BURGKUNSTADT

Darf ein Feuerwehrhaus 800 000 Euro kosten?

Einen Ersatz für das marode Gerätehaus fordert die Freiwillige Feuerwehr Theisau. Weder Toiletten noch eine Heizung sind in dem Gebäude vorhanden. Jetzt hat der Stadtrat im Haushalt 800 000 Euro für einen Neubau eingeplant. Foto: Dieter Radziej

Engagiert diskutierte der Stadtrat vor der Abstimmung über den Haushaltplan über das geplante Feuerwehrhaus für Theisau und die Bebauung des Festplatzes. Das hatten Bürgerverein, Grüne und FW beantragt.

Eine Deckelung der Kosten für das Feuerwehrhaus auf 650 000 Euro, wie ursprünglich vorgesehen, statt der veranschlagten 800 000 Euro forderte Andreas Kothmann (Grüne). „Andere Kommunen schaffen es, die Kosten durch Eigenleistung stark zu senken, warum gelingt uns das nicht“, wunderte sich Ingrid Kohles (FW) und forderte die Verwaltung auf, sich nach Einsparmöglichkeiten zu erkundigen. Wenn man die Eigenleistung berücksichtige, sei eine Decklung machbar, meinte Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW). Der Neubau sei für die Wehr wichtig, doch alle Stadtteile sollten gleich behandelt werden. „Ohne Deckelung gehen die Baukosten durch die Decke“, warnte Dr. Ulrike Dinglreiter (BV).

Auf die explodierenden Baukosten verwies Marco Hennemann (CSU). „Sollen wir die Fenster weglassen, wenn das Geld nicht reicht?“ wunderte er sich. Auf die Notwendigkeit des Gerätehauses, um die Wehr einsatzfähig zu halten, verwies Günter Knorr (CSU). Wenn die Kostenschätzung vorliege, könne man immer noch über Einsparungsmöglichkeiten diskutieren. „Was nützt uns die Deckelung, wenn wir sie nicht einhalten können?“, warnte Dieter Schmiedel (SPD). Bei fünf Gegenstimmen (Susanne Bock von Wülfingen, Michael Doppel, Ulrike Dinglreiter, Thomas Müller und Andreas Kothmann wurden die 800 000 Euro bewilligt.

Für Diskussionen sorgte auch die geplante Bebauung des Festplatzes mit Wohngebäuden. Einen Entwurf dafür wird der Planer Franz Ulrich im April vorlegen. Danach könnte das Vorhaben für Investoren ausgeschrieben werden. Für den Fall, dass sich kein Investor findet, werden auf Vorschlag von Thomas Müller (BV) 20 000 Euro im Haushalt eingestellt, um eine eigenständige Planung schnellstmöglich weiterzutreiben.

Die Finanzplanung bis 2025, die für Investitionen eine Verschuldung von bis zu 17,28 Millionen Euro einkalkuliert, wurde bei vier Gegenstimmen (Ulrike Dinglreiter, Thomas Müller, Susanne Bock von Wüflingen und Michael Doppel) gebilligt. Der Stellenplan, der eine zusätzlich Stelle für einen Bauingenieur zur Bewältigung des Schulberg-Projekts vorsieht, wurde gegen die Stimmen von Susanne Bock von Wülfingen, Michael Doppel, Andreas Will, Ulrike Dinglreiter und Andreas Kothmann beschlossen.

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