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BURGKUNSTADT

Die Mainrother Orstumgehung wird niedriger

Mit ihren Einwänden zur Planung für die Ortsumgehung Mainroth-Rothwind-Fassoldshof waren die Stadt Burgkunstadt und der Markt Mainleus erfolgreich. Die neue Planung, die einen niedrigeren Damm der Trasse der Bundesstraße 289 unterhalb von Mainroth und eine Brücke an der Landkreisgrenze vorsieht, stellte Abteilungsleiter Konstantin Starke vom Staatlichen Bauamt Bayreuth am Dienstagabend im Stadtrat vor. Einstimmig billigten die Räte die Änderungen. Nach Überarbeitung der Details soll Mitte 2022 ein neuer Planfeststellungsantrag vorgelegt werden.

Die Trasse ist im vordringlichen Bedarf, weil die Verkehrsbelastung mit voraussichtlich 11 000 Fahrzeugen bis zum Jahr 2035 deutlich über dem bayerischen Durchschnitt liegt, wie Starke erläuterte. Sinnvoll sei sie auch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, da seit 2019 insgesamt 54 Unfälle registriert wurden.

„Ich verstehe nicht, warum es nicht möglich ist, den Bahnübergang zu erhalten, obwohl das Verkehrsministerium sowohl für die Bundesstraße als auch für die Bahn verantwortlich ist.“
Günter Knorr, Stadtrat (CSU)

Die Umgehung soll vor Mainroth nach Süden ins Maintal abschwenken, während der Ort durch eine Auf- und Abfahrt angebunden wird. Über eine rund zehn Meter hohe Brücke wird sie über die Bahnlinie geführt und in einem Bogen um Mainroth herumgeführt, bevor sie auf Höhe des Ortsendes parallel zur Bahnlinie nach Rothwind verläuft.

Für Kritik hatte der Damm südlich von Mainroth wegen der ursprünglich geplanten Höhe von sieben Metern gesorgt. Da die Unterführung an der Horlache (Höhe acht Meter) nicht mehr erforderlich ist, kann die Trasse in diesem Bereich um rund vier Meter auf das Niveau des Bahndamms abgesenkt werden.

Eine Brücke für die Gemeindeverbindungsstraße

Außerdem wird die Überführung für die Gemeindeverbindungsstraße von Rothwind nach Witzmannsberg weiter in Richtung Mainroth an die Landkreisgrenze verschoben. Der vorwiegend landwirtschaftliche Verkehr könne die Umgehung auf der Brücke überqueren und werde anschließend auf einem eigenen Fahrstreifen parallel zur B 289 in Richtung Schwarzach weitergeleitet, bis er bei Rothwind wieder in die Gemeindeverbindung münde. Eine Auffahrt auf die B 289 sei nicht möglich, um den Verkehrsfluss nicht zu behindern, betonte Konstantin Starke. Wegen des Verzichts auf eine Brücke und den niedrigeren Damm werden die Baukosten wohl bei der ursprünglichen Berechnung von 45,5 Millionen Euro bleiben. Während der Bund den Bau finanziere, müsse die Stadt den Unterhalt der Gemeindeverbindungsstraße übernehmen.

„Für uns stand die Offenhaltung des Bahnübergangs in Mainroth an erster Stelle“, bedauerte Günter Knorr (CSU). Wenn das nicht möglich sei, müssten die Landwirte die Grundstücke jenseits von Bahnlinie und Ortsumgehung über Mainklein anfahren, was den Verkehr auf der Bundestraße behindern würde. „Ich verstehe nicht, warum es nicht möglich ist, den Bahnübergang zu erhalten, obwohl das Verkehrsministerium sowohl für die Bundesstraße als auch für die Bahn verantwortlich ist“, betonte Knorr. „Durch die Entlastung für den Ortskern gibt es an anderer Stelle auch längere Wege“, erklärte Konstantin Starke. Eine Stellungnahme des Bauamts und Verhandlungen mit der Bahn über den Bahnübergang zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner hätten kein Ergebnis gebracht. Die Bahn sei allerdings verpflichtet, die Zahl der Bahnübergange zu reduzieren.

Eine Begrünung des geplanten Damms aus Gründen des Lärmschutzes forderte Michael Foltes (CSU). Eine Bepflanzung bringe zwar keinen Lärmschutz, sei aber aus optischen Gründen vorgesehen, erklärte Starke. Die Umgehung verlaufe so weit von der Bebauung entfernt, dass keine Überschreitung der Grenzwerte zu befürchten seien, doch werde auch die neue Planung nach den aktuellen Lärmschutzrichtlinien überprüft. Das gelte auch für den Bereich der Brücke zwischen Mainklein und Mainroth, ein Tempolimit sei im Sinne des Verkehrsflusses dort nicht vorgesehen. „Dann wird da für die Anwohner laut“, warnte Ingrid Kohles (FW). Offen blieb die Frage, wie der Radweg, der an der Horlache auf die andere Seite der Bahnlinie schwenkt, nach Schließung des Übergangs weitergeführt werden soll.

