ALTENKUNSTADT

Ein stilles Jubiläum des Musikvereins Altenkunstadt

In einer ersten einheitlichen Uniform konnten sich die Aktiven zum zehnjährigen Jubiläum, vor genau vierzig Jahren, vorstellen; links der damalige Dirigent Herbert Mahr, rechts der Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende Heinrich Graß. Foto: Dieter Radziej

Alles hatte bei der Jahreshauptversammlung des Musikvereins Altenkunstadt vor einem Jahr so verheißungsvoll begonnen. Neben den Rechenschaftsberichten des Vorstands, des Dirigenten und der Ausbilder rückte auch das Vereinsjubiläum im Jahr 2020 in den Mittelpunkt. Galt es doch, das 50-jährige Bestehen der Altenkunstadter Musikanten zu feiern. Ein Ereignis, das in einem würdigen Rahmen gefeiert werden sollte.

Zu den Gründervätern des Musikvereins Altenkunstadt zählte Emil Skupsch (rechts an der Gitarre), der selbst im hohen Al... Foto: Dieter Radziej

Lange bevor der Musikverein Altenkunstadt gegründet wurde, pflegten in Altenkunstadt viele Bürger ihre Leidenschaft für die Musik. Besonders beliebt war das Spielen von Gitarren, Mandolinen, Akkordeon und Keyboard. Seit Jahren hatte sich der spätere Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Emil Skupsch darum bemüht, eine Jugendblaskapelle aufzubauen. Unablässig lag er den Bürgermeistern und Gemeinderäten mit seinem Anliegen im Ohr. Sein Engagement hatte schließlich im März 1970 Erfolg, als die Gemeinde einen beträchtlichen Zuschuss von 10 000 Mark bewilligte. Damit waren die Voraussetzungen für den Kauf von Instrumenten geschaffen.

Mehr als 20 Jugendliche beginnen 1970 die Musikerausbildung

Ein Festzug-Bild des Jubiläum vor genau 25 Jahren, den (v. li.) Erwin Diefenbach, der damals amtierende Erste Bürgerme... Foto: Dieter Radziej

Emil Skupsch und seine Mitstreiter begannen daraufhin umgehend mit der Ausbildung von Jugendlichen. Dabei engagierte sich Skupsch nicht nur als Vorsitzender, sondern auch in der Ausbildung. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von Georg Hügerich, dem ersten Dirigenten. Ein weiterer wichtiger Schritt war ein Werbeabend im Frühjahr 1970, der vom Musikverein Kulmbach gestaltet wurde. Voller Stolz stellte Emil Skupsch dabei mehr als 20 Mädchen und Jungen vor, die bereit waren, ein Instrument zu erlernen.

Die Vereinsgründung erfolgte schließlich am 16. Dezember 1970 in der damaligen Gastschaft Zeulner. Wie groß das Interesse war, belegt die Zahl von 31 Gründungsmitgliedern. Sie wählten Emil Skupsch zum Vorsitzenden und Franz Pechtl zu seinem Stellvertreter. Als Schriftführerin fungierte Vera Karl, während Lorenz Baier das Amt des Musikwartes übernahm und als Schatzmeister übernahm Wenzel Vollmuth die Verantwortung. Ausbilder waren ebenfalls gefunden und so konnte damit begonnen werden, einen Klangkörper zusammenzustellen. Daneben bestanden bereits eine Akkordeongruppe, die Zithergruppe, sowie die Gitarren- und Mandolinengruppe.

Nicht einmal ein Jahr war vergangen, als die Blaskapelle ihren ersten öffentlichen Auftritt bei der Feierstunde zum Volkstrauertag hatten. Viel Beifall erhielten sie bei einem Werbeabend in der Grundschulturnhalle wenig später. Als ermutigend empfanden es die Mitglieder, dass der Musikverein weiterhin von der Gemeinde Altenkunstadt unterstützt wurde und im Dachgeschoss der Grundschule einen Probenraum zur Verfügung stellte. Der Erfolg dieser Bemühungen blieb nicht aus, denn bald erhielten die Altenkunstadter Musikanten auch Spielverpflichtungen weit über die Gemeindegrenzen hinaus. In den 1970-er Jahren bestand sogar eine Volksmusikgruppe,

Ausrichtung der Kirchweih ab 1980 der alljährliche Höhepunkt

Zum Konzertabend des Jahres 2002 rückten die Aktiven mit ihrer neuen blauen Spielkleidung auf der Bühne der Grundschult... Foto: Dieter Radziej

Eine Meilenstein in der Vereinsgeschichte war 1980 die Ausrichtung des beliebten Kirchweihfestes, das auf dem Marktplatz verlegt worden war. Zum zehnjährigen Bestehen erhielten die Musiker außerdem eine einheitliche Uniform.

Gemeinsames Ziel aller Mitwirkenden in den Kapellen ist es seit der Gründung, den Mitmenschen mit ansprechender Unterhaltungsmusik Freude zu bereiten. Dass dies gelingt, beweist die Bezeichnung „Die klingende Seele von Altenkunstadt.“ Stets fanden sich dabei ehrenamtliche Mitglieder und Ausbilder, denen die Vereinsarbeit und der Musikunterricht, der inzwischen auch Kindern in der Jugendgruppe „Brassbini“, die Freude an der Musik vermittelt.

Bei kaum einer großen Festveranstaltung in Altenkunstadt fehlte er, der traditionsreiche „Altenkuschter Hefenkloß“; auch... Foto: Dieter Radziej

Nach einem Musik- und Ehrungsabend zum 20-jährigen Bestehens wurde die 25-Jahr-Feier mit einem dreitägigen Fest in der Kordigasthalle gefeiert. Neben einem ansprechenden instrumentalen- und gesanglichen Darbietungen, zählten der Stimmungsabend mit „Gitte und Klaus“, der Festgottesdienst, der Jubiläumsfestzug vom Baur-Parkplatz bis zum Schul- und Sportzentrum führte mit 15 Gastkapellen und allen Ortsvereinen sowie dem Auftritt eines Massenchors zu den Höhepunkten. Das dreißigjährige Bestehen wurde ebenso gefeiert wie die 40-Jahr-Feier mit einem Musikabend und Ehrungen. Zwischenzeitlich hatte sich auch die „Korches Brass“ gegründet.

Nach dem Fest- und Ehrungsabend geht nichts mehr

Schon früh hatten die Vorbereitungen für die 50-Jahr-Feier mit Spielverpflichtungen, der Einladung von Landrat Christian Meißner als Schirmherr und der Vergabe des Kreismusikfestes nach Altenkunstadt begonnen. Das Jubiläum sollte vom 4. bis 7. September 2020 azf den neuen Festplatz im Schul- und Sportzentrum gefeiert werden. Glanzvoll war der Auftakt des Festjahrs mit einem Fest- und Ehrungsabend in der Dreifachturnhalle.

Doch wenig später folgte die Ernüchterung. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Vereinsleben heruntergefahren und alle öffentlichen- und kulturellen Veranstaltungen zunichte gemacht. Zwar wurde erwogen, das Jubiläum in das nächste Jahr zu verschieben, doch gelang es wegen anderer Verpflichtungen nicht, einen geeigneten Termin zu finden. Daher blieb dem jungen Vorsitzenden Simon Löffler keine andere Wahl, als den Beschluss des Vorstands und der Festleitung zu verkündeten, alle weiteren Veranstaltungen des Jubiläumsjahres abzusagen. Viele Musikfreunde erfüllte dies mit Wehmut.

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