STRÖSSENDORF

Der Strössendorfer Taufengel erinnert an einen Wohltäter

Der Strössendorfer Taufengel erinnert an einen Wohltäter
Seit 325 Jahren ziert der 1696 von Philipp Caspar Pfannenstiel gestiftete Taufengel mit der zinnernen Taufschale den Alt... Foto: Bernd Kleinert

Philipp Caspar Pfannenstiel – ein Name, der unweigerlich erst einmal schmunzeln lässt. Doch der Mann, der sich dahinter verbirgt, ist als bedeutende Persönlichkeit in die Geschichte Strössendorfs eingegangen. Sein verdienstvolles Wirken fällt in eine Zeit, in der nicht nur die evangelische Gemeinde des alten Pfarrdorfs, sondern der Protestantismus generell in ihrer Existenz bedroht waren: die Zeit der Glaubenskriege.

Ein kurzer Blick in die Geschichte: Während die Strössendorfer ihr Gotteshaus erweiterten, gewannen die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in Europa mehr und mehr an Schärfe, was schließlich 1618 zum Ausbruch des 30-Jährigen Krieges führte. Auch das Pfarrdorf am Obermain bekam dessen Härte zu spüren.

Die Weismainer schleppten sogar die Kirchenglocken weg

1629 wurde den Strössendorfern ihre Kirche gewaltsam weggenommen. Sieben Jahre später plünderten Katholiken das Gotteshaus. Alles, was zur Abhaltung von Gottesdiensten benötigt wurde, schleppten die Weismainer davon. Sogar die neuen Glocken holten die Jurastädter vom Turm.

Als der große Glaubenskrieg 1648 mit dem Westfälischen Frieden endete und die Menschen sich von dessen Schrecken allmählich erholten, begann der langsame Wiederaufbau der evangelischen Gemeinde in Strössendorf und die Wiederinstandsetzung der Kirche „Sankt Katharina“. In der Kirchengeschichte des Pfarrdorfs taucht dabei gegen Ende des 17. Jahrhunderts erstmals der Name von Philipp Caspar Pfannenstiel auf.

Der 1664 in Weiden/Oberpfalz geborene Jurist und Hofrat verschiedener Reichsfürsten war oft im Strössendorfer Schloss zu Gast und deshalb auch mit der protestantischen Gemeinde eng verbunden. Mit Rat und Tat stand er den Lutheranern über viele Jahre hinweg zur Seite. So stiftete er 1696 für die Kirche einen Taufstein in Form eines knienden Engels. Die geschnitzte, 1,10 Meter große Figur hält mit beiden Händen das Taufbecken. Seit 325 Jahren ziert der kunstvolle, mit Puttenköpfen und Fruchtbündeln verzierte Taufengel nun schon den Altarraum des Gotteshauses. Die vielen Kinder, die hier den Segen Gottes empfingen, lassen sich nicht zählen.

Ein Bild des Spenders hängt in der von ihm gestifteten Sakristei

Aus dem Jahr 1728 stammt die ebenfalls von Pfannenstiel gestiftete und aus Zinn gefertigte Taufschale. Mit beträchtlichen Geldbeträgen ermöglichte der engagierte Protestant die komplette Neueinrichtung der Sankt-Katharina-Kirche und die Instandsetzung des Pfarrhauses. Was dem evangelischen Gotteshaus noch fehlte, war eine Sakristei. Philipp Caspar Pfannenstiel hatte auch für diesen Wunsch der Gläubigen ein offenes Ohr und übernahm die kompletten Bau- und Einrichtungskosten.

Ein Bild des edlen Spenders in „seiner“ Sakristei und das in Stein gemeißelte Familienwappen der Pfannenstiels im Kirchenschiff erinnern noch heute an den großen Freund, Gönner und Förderer der Strössendorfer Kirchengemeinde. Philipp Caspar Pfannenstiel verstarb am 11. Oktober 1735 in Nürnberg, wo er auch begraben wurde.

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