BURGKUNSTADT

Burgkunstadt: Grundstückseigentümer ins Boot holen

An der Bahnhofstraße in Burgkunstadt entsteht momentan neuer Wohnraum. Ein privater Investor errichtet hier eine Immobilie mit rund 30 Wohnungen. Foto: Roger Martin

In den eigenen vier Wänden wohnen: Das ist der Traum vieler. Im Gegensatz zu den Ballungsgebieten, wo Grundstücke und Immobilien vergleichsweise teuer sind, kann der Wunsch vom eigenen Haus in ländlichen Gegenden eher in Erfüllung gehen. Aber auch hier sind einkommensschwache Einwohner, junge Familien und Senioren häufig auf Mietwohnungen angewiesen.

Wer in Burgkunstadt zur Miete wohnen will, kann in der Regel mit vergleichsweise preiswerten Kaltmieten rechnen. In verschiedenen digitalen Angebotsportalen steigt der aktuelle Durchschnittspreis pro Quadratmeter Kaltmiete derzeit nicht über sieben Euro.

Für die rund 6500 zählende Stadt mit dem Sitz des größten Arbeitgebers im gesamten Landkreis Lichtenfels hat die Stadtverwaltung erst kürzlich den Bedarf an Wohnungsraum vor dem Hintergrund der vorhergesagten Bevölkerungsentwicklung errechnet. Dabei wurde bis zum Jahr 2039 ein „Bedarf von knapp 200 neuen Wohnungen festgestellt,“ so Jörg Weiß von der Bauverwaltung der Stadt.

Bedarf an Mietwohnungen jetzt noch „recht gut“ gedeckt

Momentan würden in Burgkunstadt „vereinzelt Mietwohnungen angeboten,“ so Weiß weiter. Der Bedarf sei „recht gut gedeckt“. Aber: „Für die Zukunft muss definitiv in den Wohnungsbau investiert werden.“ Einen großen Schritt dazu hat der Stadtrat kürzlich getan.

Auf dem kaum noch genutzten Festplatz will die Stadt ein neues Quartier mit barrierefreien Wohnungen erreichten lassen. Dies beschloss der Stadtrat kürzlich. Geplant sind drei Wohnhäuser mit 27 bis 36 Wohnungen. Die Gebäude mit je zwei Geschossen und einem Dachgeschoss bieten Platz für 2700 Quadratmeter Wohnraum. Je nach Gestaltung könnten somit 27 bis 36 barrierefreie Wohnungen mit Größen zwischen 35 und 105 Quadratmetern geschaffen werden. Gesucht wird nun ein Investor.

Weiterer Wohnraum wird in Burgkunstadt momentan an der Bahnhofstraße geschaffen. Ein privater Investor errichte hier eine Immobilie mit rund 30 Wohnungen, so Weiß. Weitere Pläne für Mietwohnungsbau lägen nicht vor.

„Für die Zukunft muss definitiv in den Wohnungsbau investiert werden.“
Jörg Weiß, Bauverwaltung Stadt Burgkunstadt

In der Stadt gibt es laut Jörg Weiß darüber hinaus „mehr als genug“ Raum zum Bau weiterer Wohneinheiten. Im gesamten Stadtgebiet existierten 120 Baulücken, die alle auch zur Bebauung freigegeben seien. Allerdings könne es sein, dass auf Grund von Hanglage oder örtlichen Bauvorschriften – Bebauungsplan - eine Wohnanlage oder ein Mehrfamilienhaus dort nicht möglich ist. Hier müsse der Einzelfall betrachtet werden. Fast alle unbebauten Grundstücke seien aber in Privateigentum. Eine Nachverdichtung sei schwierig, wenn der Grundstückseigentümer sein Grundstück nicht bebauen möchte.

Die Stadt Burgkunstadt versuche allerdings, unbebaute Grundstücke – sowohl in bereits bestehenden Baugebieten als auch im historisch gewachsenen Ortskern – zu aktivieren. Hintergrund seien der Grundsatzbeschluss „Innen statt außen“ des Stadtrates sowie der gesetzlich verankerte Grundsatz, so sparsam und schonend wie möglich mit Grund und Boden umzugehen.

Fragebogenaktion auf Grund systematischer Bestandsaufnahme

Bei einer systematischen Bestandsaufnahme habe sich herausgestellt, dass es in Burgkunstadt eine Vielzahl an baureifen Grundstücken gibt. Diese würden allerdings nur in einem äußerst geringen Maß zum Kauf angeboten. „Deshalb werden in nächster Zeit die Eigentümer der unbebauten Grundstücke angeschrieben und zum Ausfüllen eines Fragebogens gebeten“, so Jörg Weiß weiter. Durch diese Aktion hoffe die Bauverwaltung, einen besseren Überblick über die Bedürfnisse der Eigentümer und den künftigen Nutzungen der Grundstücke zu erhalten.

„Die Verwaltung würde sich über eine hohe Rückmeldequote freuen.“ Bei Fragen zum Verkauf oder der Bebauung der Grundstücke, stehe die Bauverwaltung gerne zur Verfügung.

Sozialer Wohnungsbau ist ein Thema

Auch sozialer Wohnungsbau sei für die Stadt Burgkunstadt ein Thema, betont Jörg Weiß weiter. Um nicht auf private Bauherren angewiesen zu sein, prüfe die Stadt, ob städtische Flächen und Grundstücke geeignet seien, um dort sozialen Wohnungsbau umzusetzen. Dazu werde extra an einer Rahmenplanung gearbeitet, aktuell für das Festplatzgelände. Es gehe darum, Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau auch unter städtebaulichen und gestalterischen Gesichtspunkten zu prüfen.

 

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