. Zur weiteren Abklärung wurden deshalb vom Staatlichen Bauamt Bamberg Georadar-Untersuchungen angeordnet.

Einsturzgefahr in der Mainrother Ortsdurchfahrt der B289
Das Bohrmaterial aller Schichten wird zur Begutachtung in Kernkisten gesammelt. Foto: Ingrid Kohles

Diese Form der Bodenradarmessung ermöglicht eine Darstellung des Untergrundes mittels hochfrequenter elektromagnetischer Wellen. Das Georadar zeigte Auffälligkeiten, so dass Bohrungen zur Abklärung des Sachverhalts beschlossen wurden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste die Ortsdurchfahrt für die Dauer der Bohrungen vollständig gesperrt werden.

Vier Kernbohrungen in sechs bis neun Meter Tiefe

Mit großem Interesse verfolgten die Mainrother Einwohner die Bohrarbeiten der Firma Bohr- und Brunnenbau Dippold. Bauingenieur Christian Deuerling und Geologin Vanessa Rösch vom Staatlichen Bauamt Bamberg hatten zuvor die Bohrpunkte basierend auf den Daten der Georadar-Untersuchungen und des 3D-Scans festgelegt. Um die verkehrsärmere Nachtzeit auszunutzen, erfolgten die Bohrungen ab vergangenem Montag jeweils zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens.

Insgesamt wurden vier Bohrungen mit einer Bohrtiefe von sechs bis neun Metern vorgenommen. Am Montag wurden bereits die ersten zwei Bohrkerne gezogen, die aus Sandstein- und Tonsteinschichten bestehen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch folgten die beiden letzten Bohrungen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite direkt neben dem alten Brauhaus lagen.

Einsturzgefahr in der Mainrother Ortsdurchfahrt der B289
Das Bohrgerät wird über dem Bohrloch auf der Fahrbahn der B 289 ausgerichtet.

Nach Auskunft des Staatlichen Bauamtes muss das Bohrmaterial nun untersucht und befundet werden. Erst danach könne ein abschließendes Ergebnis der Bohrung und weitere mögliche Maßnahmen bekanntgegeben werden. Die halbseitige Sperrung in Richtung Kulmbach bleibt aus Sicherheitsgründen weiterhin bestehen.

Die Mainrother nahmen die gesamte Maßnahme samt der Sperrung und der nötigen nächtlichen Ruhestörung sportlich und nutzten die Zeit der Vollsperrung für einen kleinen Umtrunk auf der B 289. „Endlich gehört die Straße einmal ganz uns, das hat es seit dem Bau der Bundesstraße noch nicht gegeben“, war der einhellige Tenor.

Viele Lastwagen ignorieren die Hinweise auf die Umleitung

Mit Unverständnis reagierten sie allerdings darauf, dass manche Autofahrer die Hinweisschilder für die Umfahrung missachteten. Hier fielen vor allem die vielen Hermeslaster mit Anhängern auf. „Gefühlt war das die halbe Flotte, die trotz der Schilder, die schon in Burgkunstadt die Umleitung auswiesen, bis zur Absperrung heranfuhren“, berichtete ein Anwohner. Besonders unangenehm fielen dann die auf, die nicht wendeten, sondern ganz unverfroren über die Wagnersgasse und die enge Brunngasse durch das Wohngebiet fuhren.

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