Burgkunstadt investiert in den Kanal- und Straßenbau

BURGKUNSTADT

Burgkunstadt investiert in den Kanal- und Straßenbau

Wegen der angespannten Corona-Situation war in der Bürgerversammlung der Stadt Burgkunstadt eine größere Debatte kaum möglich. Dennoch waren immerhin rund 35 Bürger gekommen. Sie saßen mit Infektionsschutzmasken in weitem Abstand zueinander im Saal. Fragen stellten sie allerdings nicht. Einzig Bernd Weickert hatte acht Anträge schriftlich eingereicht. Sie wurden von der Versammlung ohne weitere Nachfragen mit großer Mehrheit abgelehnt. Nur sein Antrag auf Veröffentlichung von Beschlüssen aus nichtöffentlichen Stadtratssitzungen wurde von Thomas Müller (Bürgerverein) unterstützt.

Von zwei intensiven und außergewöhnlichen Jahren sprach Bürgermeisterin Christine Frieß in ihrem Rückblick auf 2020 und 2021. „Das Virus brachte fast schon traumatische Ereignisse mit sich“, sagte sie. Insgesamt könne man im städtischen Bereich trotzdem zufrieden sein. Die Hygienemaßnahmen der Stadt hätten sich gut bewährt.

„Das Virus brachte fast schon traumatische Ereignisse mit sich, aber die Hygienemaßnahmen der Stadt haben sich gut bewährt.“
Christine Frieß, Bürgermeisterin

So habe es beim Transport mit dem Bürgerbus durch das umsichtige Handeln von Dieter Geyer, Karl-Heinz Kohles und Heinz Petterich und ihren Fahrern keine Probleme gegeben. Ebenso sei es im Freibad Kunomare gewesen. Auch nach der Verabschiedung von Bademeister Alexander Ring klappe mit seinen Nachfolgern Sven Jetschina und Thomas Horn und ihrem Team mit einer perfekten Organisation alles. Es bestehe immer ein hervorragendes Verhältnis zu den Badegästen. „Ob Kinderfest, White Paddle, Poolparty oder Griechischer Abend – bei gekürzter Badezeit erst ab Juni hatten alle viel Spaß im Freibad“, betonte Christine Frieß. Sehr dankbar zeigte sie sich über Spenden der Sparkasse, der Raiffeisenbank und der Feuerwehrjugend für Spielgeräte und die Anschaffung einer Becken-Abdeckplane für das Bad.

Ein Schwerpunkt der städtischen Investitionen lag auf der Sanierung von Kanälen und Straßen. So wurde die Straße von Eben nach Schmeilsdorf fertiggestellt. Ebenso die Dr.-Bullingerstraße, der Plan und Weihersbach, der Wald- und Flurweg Neuses-Weidnitz und das Buswartehäuschen in Weidnitz. Die Horlache in Mainroth, die Hainweiherer Straße, der Danziger Weg und Anger Süd stehen vor ihrer Fertigstellung. Ebenso der Ausbau des Gesellschaftsraums des Kirchleiner Feuerwehrhauses. „Die meisten Maßnahmen liegen im Förderungsbereich von RZWas und sind eine maßgebliche Aufwertung der Stadt“, betonte die Bürgermeisterin

Trotz großer Investitionen sinkt die Verschuldung um 800 000 Euro

Leider waren waren wegen der Pandemie keine Feiern zum Abschluss der Arbeiten möglich, bedauerte sie. Dank sagte sie den Anliegern für ihre Geduld. Obwohl viele Projekte begonnen wurden, habe sich die Gesamtverschuldung der Stadt um 800 000 Euro auf 9,138 Millionen Euro Euro verringert. Umgerechnet auf 6416 Einwohner entspreche das einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1424 Euro.

Der Breitbandausbau wurde in Wildenroth, Gärtenroth, Mainroth und Mainklein fortgesetzt. Die Kosten von 775 000 Euro wurden zu 90 Prozent bezuschusst.

