NIESTEN

Soodbrünnla bei Niesten lädt wieder zur Rast ein

Das „Soodbrünnla“ bei Niesten lädt wieder zur Rast ein
Ein lauschiges Plätzchen: Das „Soodbrünnla“ bei Niesten haben Bettina und Alois Kunstmann wieder freigelegt. Foto: Roland Dietz

Ein verborgenes Kleinod kam jetzt bei Niesten zu Tage. Idyllisch liegt die im Volksmund „Soodbrünnla“ genannte Quelle an der Abzweigung der Straße von Weismain ins beschauliche Niesten. Die völlig zugewachsene Quellfassung haben Bettina und Alois Kunstmann aus Niesten wieder freigelegt.

„Nur das leise Murmeln des Wassers war in stillen Momenten noch zu hören, alles andere war hinter Gestrüpp verborgen.“
Bettina Kunstmann, Niestener

„Vielleicht hat hier schon vor über 300 Jahren ein Ritter der Burg Niesten oder ein vorüberkommender Händler seinen Durst gestillt“, überlegt Bettina Kunstmann. Inzwischen kennen die Quelle nur noch wenige Weismainer. Kein Wunder, denn für vorbeikommende Wanderer war sie nicht mehr zu sehen, weil Gestrüpp und Unterholz alles überwuchert hatten. „Nur das leise Murmeln des Wassers war in stillen Momenten noch zu hören“, erklärt Bettina Kunstmann.

Das „Soodbrünnla“ bei Niesten lädt wieder zur Rast ein
Einen malerischen Anblick bietet das „Soodbrünnla“ nach der Freilegung. Foto: Roland Dietz

Etwa, wenn man auf der Bank am Unterstellhäuschen rastete. „Das Geräusch hat mich neugierig gemacht“, berichtet sie. Auf Nachfrage erinnerten sich einige ältere Niestener an die Quelle, die zugewuchert war wie das Dornröschenschloss. Später erfuhr sie, dass noch während des Zweiten Weltkriegs die Bauern, die die umliegenden Feldern bewirtschafteten, an heißen Sommertagen gerne zur Quelle kamen, um ihren Durst zu löschen und sich abzukühlen.

Zusammen mit ihrem Mann Alois begann Bettina Kunstmann, die Quelle aus ihrem Dornröschenschlaf zu befreien. Nachdem sie das Dickicht gelichtet hatten, stellten sie fest, dass in einer Tiefe von 1,50 Meter die kleine Quelle sauberes, frisches Wasser zu Tage förderte. Der Ehrgeiz der beiden Naturfreunde war nun endgültig geweckt. Sie beschlossen, das Umfeld der Quelle nicht nur freizulegen, sondern auch ansprechend zu gestalten.

Gelungene Brunnenfassung mit Bruchsteinen und neuen Pflanzen

Das „Soodbrünnla“ bei Niesten lädt wieder zur Rast ein
Stolz auf ihr Werk sind die Naturfreunde Bettina und Alois Kunstmann. Foto: Roland Dietz

Die Betonplatten, von denen keiner mehr weiß, wann sie angebracht wurden, verwendete Alois Kunstmann, um einen Treppe zum Quelltrog anzulegen. Bettina und Alois Kunstmann sammelten Dolomitfindlinge, um das Ganze einzurahmen. Wichtig war ihnen dabei, dass die Materialien zur Landschaft passen. Und so gestaltete Alois Kunstmann mit den Steinen, Pflanzen und einer Holztafel mit der Aufschrift „Soodbrünnla“ einen ansprechenden Platz.

Die Wanderer, Fahrradfahrer und Ausflügler, die an Niesten vorbeikommen, können jetzt neben der Ruine der Niestener Burg, einer fantastischen Aussicht und der anmutigen Kapelle ein drittes Kleinod der kleinen Ortschaft bewundern.

Zurzeit fließt das Wasser der Quelle unter der Straße hindurch in die Krassach. Ob es Trinkwasserqualität hat, müsste geprüft werden. Für die Qualität spricht, dass der bekannte Bienenzüchter Georg Dietz dort Wasser für seine Bienen holte, weil er meinte, es bekomme ihnen besonders gut. „Vielleicht sind wir ja auf eine Mineralwasserquelle gestoßen, die Weismain regelrecht Geld in den Stadtsäckel spülen könnte“, scherzt Alois Kunstmann.

Schlagworte