Das Altstadtfest wird im Juli 2023 gefeiert

Das Altstadtfest soll im Juli 2023 gefeiert werden, hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Weil das Fest, das traditionell im Drei-Jahres-Rhythmus ausgerichtet wird, 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war und die Organisation viel Zeit in Anspruch nimmt, bitte die Stadtverwaltung die Räte um ihr Votum, erklärte Bürgermeisterin Christine Frieß. Schließlich müssen ein Festausschuss gegründet, interessierte Vereine angefragt und Musikbands gebucht werden. „Die Frage ist, ob wir das Risiko trotz der Pandemie eingehen wollen“, fasste sie die Überlegungen zusammen. Würde man das Fest auf 2026 verschieben, wäre das Risiko geringer. Eine Verschiebung von Jahr zu Jahr halte sie für zu aufwändig.

Für den Termin 2023 sprach sich Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) aus. Gleichzeitig frage sich, ob man an dem Drei-Jahres-Turnus festhalten müsse und es nicht sinnvoll sei, sich 2024 zu entscheiden. Außerdem forderte sie ein neues Konzept zu erarbeiten, sowohl was den historischen Bezug (Mittelalter) als auch den Bereich, in dem das Fest gefeiert wird, angeht. Für den Drei-Jahres-Turnus und die Ausrichtung 2023 sprach sich Carmen Blüchel-Spindler (CSU) aus. Die Zeit bis dahin reiche für die Planungen. „Der Stadtrat sollte bis dahin das Konzept überdenken, damit es ein Fest wird, hinter dem wir alle stehen“, meinte Dr. Ulrike Dinglreiter (BV).

Aus dem Stadtrat: Diskussion um Rekultivierung der Kiesabbauflächen

Für Diskussionen sorgte ein Antrag der Firma Dietz GmbH auf eine Fristverlängerung für den genehmigten Kiesabbau in der Gemarkung Mainroth bis Ende 2026. Die Verlängerung war unstrittig, aber die Grünen hatten beantragt, die Gelegenheit zu nutzen, vom Landratsamt überprüfen zu lassen, ob das Gelände bei der Rekultivierung besser für den Naturschutz und die Naherholung genutzt werden könne. Bisher hat die Stadt mit dem Unternehmen und den Grundbesitzern vereinbart, dass nach dem Kiesabbau die Hälfte der Fläche für den Naturschutz und die andere wieder für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Zu überlegen sei, ob ein Teil nur extensiv genutzt werden solle, um den Wert für die Allgemeinheit zu erhöhen, regte Bernarda Callens (Grüne) an. Auch ein Rad- und Wanderweg wäre zu prüfen. „Sie wollen die Landwirtschaft beschneiden“, kritisierte Günter Knorr (CSU). Die Landwirte seien auf die Nutzung der Flächen angewiesen, daher sei der Vertrag 1998 mit der hälftigen Regelung ausgearbeitet worden. Der Änderungsantrag wurde abgelehnt (nur sechs Räte von Grünen, FW und Bürgerverein stimmten dafür), die Fristverlängerung beschlossen.

Die Planung für den baulichen Brandschutz bei der Errichtung eines Kinderhauses und der Sanierung der Grundschule wurde für 15 420 Euro an das Ingenieurbüro Fleibau GmbH aus Schwürbitz vergeben.

Gebilligt wurde ein Antrag auf Ablösung eines Stellplatzes in der Leite 12 für 500 Euro im Zuge des Dachausbaus. Zwei der zusätzlich erforderlichen Parkplätze können in der Einfahrt geschaffen werden, für den dritten müsste zwei Bäume gefällt und eine Stützmauer errichtet werden.

Der Beteiligungsbericht der Abwasserwirtschaft Kunstadt (AWK) wurde zur Kenntnis genommen. Burgkunstadt hält 40 Prozent der Anteile, Altenkunstadt 30. Zustimmung gab's zum Jahresabschluss der AWK mit einer Bilanzsumme von 293 049 Euro, einem Gewinnvortrag von 26 857 Euro von 2019 und einem Jahresüberschuss von 3087 Euro.

Der evangelische Kindergarten soll bei der Sanierung des Krippengeländes mit den verbleibenden Spendenmitteln der Sparkasse Coburg-Lichtenfels (2765 Euro) unterstützt werden. Zwei Drittel der Spenden werden in diesem Jahr und 2022 für die Anschaffung einer Schwimmbeckenabdeckung im Freibad verwendet.

Vertagt wurde der Beschluss über ein Bauleitplanverfahren für die Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage bei Mainroth (4,16 Hektar auf den Flurnummern 1438 und 1439). Die Grünen sahen noch Informationsbedarf aufgrund kurzfristig eingegangener Unterlagen. In der Bewertung nach dem Photovoltaik-Leitfaden hat das Vorhaben der Firma Südwerk keine großen Aussichten auf Genehmigung und könnte nur im Ausnahmefall zugelassen werden.

Stellungnahmen zu Vorhaben in Nachbarkommunen, die Burgkunstadter Belange nicht betreffen, sollen dem Bauausschuss künftig nur noch einmal vorgelegt werden. Genehmigt wurde die Aufstellung von Containern für den evangelischen Kindergarten in der Rangengasse 5.

Ebenso die Nutzung der Gewerbefläche im Erdgeschoss des Kronacher Tors 1 als Wohnung und dem Bau eines Technikgebäudes für eine Hackschnitzelheizung in Ebneth, Hauptstraße 16. Wegen der Versiegelung und weil bei Flachdächer keine Begrünung vorgesehen ist, stimmten Sebastian Callens (Grüne) und Thomas Müller (BV) gegen mehrere Bauanträge (Geräteschuppen in Weidnitz und zwei Carports).