ALTENKUNSTADT

Drogen-Präventionsprojekt an Mittelschule Altenkunstadt

Drogen-Präventionsprojekt an Mittelschule Altenkunstadt
Unter dem Motto „Ich bin mir selbst Droge genug!“ stand ein Suchtpräventionsprojekt im Rahmen der Jugendsozialarbeit für die achten Klassen der Altenkunstadter Mittelschule. Polizeioberkommissar Matthias Lange von der Kripo Coburg (obere Reihe, re.) und Diplomsozialpädagogin Kath... Foto: Bernd Kleinert

Suchtkrankheiten sind nicht nur das Problem einer Minderheit, sondern sind weit verbreitet und kommen in allen sozialen Schichten und gesellschaftlichen Bereichen vor. Jugendliche sind besonders anfällig dafür, da sie sich körperlich wie auch psychisch und seelisch noch in der Entwicklung befinden. Drogensucht und wie man dieser vorbeugt, war deshalb auch ein Thema in den achten Klassen der Altenkunstadter Mittelschule.

Im Rahmen der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), die an der Mittelschule Altenkunstadt mit zwei Stellen unter der Trägerschaft des BRK-Kreisverbands Lichtenfels steht, versuchten Polizeioberkommissar Matthias Lange von der Kripo Coburg und Diplomsozialpädagogin (FH) Katharina Harenberg den Jugendlichen zu verdeutlichen, warum man mit Drogen nicht nur bewusst umgehen soll, sondern am besten ganz darauf verzichtet.

Das Präventionsprojekt stand unter dem Motto „Ich bin mir selbst Droge genug!“ und erstreckte sich über vier Unterrichtsstunden und einer Nachbereitung von nochmals einer Doppelstunde. Im ersten Teil befragte Lange die Jugendlichen nach ihren privaten und beruflichen Wünschen und Zielen für ihr Leben und wie sie ihre Freizeit gestalten.

Der Polizeibeamte, der bei der Kripo Coburg für die Rauschgiftprävention zuständig ist, wollte außerdem wissen, was ihnen als Mensch im Leben wirklich wichtig ist. Auf diese Weise wollte er die Schülerinnen und Schüler kennenlernen, ihre Motivationen und Träume verstehen und gemeinsam mit ihnen erarbeiten, worum es im Leben geht. Die Antworten der Mädchen und Jungs waren vielfältig: Gesundheit, Familie und Freunde, Spaß im Leben, Geld, Unabhängigkeit und Verantwortung übernehmen auch als junger Mensch standen dabei an vorderster Stelle.

Drogen zerstören Lebensträume

Warum Drogen diese Träume und Lebensziele zerstören können, erarbeiteten die Achtklässler im zweiten Teil. Sie zählten auf, welche Rauschgifte sie kennen, wobei die Palette von Heroin, Kokain und LSD bis hin zu legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin reichte. Die Antworten wurden ebenfalls an der Tafel befestigt.

Im Rahmen einer Diskussion und Fragerunde erfuhren die jungen Leute, woher diese Stoffe kommen und was sie anrichten können. Sie erkannten am Ende erstaunt, dass ihre gesamten Ziele und Wünsche an der Tafel von den diversen Suchtmitteln überlagert wurden. „Es geht um mich! Ich allein bin verantwortlich für mich und mein Leben. Das muss sich jeder klar machen, wenn es um Drogenkonsum geht“, erklärte Lange. „Wir möchten mit diesem Suchtpräventionsprojekt die Jugendlichen erreichen, allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger“, sagte Katharina Harenberg, die an der Altenkunstadter Mittelschule seit sieben Jahren als Jugendsozialarbeiterin des BRK-Kreisverbands tätig ist.

Verbote seien wenig hilfreich, denn der „Reiz des Verbotenen“ würde eher das Gegenteil bewirken. Es gehe vielmehr um Eigenverantwortung und die Bereitschaft, Nein zu sagen, wenn Drogen angeboten werden. „Wenn das gelingt, dann haben wir unser Ziel erreicht“, betonte die BRK-Mitarbeiterin. Und wie fanden die Schülerinnen und Schüler das Präventionsprojekt? „Eine coole Idee. Es war es wert, hier gut aufzupassen. Mir jedenfalls hat es viel gebracht“, sagte Elisabeth Jachmann. Dieser Meinung war auch ihre Klassenkameradin Amelie Engelhardt: „Es war total spannend und erfahrungsreich“. Ein Lob hatte Amelie für Polizeioberkommissar Matthias Lange parat: „Er hat die Informationen mit viel Emotion rübergebracht. Das war echt toll“.

Jugendsozialarbeiterin Katharina Harenberg dankte dem Kripo-Beamten für die kompetente Begleitung des Präventionsprojekts, das nun regelmäßig jedes Jahr in den achten Klassen stattfinden soll und neben der alltäglichen Einzelfallarbeit sowie gezielten Gruppenangeboten einen wichtigen Baustein in der Arbeit mit den jungen Leuten bildet. Katharina Harenberg und ihre Kollegin Diana Koschinski bieten auch in den Sommerferien jeweils dienstags von 9 bis 12 Uhr in ihrem Büro in der Altenkunstadter Mittelschule Sprechstunden an.

„Denn es hat sich gezeigt, dass Probleme und Schwierigkeiten auch in den Ferien keine Pause machen“, so die BRK-Mitarbeiterinnen. Schüler und Schülerinnen, aber auch Eltern können sich mit ihren Fragen an die JaS-lerinnen wenden, die der Schweigepflicht unterliegen und auf Wunsch auch an weiterführende Beratungsstellen im Landkreis vermitteln unter Tel. (09572) 3860205 oder Email: harenberg@kvlichtenfels.brk.de).

Gefördert vom Staatsministerium

Jugendsozialarbeit an Schulen ist die engste Form der Kooperation von Schule und Jugendhilfe und wird seit 2003 vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert und stetig weiter ausgebaut. Der BRK-Kreisverband Lichtenfels hat die JaS-Stellen an der Mittelschule Altenkunstadt sowie an der Grundschule Am Markt in Lichtenfels als einer der freien Träger im Landkreis übernommen und somit ein gezieltes sozialpädagogisches Angebot für benachteiligte Kinder und Jugendliche geschaffen.

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