WEISMAIN

Diskussion mit Jungwählern in Weismain

Diskussion mit Jungwählern in Weismain
Sie diskutierten am Mittwochabend im Rahmen einer Jungwählerveranstaltung der Stadt Weismain und gaben Einblicke in ihre Arbeit: (v. li.) MdB Emmi Zeulner und Freie-Wähler-Kandidat Jochen Bergmann (Mi.). Rechts Bürgermeister Michael Zapf. Foto: Corinna Tübel

Sieben Jungwähler und viele weitere Interessierte diskutierten am Mittwochabend gemeinsam mit MdB Emmi Zeulner (CSU) und dem Freie-Wähler-Kandidaten zur Bundestagswahl, Jochen Bergmann, über Mobilität im ländlichen Raum und weitere Themen. Plötzlich war die große Politik gar nicht mehr „weit weg“ von Weismain.

Beginnt hier Politik? Genau hier vor dem Weismainer Schützenhaus, wo am Mittwochabend so manche Herausforderungen für Jugendliche im ländlichen Raum zur Sprache kamen? Es schien so im Rahmen der Jungwählerveranstaltung hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahl, zu der die Stadt Weismain mit Bürgermeister Michael Zapf eingeladen hatte.

Diskussion mit Jungwählern in Weismain
Vor dem Schützenhaus Weismain fand eine Jungwählerveranstaltung mit Diskussion statt: (v. li.) MdB Emmi Zeulner, Freie-W... Foto: Corinna Tübel

Nur sieben Jugendliche beteiligten sich an der Diskussion

Zwar hätte sich dieser eine etwas höhere Beteiligung gewünscht, doch freute er sich mit den anwesenden sieben jungen Menschen unter 25 Jahren über einen gelungenen Austausch mit MdB Emmi Zeulner und dem FW-Kandidaten Jochen Bergmann. Dass nur zwei der Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis anwesend waren, lag daran, dass nicht mehr eingeladen worden waren, wie Zapf auf Nachfrage mitteilte.

Schon als sich beide Gesprächspartner dem Publikum vorstellten, wurde deutlich, dass sie nicht nur „Politiker“ sind, sondern zunächst Bürger. Manche von ihnen seien, wie Zeulner verriet, „eher zufällig nach Berlin gekommen“. Die ein oder andere Anekdote aus ihrem politischen Werdegang, die sie zum Besten gab, rief breites Schmunzeln bei den Zuhörerinnen und Zuhörern hervor. Sie betonte aber auch: „Wenn man eine Chance in etwas sieht, dann muss man da auch reingehen und viel Durchhaltevermögen mitbringen. So muss man Politik leben.“

Diskussion mit Jungwählern in Weismain
Sie diskutierten am Mittwochabend im Rahmen einer Jungwählerveranstaltung der Stadt Weismain und gaben Einblicke in ihre... Foto: Corinna Tübel
„Wenn man eine Chance in etwas sieht, dann muss man da auch reingehen und viel Durchhaltevermögen mitbringen. So muss man Politik leben.“
Emmi Zeulner, CSU-Bundestagsabgeordnete

Auch Bergmann möchte die Menschen, ob jung oder älter, „abholen“ und in die Politik stärker einbeziehen. Der Kriminalbeamte, der beruflich und im Rahmen vieler Ämter und Vereinszugehörigkeiten eng mit Jugendlichen zusammenarbeitet, weiß von vielen Themen, die diese beschäftigen und sprach sie auch an.

Zwar zeigten sich die Jugendlichen zunächst etwas zögerlich, doch meldeten sich bald Stimmen zum Thema „Mobilität im öffentlichen Raum“. Die Möglichkeiten, am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Diskotheken oder Festen nach Hause zu gelangen, seien rar. Das Angebot der Rufbusse im Landkreis Lichtenfels sowie der Fifty-Fifty-Taxis werde zu wenig beworben, stellte auch Janine Brunecker, Jugendbeauftragte der Stadt Weismain, fest.

Mobilfunkempfang und Autonomes Fahren

Schnell kam auch das Thema des Mobilfunkempfangs in ländlichen Gegenden zur Sprache, was wiederum eine Diskussion über den Glasfaserausbau, die Versorgung mit zusätzlichen WLAN-Netzwerken und die Innovation Autonomes Fahren auslöste. Sowohl Zeulner als auch Bergmann versprachen, dieses Thema „mitzunehmen“ und neu anzugehen.

Das freute Bürgermeister Zapf, der mit der Jungwählerveranstaltung unter anderem zeigen wollte: „Berlin ist nicht weit weg.“ Er meint dabei die Politik, die auch die Kommunalverwaltungen und vor allem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort betreffe. Kurz berichtet er deshalb von erfolgreichen Projekten wie der Sanierung des Weismainer Rathauses mit finanzieller Unterstützung durch Bundesmittel sowie den verschiedenen Ausschüssen auf Bundesebene, in denen unter anderem über Projekte und Förderprogramme entschieden werde.

„Der direkte Draht nach Berlin ist sehr wichtig, und wir stehen im regen Austausch mit Emmi Zeulner und anderen“, lobte Michael Zapf.

Diskussion mit Jungwählern in Weismain
Auf wenig Resonanz stieß die Jungwähler-Veranstaltung in Weismain. Die Jugendlichen, die da waren, waren aber sehr inter... Foto: Corinna Tübel

Die Zusammenhänge zwischen Bundes- und Kommunalpolitik

Ist „Berlin“ also wirklich ein Stück weit näher gekommen? „Die Themen wurden auf die Schnelle gut getroffen. Ich finde es gut, dass auch so weit gedacht wird“, so das Resümee von Mario aus Weismain. Interesse, der Wunsch nach Aufklärung und Information haben ihn am Mittwochabend teilnehmen lassen. Schon bei den vergangenen Jungwählerveranstaltungen im Vorfeld von Kommunalwahlen sei er dabei gewesen. „Wenn so etwas angeboten wird, dann sollte man auch teilnehmen.“

Auch sein Freund Jan aus Weismain nimmt persönliche Erkenntnisse mit: „Es war gut, Zusammenhänge zwischen Bundes- und Kommunalpolitik zu erkennen. Ich hätte mir den Abend viel allgemeiner vorgestellt, aber so war es gut.“ Alle anwesenden Jugendlichen waren sich einig darin, dass ihre Meinung an diesem Abend Gehör fand.

 

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