BURGKUNSTADT

Ein Musikgenuss auf dem Burgkunstadter Marktplatz

Ein Musikgenuss auf dem Burgkunstadter Marktplatz
Die Blaskapelle Burgkunstadt bei der sehr anmutig gespielten Abendserenade. Foto: Roland Dietz

Die zahlreichen Besucher und Besucherinnen, die am Kirchweihsamstag auf den Marktplatz gekommen waren, um der Serenade des Musikverein Burgkunstadt zu dessen 50-jährigen Bestehens beizuwohnen, sollten dies nicht bereuen. Vorausgegangen war diesem Jubiläum und der „Borkuschte Kärwa“ ein Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Heinrich und Kunigunde, den die Blaskapelle wunderbar ausgestaltete. Dem Anlass entsprechend war dafür seitens der Musiker die Schubert-Messe ausgesucht worden, die in voluminöser Art und Weise erklang.

Mit dem „Frankenlied-Marsch“ ging es zu Beginn der Serenade auf dem Marktplatz gleich fränkisch los. Doch das sollte sich im Laufe der Veranstaltung ändern, hatte der Burgkunstadter „Maestro“ Thomas Besand doch Musik ausgesucht, die das Flair einer abendlichen Serenade ausmachen. In der abendlichen Dämmerung genossen die sehr vielen Gäste das Ereignis. „Es ist schön, dass es so etwas mal wieder gibt“, waren zum Beispiel die Anwesenden Achim Ruß und Konrad Stengel einer Meinung.

„Es ist schön, dass es so etwas mal wieder gibt.“
Achim Ruß und Konrad Stengel, zwei Zuhörer

Dass sich die Musiker und Musikerinnen nach der langen Pause gut vorbereitet hatten, zeigte dann der Castaldo-Marsch. Dieser wurde von den 22 Aktiven technisch prima erfasst. Immer wieder ein Hörgenuss ist, wenn die „Südbömische Polka“ auf dem Programm steht. Weiche Melodiebögen der Hörner wechseln sich zum Schluss mit pfiffigen Klarinetten-Passagen ab und führen mit der Trompeten-Doppelzunge zum Finale.

Trompeter Benedikt Kremer zeigt sein Können

Ein Musikgenuss auf dem Burgkunstadter Marktplatz
Trompeter Benedikt Vonbrunn. Foto: Roland Dietz

Und doch erschien dies für den Trompeter Benedikt Kremer nur ein Warm-Up gewesen zu sein. Interpretierte er im Anschluss die „Post im Walde“ doch sehr gekonnt. Schöne lyrische Passagen im Wechsel mit horntypischen Signalen – in allen Lautstärkenfacetten beherrschte Kremer dieses Charakterstück beeindruckend und bekam dafür schon während des Stückes verdienten Applaus. Fast schon im Big-Band-Stil wurde das Medley der schwedischen Pop-Gruppe Abba präsentiert. Die Übergänge mit den verschiedenen Tempi-Wechseln, mal gediegen, mal lebhaft oder gedrungen, hatte die Burgkunstadter Blaskapelle prima im Griff.

Mit dem alten Militärmarsch „Von der Tann“ zeigte Dirigent Thomas Besand nochmals seine Liebe zu derartiger Blasmusik auf. Diese ging von ihm zu seinen Musikern und Musikerinnen und von diesen zum Publikum über. Eine Hymne und inzwischen fest im Programm der Burgkunstadter Blaskapelle ist die vom Burgkunstadter Udo Langer geschriebene Melodie „Das alte Stadtcafé“. Diese wunderbare leichte Walzermelodie brachten gerade Posaunist Matthias Kremer sehr schön zum klingen. Virtuose Klarinetten-Klänge bot dann die Anna-Polka und zeigten, dass die sechs jungen Damen ihre Instrumente sehr gut beherrschen.

Standing Ovation für Sopranistin Theresa Dauer

Ein Musikgenuss auf dem Burgkunstadter Marktplatz
Ihre tolle Stimme brachte Theresa Dauer bei der Arie Nessun Dorma klangfüllend zur Geltung. Foto: Roland Dietz

Ein weiteres Highlight des Abends war die Arie „Nessun Dorma“ des italienischen Komponisten Giacomo Puccini. In beeindruckender Weise brachte Sopranistin Theresa Dauer, die dem Blasorchester als Klarinettistin angehört, dieses klassische Werk dar. Ihre glockenreine Stimme wurde dabei getragen von der Begleitung einer gemächlich weichen Tuba und füllte klangvoll den Marktplatz. Standing Ovation des Publikums waren ihr verdienter Lohn. Das Glockengeläut der Pfarrkirche stimmt sicherlich mehr zufällig als gewollt dazu ein.

Volkstümlicher ging es mit dem Kaiserin-Sissi-Marsch und der Antonia-Polka weiter, bei welcher das Publikum begeistert mitklatschte. Auch beim „Mars der Medici“ zeigten die Musiker und Musikerinnen ihre gutes Zusammenspiel auf.

Ein Musikgenuss auf dem Burgkunstadter Marktplatz
Zahlreiche Besucher und Besucherinnen wohnten der musikalischen Veranstaltung bei. Foto: Roland Dietz

Bei der geforderten Zugabe zeigte Dirigent Thomas Besand viel Gefühl für die Situation. Bei herrlich illuminiertem Marktplatz und hereinbrechender Nacht ließ er „Der Mond ist aufgegangen“ in einer recht modernen Fassung von Jacob de Haan anstimmen. Es war ein fantastischer Abschluss der eineinhalbstündigen Serenade zum Jubiläum der Blaskapelle.

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