BURGKUNSTADT

Burgkunstadter Schüler engagieren sich für den Frieden

Burgkunstadter Schüler engagieren sich für den Frieden
Victory-Zeichen für die Ukraine: Solidarität zeigen die Schüler der Friedrich-Baur-Grundschule und Rektorin Susi Krauß mit ihrer Aktion. Foto: Roland Dietz

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine konfrontiert die Schüler der Friedrich-Baur-Grundschule in Burgkunstadt mit den Schattenseiten der Politik. „Durch die Beschäftigung mit dem Thema „Frieden für die Ukraine“ lernen die Kinder in praktischer Form, was Demokratie bedeutet, erklärt Schulleiterin Susi Krauß. Die Lehrerinnen und Lehrer integrieren die Auseinandersetzung mit der aktuellen Tagespolitik und Überlegungen, wie den Menschen in der Ukraine geholfen werden kann, in die pädagogische Arbeit.

„Die Arbeit zu 'Schule ohne Rassismus und Schule mit Courage' sind Projekte gewesen, die uns weitergebracht haben und nun gelebt werden“, berichtet Susi Krauß. Schon beim Betreten des Schulhauses fällt ein Tisch ins Auge, auf dem eine Präsentation zu den Wertvorstellungen und dem Konzept der „Schule ohne Rassismus“ aufgebaut sind. An praktischen Beispielen („Wie freundlich grüße ich Andere?“, „Wann wäre es Zeit, den Mund zu halten?“, „Wie akzeptiere ich die Mitschüler und Lehrer?“) werden die Werte allgemeinverständlich vermittelt.

Die Erfahrung, dass in Europa ein Krieg ausbricht, beschäftigt die Kinder

„Wir halten zusammen“ steht an den Klassenzimmern und im Eingangsbereich leuchten die Nationalfarben der Ukraine (blau-gelb) an einer Säule. Sie zeigen, dass Schüler und Lehrer überzeugt sind, dass jeder etwas dafür tun kann, um zu verhindern, dass andere Menschen im Leid leben müssen.

Burgkunstadter Schüler engagieren sich für den Frieden
Kreativer Appell für ein baldiges Ende des sinnlosen Kriegs in der Ukraine: Rektorin Susi Krauß vor den Arbeiten der Sch... Foto: Roland Dietz

Dass Zerstörung, Verfolgung, Hunger, Kriegsopfer und Flüchtlinge nicht mehr Nachrichten aus fernen Erdteilen sind, sondern durch den Krieg in der Ukraine täglich mitten in Europa geschehen, wissen die Schülerinnen und Schüler. So traten sie an die Lehrer heran mit der Frage: „Was können wir tun“? Die Antwort war klar. „Wir müssen uns damit beschäftigen“, erzählt Philipp. Da kam es gerade recht, dass in Heimat- und Sachkunde das Thema Europa auf dem Unterrichtsplan stand. Also wurde beschlossen, sich mit der Ukraine zu beschäftigen.

Wie die Menschen in der Ukraine leben

„Wenn man über das Land etwas weiß, tut man sich leichter, mögliche Flüchtlinge und ihre Kinder, die zu uns kommen besser zu verstehen“, erklärt Philipp. Also erarbeiteten die Schüler einen Steckbrief über die Ukraine. Sie lernten, dass das osteuropäische Land am Schwarzen Meer liegt und Ungarn, Polen, Weißrussland, Rumänien, Moldvien, die Slowakei und Russland als Nachbarn hat. Als Hauptspeisen sind Warenki (ukrainische Teigtaschen) und Borschtsch, eine Gemüsesuppe, beliebt.

Burgkunstadter Schüler engagieren sich für den Frieden
Viele Gedanken hat sich Alice (Klasse 4b) zu viele Problemen weltweit gemacht und sie zu Papier gebracht. Foto: Roland Dietz

Sie lernten das ostslawische Strickmuster Wyschywanka kennen, das in der ukrainischen Region als Kulturgut angesehen wird. Außerdem erfuhren sie, dass der Storch das Nationaltier ist und die die Farben der Nationalflagge, Gelb und Blau, für den Himmel stehen. Überrascht waren viele darüber, dass die Ukraine eines der größten Getreideproduktionsländer der Welt ist. 43 Millionen Menschen leben dort. Diese Informationen wurde an die Säule im Eingangsbereich geheftet.

Im Religionsunterricht sprachen die Kinder über die Grausamkeit des Krieges und welche Ängste ihnen das bereitet. Sie malten Friedensbilder und schrieben Friedensgedichte auf. Außerdem lernten sie wichtige Wörter in ukrainischer Sprache kennen.

Burgkunstadter Schüler engagieren sich für den Frieden
Schlüsselanhänger in bunten Farben gab es für die Spender der Ukrainehilfe. Foto: Roland Dietz

Um direkt zu helfen, beschlossen die Schülerinnen und Schüler, Geld zu sammeln, um Hilfsgüter für die Not leidenden Menschen zu finanzieren. Etwa für Notstromaggregate, da weite Teile des Stromnetzes in der Ukraine zusammengebrochen sind. Sie verfassten einen Spendenaufruf, der auch an alle Eltern verschickt wurde. Wenn jeder nur einen Euro spenden würde kämen 174 Euro an der Friedrich Baur-Grundschule zusammen, rechneten sie darin vor. Für Spender bastelten sie kleine Geschenke wie Schlüsselanhänger, Friedenstauben und Herzen in den ukrainischen Farben.

„Am bewegendsten war es, als eine Schülerin aus Syrien, die selbst weiß, was Krieg und Not bedeuten, ihr buchstäblich letztes Taschengeld spendete.“
Susi Krauß, Schulleiterin

„Am bewegendsten war es, als eine Schülern aus Syrien, die selbst weiß, was Krieg und Not bedeuten, ihr buchstäblich letztes Taschengeld von 48 Cent spendete“, berichtet Rektorin Susi Krauß sichtlich bewegt. „Wir können keinen Krieg gewinnen, aber wir können so helfen“, wurde den Kindern durch die Aktion bewusst. Aussichtlose Situationen können sich zum Guten wenden, wie die Geschichte zeigt. Bildlich hatte ein Schüler das mit dem Sieg von David über Goliath ausgedrückt.

Bei der Spendenaktion kam die beachtliche Summe von 1356 Euro zusammen. Die Spenden werden an die Ukraine-Hilfe Lobetal übergeben. Diese Organisation wird unterstützt durch die evanglisch-lutherische Kirchengemeinde Burgkunstadt.

Weitere Spenden können mit dem Vermerk „Ukraine Hilfe“ auf das Konto IBAN: DE71 7835 0000 0092 5221 43, BIC: BYLADEMICOB eingezahlt werden.

 

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