MODSCHIEDEL

Dorferneuerung: Modschiedler mögen ihren Brunnen

Dorferneuerung: Modschiedler mögen ihren Brunnen
Der alte Brunnen soll saniert und nicht durch einen neuen ersetzt werden. Das wünschen sich die Einwohner von Modschiedel, die sich zu einem Ortstermin (links im Bild) eingefunden hatten. Foto: Stephan Stöckel

Die Dorfmitte ist die gute Stube eines Ortes. Hier pulsiert das Leben. Hier treffen sich Menschen aus Nah und Fern. Im Zuge einer Dorferneuerung kommt diesem Bereich eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Weismainer Ortsteil Modschiedel prägen das Areal rund um den Brunnen und das Backhaus das Gesicht des Ortes.

Soll die Ortsmitte ein komplettes Facelift oder nur kleine Verschönerungsmaßnahmen erhalten? Eine Antwort auf diese Frage gab ein Ortstermin mit 37 Einwohnern. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen sprach sich für die letztere Variante aus.

Baudirektorin Claudia Stich vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Diplom-Ingenieuer Peter Bittel vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung Bamberg (BFS+GmbH) und Bürgermeister Michael Zapf von der Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) sprachen angeregt mit den Einwohnern.

Lediglich eine Sanierung gewünscht

Kreisfachberater Michael Stromer, der nicht anwesend war, hatte im Vorfeld der Veranstaltung vorgeschlagen, den bestehenden Brunnen durch einen neuen zu ersetzten. Seine Argumentation: Der bestehende passe nicht zu einem Dorf wie Modschiedel. Die Bürger sehen diese anders. Sie hängen an ihrem alten Brunnen und wünschen sich lediglich eine Sanierung. Die Grünfläche rund um den Brunnen soll dem Niveau der Straße angeglichen werden.

Ein niveaugleicher Ausbau der Dorfmitte hat für den Bürgermeister zwei Vorzüge: „Bei Festen kann ein größeres Zelt aufgestellt werden. Außerdem kommt es nicht mehr zu Beschädigungen von Bordsteinen durch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge.“

Bei der anschließenden Abstimmung hatte nur Stadtrat Alfons Deuber (CSU) für einen neuen Brunnen votiert. Bittel regte an, auf dem Dorfplatz eine Infotafel mit Wanderwegen und Fahrradabstellbügel aufzustellen. „Der Fahrradtourismus wird immer populärer“, sagte der Experte.

Einstimmig sprachen sich die Bürger dafür aus, die bestehende Linienführung der Straße zu erhalten. Die Straße zwischen Backhaus und Brunnen soll für den allgemeinen Verkehr gesperrt werden. Ob der Bereich asphaltiert oder gepflastert wird soll noch entschieden werden. Die Einbahnstraßenregelung in der Dorfmitte wird aufgehoben. „Die gebaute Umgehungsstraße macht sie überflüssig“, sagte Bittel.

Barriefreie Bushaltestellen

Dorferneuerung: Modschiedler mögen ihren Brunnen
Diplom-Ingenieur Peter Bittel (re.) erläuterte den Modschiedler Bürgern die Neugestaltung der Dorfmitte. Diese wünschen ... Foto: Stephan Stöckel

Das Landratsamt und Busunternehmer Alfons Deuber erachten zwei barrierefreie Bushaltestellen in der Ortsmitte für notwendig, die Bürger nur eine. Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Landratsamtes soll dieser Aspekt geklärt werden.

Den Überlegungen, hinter dem Feuerwehrgerätehaus einen Sportgerätepark anzulegen, erteilte Bürgermeister Michael Zapf eine klare Absage. „Hier bin ich einer Meinung mit Herrn Stromer. Für einen Stadt mag das ja ganz nett sein, aber für ein Dorf ist es nicht gerade zweckmäßig.“ Der Bürgermeister plädierte für die Anpflanzung halbstämmiger Bäume. Das erspare der Stadt den Unterhalt der Sportgeräte. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen.

Im Rahmen der Dorferneuerung soll auch die Hauptstraße saniert werden. Die Ausbaulänge für den südlichen Abschnitt bezifferte Bittel auf 140 Metern. Derzeit beträgt die Fahrbahnbreite im Durchschnitt fünf Meter. Aus der Bevölkerung heraus kam der Wunsch, eine gesicherte Führung des Fußgängerverkehrs zu schaffen.

Die Fahrbahnbreite wird nach Auskunft des Redners auf 3,50 Meter verkleinert und um einen straßenbegleitenden niveaugleichen Mehrzweckstreifen in Betonsteinpflaster mit einer Mindestbreite von 1,25 Metern ergänzt. Großen Wert legte der Experte darauf, dass es sich um keinen reinen Gehweg handele. „Begegnen sich zwei Fahrzeuge ist ein Ausweichen auf den Mehrzweckstreifen nötig. Trotzdem signalisiert er dem Fußgänger eine gewisse Sicherheit“, stellte der Redner fest.

Was ist bei Engstellen geplant?

Wie sieht es im Norden von Modschiedel aus, wo die Bebauung mitunter direkt an die Fahrbahn angrenzt und es Engstellen gibt? Hier beträgt die Ausbaulänge den Planungen des Ingenieurbüros zufolge 320 Meter. Die Fahrbahnbreite ist mit 4,50 Meter angegeben. Ergänzt wird die Fahrbahn um einen straßenbegleitenden niveaugleichen Mehrzweckstreifen, dessen Größe zwischen 50 Zentimetern und 1,50 Metern schwankt. Bittel riet dazu, den Gehsteig vor dem Feuerwehrgerätehaus zu erhalten, da dieser für eine höhere Verkehrssicherheit sorge als ein Mehrzweckstreifen.

 

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