BURGKUNSTADT

Burgkunstadter Stadtratsfraktionen in Klima-Klausur

Zu einem Workshop „Klima“ traf sich die Mehrheit der Burgkunstadter Stadträte im Feuerwehrhaus, um außerhalb einer Sitzungstagesordnung intensiver diskutieren zu können. „Das Klima treibt uns um, deshalb wollen wir heute eine Art Wegsuche betreiben, wie wir unser Ziel erreichen, bis 2040 klimaneutral zu sein“, sagte Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen und freute sich, dass auch Jörg Weiß von der Stadtverwaltung am Workshop teilnahm.

Nachhaltige und naturnahe Energieversorgung für alle

Mit zwei Impulsvorträgen stiegen die Anwesenden näher in die Thematik ein. Oliver Partheymüller stellte das Modell „Raiffeisenbank Bürgersolarpark Küps“ vor. Der Solarpark Küps ging bereits 2017 ans Netz. Die Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim eG, in deren Auftrag der Solarpark gebaut wurde, bot den Einwohnern eine Beteiligung in Form einer Solar-Anleihe an, dieses Modell der Bürgerbeteiligung ist inzwischen allgemein üblich.

Möglich wäre seit der Novellierung des EEG 2021 (Erneuerbare Energien Gesetz) auch eine finanzielle Beteiligung der Kommunen, erläuterte der Referent. Das heißt, eine Kommune könnte bei einer Anlage mit einer Größe von 10.000 kWp auf 20 Jahre bezogen 400.000 Euro erzielen. Kilowatt-Peak (kWp) ist ein besonderes Maß, das ausschließlich zur Messung der Leistung von Photovoltaikanlagen verwendet wird.

Der nächste Referent war Christopher Kohles von der Südwerk-Firmengruppe mit Sitz in Burgkunstadt. Sein Fokus liegt auf Planung, Umsetzung und Betrieb von Freiland-Photovoltaikanlagen. Burgkunstadt strebt eine nachhaltige und naturnahe Energieversorgung für alle an und dabei stellt sich die Frage, was passt zu Burgkunstadt?

Referenten sind sich einig: Der Mix macht's

Die derzeitige Energiepreiserhöhung ist existenzbedrohend, die Energieversorgung ist eine Frage der nationalen Sicherheit. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass der Stadtrat in der Märzsitzung den Beschluss gefasst hat, bis 2040 die Klimaneutralität erreichen zu wollen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, darin waren sich alle anwesenden Stadträte einig. Deshalb rückte auch die Entscheidungsmatrix immer mehr in den Mittelpunkt, die im Moment als Grundlagenpapier für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage dient.

Beide Referenten wiesen ausdrücklich auf den Mix der Energiegewinnung (PV-Freiflächen, Wasser, Wind, aber auch PV auf kommunalen und privaten Hausdächern) hin. Schließlich könne auch jeder einzelne Bürger etwas zur Klimaneutralität beitragen.

Bei der Diskussionsrunde kamen letztlich alle zu dem Schluss, dass der Stadtrat die Entscheidungsmatrix auf den Prüfstand stellen und neu justieren muss. „Wir müssen dringend Möglichkeiten schaffen, um Freiflächen-PV-Anlagen zu genehmigen, sonst können wir unser Klimaziel nicht erreichen“, war eine wichtige Erkenntnis dieses aufschlussreichen Nachmittags.

„Wir müssen dringend Möglichkeiten schaffen, um Freiflächen-PV-Anlagen zu genehmigen, sonst können wir unser Klimaziel nicht erreichen.“
Wichtigste Erkenntnis des Nachmittags

Dass das nur gemeinsam mit der gesamten Bürgerschaft geht, war auch unumstritten. Eine finanzielle Bürgerbeteiligung bei solchen Anlagen ist inzwischen verpflichtend. Dass das auf großes Interesse stößt, hat man auch beim Solarpark Küps gesehen, denn die Anteile waren innerhalb weniger Wochen gezeichnet.

Eine letzte Frage aus der Runde galt dem Recycling der Module. Auch hier konnten die Experten beruhigen: Bei den Modulen der neueren Generation sind etwa 98 Prozent der Wertstoffe recycelbar.

Mit einem gemütlichen Abschluss im Gasthof Drei Kronen ließ man den dritten Workshop der Fraktionen des Burgkunstadter Stadtrates ausklingen.

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