Der Weismainer Hutzelbrunnen wird endlich ausgebaut

WEISMAIN

Der Weismainer Hutzelbrunnen wird endlich ausgebaut

Seit langem warten die Anwohner des Hutzelbrunnens auf die Fertigstellung der Bauarbeiten. Die Vorraussetzungen für den Ausbau der Straße hat der Weismainer Stadtrat Weismain. am Dienstagabend geschaffen.

Die überarbeitete Planung der Freiflächen stellte das Büro Ammermann & Döhler aus Bamberg vor. Bürgermeister Michael Zapf erinnerte an den Beginn der Bauarbeiten 2017, weil die Ufermauer der Weismain gegenüber der Neumühle so marode war, dass sie mit Holzbalken gestützt werden musste. In den folgenden Jahren wurden die Versorgungsleitungen und der Kanal gebündelt und auf einer Straßenseite neu verlegt. Zuletzt wurde ein Rechteckbauwerk errichtet, das das Wasser des Plessengrabens und des Weiherwiesengrabens aufnimmt und in die Weismain leitet. Die Fahrbahn wurde provisorisch geschottert, damit die Anlieger sie befahren können.

Kosten von rund 580.000 Euro für den ersten Bauabschnitt

Mit den Anwohnern wurde auf Anregung des Stadtrats vereinbart, auf einen Vollausbau der Straße zu verzichten. Stattdessen soll der ursprüngliche Charakter des Hutzelbrunnens mit seinen Brücken und Stegen wieder erlebbar werden. Daher wurde der Beschluss über einen Vollausbau von 2018 wieder aufgehoben und das Büro Ammermann & Döhler Landschaftsarchitekten aus Bamberg mit der gestalterischen Planung beauftragt. Wegen des Umfangs des Vorhabens wurden mehrere Bauabschnitte gebildet. Erfreulich sei, dass der Kern der Planungen die Erwartungen der Anwohner erfüllte und sie nur wenige Anmerkungen und kleine Anpassungswünsche äußerten, sagte der Bürgermeister.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen knapp 580.000 Euro. Die Regierung von Oberfranken habe in einer ersten Teilbewilligung eine Förderung mit 60 Prozent in Aussicht gestellt, das wären rund 348.000 Euro. Somit bliebe für die Stadt ein Eigenanteil von etwa 232.000 Euro. Die Stadträte stimmten der Planung einstimmig zu. „Wenn der Bewilligungsbescheid eingetroffen ist, kann es endlich losgehen“, kündigte Bürgermeister Michael Zapf an. Mit dem zweiten Bauabschnitt, der bis hinter die Haberbrücke in Richtung altes Feuerwehrhaus reicht, solle 2023 begonnen werden.

Beim Betreibermodell könnte die Stadt das Leitungsnetz verpachten

Die Stadt will den Breitbandausbau vorantreiben. Über die Möglichkeiten für ein Auswahlverfahren informierte Siegbert Reuther von der Reuther NetConsulting. Künftig würden nur noch Glasfaseranschlüsse gefördert, erklärte er. Die bayerische Gigabit-Richtlinie sehe eine Förderung von bis zu 90 Prozent (maximal acht Millionen Euro). Sie ermögliche eine einfache Abwicklung und freie Wahl des Tiefbauverfahrens. Die bundesweite Gigabit-Richtlinie biete ebenfalls eine Förderquote von 90 Prozent ohne Kostendeckelung. Eine eingeschränkte Förderung für Einzelanlagen sei ab 2023 auch mit Supervectoring-Versorgung möglich. Allerdings sei die Abwicklung aufwändiger. Vorgesehen sind dabei mehr als 250Mbit pro Sekunde im Downstream.

Errichtet werden könnten die Leitungen entweder im Wirtschaftlichkeitslückenmodell oder mit einem Betreibermodell, indem die Stadt Glasfaserleitungen oder Leerrohre selbst verlegen lassen, um sie an einen Netzbetreiber zu verpachten. Das bedeute aber zusätzliche Arbeit für die Verwaltung. Sicherlich sei es wirtschaftlich attraktiver da das Netz selbst Geld verdient. Außerdem trage die Stadt auch das Risiko möglicherweise höherer Baukosten. Beim Wirtschaftslückenmodell werden die Netze durch die private Wirtschaft gebaut und betrieben. Interessierte Bürger könnten auch selbst ein Angebot vom Betreiber einholen, und die Stadt würde es dem Ministerium vorlegen. Das sei allerdings eine Kostenfrage, da ein Anschluss mit maximal 6000 Euro gefördert werde. Die Kosten für das Wirtschaftslückenmodell liegen bei rund 9,68 Millionen Euro (Anteil der Stadt: 968.320 Euro), für das Betreibermodell bei 11.39 Millionen Euro (Eigenanteil: 1,13 Millionen Euro). Über die Modelle soll in den nächsten Monaten entschieden werden.

Aus dem Stadtrat

Die Jahresrechnung der Stadt Weismain für 2021 schließt im Verwaltungshaushalt mit 12.031.647 Euro ab, wie Kämmerin Carmen Bezold erläuterte. Im Vermögenshaushalt wurden 7.183.316 Euro eingenommen und 8.388.068 Euro ausgegeben. Der Fehlbetrag von 1.204.751 Euro sei entstanden, weil für die Sanierung der Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen keine Kommunaldarlehen aufgenommen, sondern sie mit Kassenkrediten außerhalb des Haushaltsplans vorfinanziert wurden. Die Auszahlung der Fördermittel wird in den Haushaltsjahren 2022 und 2023 erwartet. Die Verschuldung lag Ende 2021 bei 16,39 Millionen Euro (Ende 2020: 17,.7 Millionen Euro Euro). Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3.438, 80 Euro.

Nach einer Begehung der neuen Fischtreppe am Wasserspielplatz mit Vertretern der ausführenden Baufirma, dem Wasserwirtschaftsamt, dem Staatlichen Bauamt, dem Landratsamt und der Stadt seien Sicherheitsbedenken behoben worden, berichtete Bürgermeister Michael Zapf.

Bei der Kanalsanierung im Bereich Kastenhof-Häfnergasse sei es zu Verzögerungen wegen fehlender Materialien gekommen. Im Juli sollen die Arbeiten beginnen. Für die Freiraumplanung der Innenstadt vom oberen Tor bis zur Kirche müssten noch viele Bürgergespräche geführt werden, so Zapf.

Wegen der geplanten Nahwärmeversorgung werde die Stadt demnächst die in Frage kommenden Grundstückseigentümer anschreiben.

Zuversichtlich sieht der Bürgermeister auch die Weiterführung der Ortserneuerung in Modschiedel. Über Ideen werde diskutiert.