BURGKUNSTADT

Burgkunstadter Gymnasiasten bekennen Farbe

Burgkunstadter Gymnasiasten bekennen Farbe
Anlässlich des Pride-Months hat sich die „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“-Gruppe dazu entschieden, verschied... Foto: Roland Dietz

Sehr intensiv hat sich im Gymnasium Burgkunstadt die Gruppe „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ mit dem Thema Diskriminierung in der Öffentlichkeit zum Pride-Month beschäftigt.

Dies umfasst alle diejenigen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Identität der „Heteronormativität“ abweichen, zum Beispiel Homosexuelle, Lesben, Bisexuelle oder Transgender und sich LGBTQ-Szene nennt. Dass dies in der Burgkunstadter Schule gerade in einer Phase geschah, als ganz Europa darüber diskutierte, ob man bei der Fußball–EM sprichwörtlich Farbe bekennen sollte und als Zeichen die Allianz–Arena in München beim Spiel Deutschland – Ungarn in Regenbogenfarben zum Leuchten zu bringen sollte, sei rein zufällig, erklärt StudiendirektorinDr. Melanie Fischer-Geiger.

Aktion war schon länger geplant

Die Aktion im Gymnasium war schon länger geplant. Doch in Zeiten, in denen im EU-Land Ungarn diskriminierende Gesetze erlassen werden und weltweit die LGTBQ-Szene noch immer in vielen Ländern brutal verfolgt wird, zeigt es die Wichtigkeit für ein Zusammenleben mit gleichen Rechten für alle.

Burgkunstadter Gymnasiasten bekennen Farbe
Mit Regenbogenfähnchen und dem Aufhängen verschiedener LGBTQ-Fahnen im Schulhaus weist die Arbeitsgruppe „Schule ohne Ra... Foto: Roland Dietz

In Ungarn ist es nun zum Beispiel Lehrern verboten, auf die wissenschaftliche Tatsache hinzuweisen, dass Homosexualität eine Variante normalen sexuellen Verhaltens ist und dass der Mensch noch nie ein sexuell binäres Wesen war. Angeblich sollen dadurch Kinder vor Missbrauch geschützt werden. Kritiker sehen in dem Gesetz jedoch einen Versuch Schwule und Lesben als Abnormale zu stigmatisieren.

Ungarns Präsident Viktor Orbán macht auf einem weiteren Feld Stimmung gegen eine liberale Gesellschaft und diskriminiert nun eine weitere eine Minderheit. Ein Vorgang, gegen den die Europäische Union bereits rechtliche Schritte angekündigt hat.

Anlässlich des Pride-Months-Day hat sich die „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“-Gruppe des Gymnasiums Burgkunstadt unter der Leitung von Gabriele Görlich in diesem Jahr dazu entschieden, sich dieses wichtigen Themas anzunehmen.

Polizei prügelte grundlos Schwule

Der sogenannte Pride-Months-Day geht auf das Jahr 1969 zurück. So kam es am 28. Juni 1969 kam es zu einem geschichtsträchtigen Polizeieinsatz im „Stonewall Inn” in Manhattan (New York). Dieses Lokal war eine bekannte Gay-Bar wo sich meist homosexuelle Männer trafen. Bei dem besagten Polizeieinsatz kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den Beamten und den Besuchern der Bar. Die Polizei zerrte die Männer auf die Straße und verprügelte sie grundlos.

Immer wieder gab es in der damaligen Zeit Razzien in ähnlichen Lokalen. Doch nach dem Ereignis im „Stonewall Inn” beschloss die Community, sich zu wehren. An den darauffolgenden drei Tagen demonstrierten tausende Menschen auf den Straßen von New York. Ein Jahr später fanden zum Jahrestag schließlich die ersten „Gay Parades” und „Pride Parades” in New York und anderen US-Städten statt. Seither feiert die LGBTQ-Gemeinschaft den Beginn ihres Widerstands gegen Gewalt und Diskriminierung im Jahr 1969 den „Christopher Street”-Day (28. Juni). Benannt nach der Straße, auf der das „Stonewall Inn” liegt.

Die Abkürzung LGBT oder LGBTQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen. Unter dem Begriff Pride setzte sich die LGBTQ-Gemeinschaft für einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen sexuellen Identität ein. Zuerst kam im Englischen die Organisation als Zusammenschluss von Personen mit den entsprechenden sexuellen Orientierungen im Kampf gegen Diskriminierungen auf.

Aber warum wurde der sogenannte „Pride Month” überhaupt ins Leben gerufen? Der Juni steht ganz im Zeichen von Gleichberechtigung und Diversität. In diesem Monat finden auch in den meisten Städten der Welt die sogenannten „Pride Parades” statt. Obwohl damit heute gefeiert wird, dass sich für die Mitglieder der LGBTQ-Community bereits viel in der Welt getan hat gibt es leider immer noch Diskriminierungen gegen Minderheiten in ihrer sexuellen Ausrichtung und das noch viel zu oft. Seitdem wird der Juni dafür genutzt, Menschen aller sexueller Orientierungen Aufmerksamkeit zu schenken und das Bewusstsein für Gleichberechtigung zu stärken.

Burgkunstadter Gymnasiasten bekennen Farbe
Eine große Regenbogenflagge ist auf den Mast am Eingang des Gymnasiums Burgkunstadt aufgezogen worden. Foto: Roland Dietz

Die Regenbogenfahnen sind inzwischen das eindeutige Symbol der LGBTQ-Community. Erst 1978, also acht Jahre nach der ersten „Pride Parade”, wurde die bunte Fahne zum Symbol für Diversität. Damals gab der offen homosexuelle Politiker Harvey Milk dem Künstler Gilbert Baker den Auftrag, ein Symbol für die anstehende „Pride Parade” in New York zu designen. Dieser wollte eine Fahne, die an die Streifen der US-Flagge erinnert, kombiniert mit einem Symbol für Diversität erschaffen. Seit diesem Tag wehen auf der ganzen Welt die Regenbogenfahnen als Zeichen der „Pride Parade”.

Mit Stolz gegen Unterdrückung

Mit diesen Flaggen drücken diese Gruppen, denen häufig Diskriminierung widerfährt, ihren Stolz aus, zur LGBTQ+ Szene zu gehören. Und hier hatte die „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“-Gruppe des Gymnasiums Burgkunstadts sich dazu entschieden, tätig zu werden. Um als Schule die Unterstützung für diese Gruppen zu zeigen, wurde unter anderem eine Regenbogenflagge vor der Schule, welche ein Symbol für Vielfalt, Toleranz und Offenheit ist, und einige weitere Flaggen im ganzen Schulhaus angebracht.

Auch gelang es, kleine Regenbogenfähnchen zu verteilen, erzählen Celina Schnapp und Katharina Rühr aus der Klasse 10b. Mit dieser Aktion soll nicht nur das Schulhaus bunter gestaltet, sondern auch die Toleranz unterschiedlicher sexueller Ausrichtungen und unsere Ablehnung gegen Diskriminierung jeder Art repräsentiert werden.

 

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