ALTENKUNSTADT

Ein stiller Geburtstag für die Wasserwacht Altenkunstadt

Ein stiller Geburtstag für die Wasserwacht Altenkunstadt
Früh übt sich, wer ein Retter sein will: Die engagierte Jugendgruppe der Wasserwacht Altenkunstadt. Foto: Dieter Radziej

Für die Wasserwachtortsgruppe sollte 2020 eigentlich ein besonderes Jahr werden, denn immerhin kann die Wasserrettungsorganisation auf ihr 65-jähriges Bestehen blicken. Doch erging es den Mitgliedern nicht anders als vielen anderen Vereinen in der Gemeinde Altenkunstadt – die Planungen fielen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

1955 wurde der damalige Schwimmwart des Turnvereins von Altenkunstadt, Hans Scherer, von der Wasserwachtabteilung und dem Landkreis Lichtenfels gebeten, auch in Altenkunstadt geeignete Schwimmer für die Wasserrettung zu gewinnen. Da in Altenkunstadt auf dem Bootshausgelände am Main ein Badeplatz vorhanden war, fand ein von Scherer einberufener Versammlungstermin gleich eine beachtliche Resonanz. Von den rund 20 Interessierten erklärten sich spontan acht bereit, den Freischwimmerschein abzulegen.

Ab 1961 auch im kalten Wasser einsatzfähig

Aufgrund der ermutigenden Resonanz wurde schon im August 1955 unter der Regie des damaligen Wasserwachtabteilungsleiters Gustav Kastner die Wasserwachtortsgruppe von Altenkunstadt gegründet. Hermann Ramer erklärte sich bereit, die Leitung der Ortsgruppe zu übernehmen. Zunächst stand die Ausbildung im Rettungsschwimmen im Mittelpunkt.

Einen weiteren Aufschwung verzeichnete die Wasserwachtortsgruppe, als 1956 mit dem Bau der Badeanstalt am Main begonnen wurde; ein Vorhaben, an dem sich nicht nur die Wasserwachtortsgruppe, sondern auch der FC Altenkunstadt und der Turnverein mit vielfältigen Eigenleistungen beteiligten. Fortan hatten die Wasserwachtler endlich Platz für die Ausbildung, die Unterbringung diverser Rettungsgeräte und für ihre Versammlungen. 1961 erhielten die Altenkunstadter aufgrund der Bemühungen des Leiters Hermann Ramer ihren ersten Tauchanzug. Ab da waren die Mitglieder der Rettungsorganisation auch bei niedrigen Wassertemperaturen einsatzfähig.

Jungfernfahrt mit dem ersten Rettungsboot 1978

Ein stiller Geburtstag für die Wasserwacht Altenkunstadt
Das Fackelschwimmen auf dem Main zählt zu den besonderen Ereignissen bei Festen. Foto: Dieter Radziej

Eine erste Etappe war 1965 mit dem zehnjährigen Bestehen erreicht, was mit einem Festkommers im Speisehaus Schramm und einer großen Schauübung gefeiert wurde. Auch in der Folgezeit stand die Ausbildung, insbesondere das Bemühen, Kindern und Jugendlichen das Schwimmen beizubringen, im Mittelpunkt.

Als Meilenstein in der Geschichte der Wasserwacht Altenkunstadt darf das Vereinsjahr 1978 bezeichnet werden: Mit Unterstützung der Firmenchefin Kathi Baur und des Baur-Hauptgeschäftsführers Dr. Anton Sattler konnte das erste Rettungsboot feierlich eingeweiht werden. Zur Jungfernfahrt starteten die frischgebackenen Bootsführer Gerhard Schnappauf und Ottmar Jahn mit dem damaligen Bürgermeister Fred Hermannsdörfer und Ehrenbürger Dr. Anton Sattler. Damit begann 23 Jahre nach der Gründung für die Wasserwachtortsgruppe von Altenkunstadt eine neue Ära.

Bootsfahrten, Schauübung und viel Geselligkeit zum 50-Jährigen

In seiner Festansprache stellte Bürgermeister Hermannsdörfer heraus, dass die Wasserwacht zu den Organisationen in der Gemeinde Altenkunstadt zählt, die meist in aller Stille und ohne viel Aufhebens helfen. Unzähligen Mitmenschen haben sie das Schwimmen beigebracht. Eine Würdigung der Vereinsarbeit, an der sich bis zum heutigen Tage nichts geändert hat.

Ein stiller Geburtstag für die Wasserwacht Altenkunstadt
Bootsfahrten für Kinder sind der Renner, wenn die Wasserwacht Altenkunstadt ihr Einsatzspektrum vorstellt. Foto: Dieter Radziej

Ein neues Rettungsboot wurde zum 40-jährigen Bestehen im Jahr 1995, in Dienst gestellt. Mit einer großen Jubiläumsveranstaltung mit Bootsfahrten, einer Schauübung und viel Geselligkeit wurde das 50-jährige Bestehen der Ortsgruppe 2005 gefeiert, die dabei zusammen mit weiteren Rettungsorganisatione ihr gesamtes Einsatzspektrum einer großen Öffentlichkeit vorstellte.

Ein Anliegen hat die Wasserrettungsorganisation noch: Sie wünscht sich einen Standort für das Rettungsboot in Main-Nähe, denn gegenwärtig ist es immer noch in der Garage des Rathauses untergebracht. Vielleicht findet sich hier eine Lösung, wenn sich Veränderungen auf dem Bootshausgelände am Main abzeichnen.

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