LICHTENFELS/BURGKUNSTADT

Corona bedrohte das Leben von Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich

Stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende und Ärztin Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich in ihrem Haus in Burgkunstadt. Ihre Erkrankung an dem Corona-Virus verlief Lebensgefährlich. Foto: BRK

„Das Corona-Virus ist für die Menschen einfach zu gefährlich.“ Mit diesen Worten fasst die stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes Lichtenfels, Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich, das lebensbedrohliche Potenzial der Infektionskrankheit zusammen und appelliert gleichzeitig an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen, sobald die Möglichkeiten hierzu gegeben sind. Sie weiß, wovon sie spricht. Die Erkrankung durch das Virus hätte ihr fast das Leben gekostet. Noch jetzt kämpft sie mit den Folgen.

Letztlich werde es die Chance auf Normalität nur über das Impfen geben, erklärt sie in einer Pressemitteilung des BRK-Kreisverbands Lichtenfels. Ihr Ehrenamt in einer Hilfsorganisation, aber auch ihre berufliche Tätigkeit als niedergelassene Ärztin, sieht sie indes als Auftrag, aufzuklären und zu ermuntern, jede Möglichkeit zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen.

Eine schmerzhafte Erfahrung

„Pandemie“ sei zwar ein großes Wort für einen einzelnen Menschen, so die Rotkreuzlerin. Dennoch beginne die Bekämpfung in den eigenen vier Wänden und sei eine höchstpersönliche Angelegenheit. Sie selbst musste schmerzlich erfahren, wie es ist, an Corona zu erkranken. Es gäbe zwar milde Krankheitsverläufe, aber auch ganz schwere. Von letzterem war sie betroffen.

„„Wenn man sich vorstellt, dass ohne jede Schutzmaßnahmen noch größere und dramatischere Ausmaße in

der Bevölkerung zu erwarten wären, kann einem das

Angst machen.“

Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich, Ärztin

Im Oktober 2020 wurde bei ihr und ihrem Ehemann eine Corona-Infektion festgestellt. Bis heute können sich die Eheleute nicht erklären, wie es zu einer Ansteckung kommen konnte. Da sie als praktizierende Ärztin ständigen Risiken ausgesetzt sei, habe sie stets auf ihren Schutz geachtet. Dennoch gelang es dem Virus „einen Weg zu finden“, wie es Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich ausdrückte. Während sich ihr Ehemann relativ schnell von der Krankheit erholte, durchlitt die Ärztin eine schwere, ja lebensbedrohliche Erkrankung.

Corona ist eine multiple Lungenerkrankung, die dem gesamten Atmungssystem schwer zusetze. Das Gefühl, keine Luft zu bekommen, ist nicht nur eine körperliche Belastung, sondern zusätzlich ein traumatisches Erlebnis. Immerhin schwinge die Angst mit, die Luft reiche nicht mehr aus. Schließlich musste sie auf die Intensivstation des Klinikums Lichtenfels verbracht und in ein künstliches Koma versetzt werden, da die körperliche Belastung zu groß wurde.

Mit dem Hubschrauber in die Spezialklinik

Es folgte die Beatmung und die Verlegung mit Hubschrauber in die Spezialabteilung für Corona-Erkrankte der Uniklinik Würzburg. Erst Ende Dezember konnte die Rotkreuz-Aktive nach einer Anschlussheilbehandlung in Erlangen die stationären Klinikaufenthalte beenden. Noch immer spüre sie die Erkrankung, da das Treppensteigen schwer falle und man „schnell außer Atem“ gerate. Für sie bedeute das daher, noch viel Geduld bei der Genesung aufzubringen

„Wenn man sich vorstellt, dass ohne jede Schutzmaßnahmen noch größere und dramatischere Ausmaße in der Bevölkerung zu erwarten wären, kann einem das Angst machen“, so Dr. Birgit Hufenbeck-Lieb. Sie appelliere daher, den eigenen Schutz und die persönliche Umgebung nicht zu vernachlässigen. Schließlich spannt sie den Bogen zu den Einsatzkräften im Gesundheits- und Pflegewesen.

Sie kenne als Stellvertretende Vorsitzende des Roten Kreuzes nur zu gut die Dienste im Haupt- und Ehrenamt. Die Arbeit als niedergelassene Ärztin verdeutliche ihr zudem die großartigen Leistungen in den Kliniken und Arztpraxen. Daher dürfe der Einsatz all dieser Menschen bei der Bewältigung der Pandemie nicht umsonst sein. Das wäre es aber, wenn alle Bürgerinnen und Bürger im täglichen Leben auf sich und ihre Mitmenschen nicht achteten und die später angebotenen Impfmöglichkeiten nicht nutzten, so Dr. Birgit Hufenbeck-Liebich abschließend, die zum Glück schon wieder als Ärztin praktiziert. (red)

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