Erfreulich sei die Auszeichnung der Friedrich-Baur-Grundschule als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und als „Umweltschule Europas“ für vorbildliche Müllvermeidung und Mülltrennung. Wegen der Corona-Pandemie habe die Stadt für die Schule Luftreinigungsgeräte sowie I-Pads zum Ausleihen angeschafft. Markus Pülz wurde vom technischen Leiter im Bauwesen zum Stadtbaumeister ernannt. Die DLRG Burgkunstadt feierte im Freibad ihr Jubiläum. Besondere Verdienste haben sich die Wasserretter mit dem Angebot von Corona-Schnelltests gemacht, um Besuche von Angehörigen im Kathi-Baur-Alten zu ermöglichen. Viel Freude bereiteten sie zur Weihnachtszeit, als sie mit einen Weihnachtsboot und dem Nikolaus durch Burgkunstadt fuhren. Auch war das Lichterhaus in der Weihnachtszeit, das Anja Dießenbacher wieder geschmückt hatte, ein Highlight.

Als neue Ortsprecher wurden Bernd Weich für Gärtenroth und Clemens Müller für Kirchlein gewählt. Dort wurde mit Thomas Dembowski auch ein neuer Beauftragter der Teilnehmergemeinschaft (Flurbereinigung) gewählt.

„Schön war es, dass der FC Burgkunstadt mit dem Abhalten der weltlichen Kirchweih etwas Normalität in das Leben gebracht hat“, betonte die Bürgermeisterin. Eine Bereicherung sei auch der Kinosommer auf der Sportanlage gewesem. Ebenso der Einsatz des Saftmobils zur Apfelernte, was den Kindern in den Kindergärten gesunden Saft bescherte.

Demonstrationen für Ortsumgehung und Bahnübergänge

Eine Demonstration gab es in Mainroth für eine Ortsumgehung. „Dies ist eine dringende Maßnahme, die den Mainrother Bürgern hoffentlich wieder mehr Lebensqualität bietet“, betonte Christine Frieß. In Mainklein demonstrierten Bürger für den Erhalt der Bahnübergänge. Obwohl es bedauerlich war, dass die 900-Jahr-Feier nicht abgehalten werden konnte, habe die Aktion „Mainroth leuchtet“ ein tolles Lichterspektakel geboten. Erfreulich seien einige Geschäftseröffnungen wie Optik Schneider, ein Friseurgeschäft, ein Kosmtikgeschäft und ein DHL-Zentrum in der Au. Gut angekommen sei auch das Sharing der Kneipe „Rößla“ auf dem Marktplatz, wo Frühstück angeboten wird.

Viel beachtet wurde das Projekt „Schuhfenster“, bei dem in leeren Schaufenstern Schuhe und Werkzeug aus der Ära der Schuhindustrie in Burgkunstadt ausgestellt wurden. Ebenso fand das Haus der Familie Jahn mit den Märchenmotiven guten Anklang. Besucht hatten beide Bürgermeisterinnen die Partnergemeinde Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge zusammen mit der Feuerwehr Ebneth-Hainweiher zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum.

Mit dem den Förderpreis für Umwelt- und Naturschutz im Landkreis Lichtenfels wurde Dieter Weberpals ausgezeichnet. Ulrike Koch wurde geehrt für ihre langjährige Tätigkeit im kommunalen Bereich. „Mit Rita Deuerling lebt eine der bekanntesten Fußballer-Omas in Burgkunstadt“, freute sich die Bürgermeisterin. Und der aus Neues stammende Heiko Groß alias DJ Trulli sorge auch in der Pandemie immer für gute Stimmung.

Ein lange gewünschtes Projekt sei der Bau von Wohnungen für ältere Menschen durch die Friedrich-Baur-GmbH in der Bahnhofstraße. Sehr spannend sei das Projekt „Zukunftswald“, bei dem im Stadtwald neuartige Baumarten gepflanzt werden, unterstützt vom Bürgerverein und der Bürgerstiftung. Erfreulich sei die Fortsetzung der kommunalen Zusammenarbeit in vielen Bereich, doch leider waren wegen der Pandemie keine gemeinsame Veranstaltungen möglich, so die Bürgermeisterin. Sie dankte der Verwaltung und allen, die sich in den vergangenen beiden Jahren für die Stadt Burgkunstadt eingesetzt haben.