BURGKUNSTADT/GOSTYNIN

Burgkunstadt: Ein „Ja“ zur weiteren Partnerschaft

Burgkunstadt: Ein „Ja“ zur weiteren Partnerschaft
Gelebte Folklore bot das Gesangs- und Tanzensemble „Promyki Lucienia“ bei folkloristischen Auftritten für die Gäste aus Burgkunstadt. Foto: Roland Dietz

Trotz nicht gerade einfacher Zeiten ließen sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Burgkunstadt und der Landgemeinde Gostynin in Polen nicht nehmen, das kleine Jubiläum ihrer zehnjährigen Städtepartnerschaft zu begehen. Deshalb war eine Burgkunstadter Delegation mit Bürgermeisterin Christine Frieß an der Spitze der Einladung aus Polen gefolgt.

Während der drei Tage wurde sichtbar, dass die grausamen Geschehnisse in der Ukraine und die nicht enden wollende Corona-Pandemie ihre Schatten auf das Treffen warfen. Doch in einem kleinen aber doch sehr ansprechenden Rahmen konnte die Partnerschaft weiter vertieft werden, in der sich Altbürgermeister Heinz Petterich stets als treibender Motor der Partnerschaft bewiesen hat.

So hatte dieser vor knapp 25 Jahren bei einer Studienreise des Kreisverbandes Lichtenfels der Europa-Union durch Polen den damaligen Präsidenten der polnischen Europa-Union, Pawel Wojciechowski, kennen gelernt. Dieser kannte eine Gemeinde, die wiederum eine Partnerstadt in Deutschland suchte. Doch der Kontakt zu der polnischen Stadt hielt nicht lange. Erst ein Kontakt zur Landgemeinde Gostynin führte schließlich zur gewünschten Städtepartnerschaft.

Deklaration über Freundschaft und Zusammenarbeit

Im September 2009 wurde während eines Festaktes im Café Besold von den Bürgermeistern beider Städte eine Deklaration über Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet. Im Juni 2012 unterschrieben Edmund Zielinski als Vorsteher (Bürgermeister) der Landgemeinde Gostynin in Polen und der damalige Bürgermeister Heinz Petterich die Partnerschaftsurkunde, die die jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen der beiden Kommunen besiegelte. Und die Partnerschaft ist bis heute in einer sehr erfreulichen Form weiter gegangen.

Burgkunstadt: Ein „Ja“ zur weiteren Partnerschaft
Bürgermeisterin Christine Frieß (sitzend) und Dritte Bürgermeister Manfred Hofmann (re.) mit dem Bürgermeister von Gost... Foto: Roland Dietz

Nach der herzlichen Begrüßung durch Bürgermeister Edmund Zielinski mit hervorragenden Dolmetschern im Rathaus, stand ein ansprechendes Programm auf der Tagesordnung. So eine Rundfahrt zu Gedenkstätten der Großgemeinde Gostynin und eine Stadtführung und ein Ausflug in die Prinzenstadt Plock. Dabei wurde ersichtlich, dass ein neues Kulturzentrum entsteht. Dort soll eine Förderungszentrale für begabte Kinder entstehen, welchen das Erlernen von vielschichtigen kulturellen Bereichen ermöglicht werden soll.

Weitere Besichtigung der historischen Orte der Gemeinde Gostynin: Sokolow, Bialotarsk, Solec und Lucien schlossen sich an. Wunderschöne Folklorebeiträge zeigte dann das Gesangs- und Tanzensemble „Promyki Lucienia“.

Höhepunkt des Besuchs war die Unterzeichnung der Urkunde zur Bestätigung der Partnerschaft und ihrer zehnjährigen Geschichte durch den Bürgermeister der Landgemeinde Gostynin Edmund Zieliñski und Burgkunstadts Bürgermeisterin Christine Frieß im neoklassizistischen Palast von Lucien.

Bürgermeister Edmund Zieliñski sagte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Gostynin und Burgkunstadt sehr gut laufe. Viele schöne Treffen fanden im Laufe von zehn Jahren statt. Er sprach für die Einweihung des Kulturzentrums und des Rathausumbaus in rund zwei Jahren der Burgkunstadter Delegation schon jetzt eine Einladung dazu aus.

Burgkunstadt: Ein „Ja“ zur weiteren Partnerschaft
Die Bürgermeisterin Christine Frieß und der Dritte Bürgermeister von Burgkunstadt Manfred Hofmann mit dem Bürgermeister ... Foto: Roland Dietz

Burgkunstadts Bürgermeisterin Christine Frieß, freut sich, dieses Dokument in Gostynin zu unterzeichnen. Und so die Zusammenarbeit fortgeführt wird. Sie hoffte, dass es nach der Corona-Pandemie weitere interessante Begegnungen und einen Ausbau der Zusammenarbeit geben werde. So revanchierte sie sich mit einer Einladung zum nächsten Altstadtfest in Burgkunstadt.

Viele in Polen befürchten Ausweitung des Krieges

Aber auch Gespräche, im knapp 850 Kilometer entfernten Gostynin, über den Ukrainekrieg waren allgegenwärtig. Und so konnten die Gäste aus Burgkunstadt feststellen, dass viele Menschen in Polen befürchten, der Krieg könnte sich auch auf ihr Land ausweiten. Es sei deshalb wichtig, Partnerschaften zu pflegen und gegenseitige Probleme im Gespräch zu erörtern, statt Waffen sprechen zu lassen waren sich alle einig. Derartige Partnerschaften seien dabei sehr hilfreich.

So werden die Menschen der Ukraine in großem Maß auch aus Polen mit Hilfsgütern unterstützt. Die Burgkunstadter Delegation hatte Decken mit gebracht. Inzwischen hat sich im heimischen Burgkunstadt Altbürgermeister Heinz Petterich entschlossen, weitere Hilfsmittel für die Ukraine mit einem Klein-Lastwagen nach Gostynin zu fahren, um benötigte Sachspenden vor Ort zur Weiterleitung abzugeben.

So wurde um sämtliche benötigte Sachspenden wie dringend benötigte Feldbetten, Matratzen jeder Größe, Bettwäsche, Schlafsäcke, Wolldecken, Handtücher, Rücksäcke und Reisetaschen, Koffer, Kleidung sowie Hygieneartikel gebeten. Sicherlich ist dies auch ein weiterer großer Beitrag zur Vertiefung der Partnerschaft mit dem polnischen Gostynin und für die Ukrainehilfe.

Burgkunstadt: Ein „Ja“ zur weiteren Partnerschaft
Das Gesangs- und Tanzensemble "Promyki Lucienia" bei folkloristischen Auftritten für die Gäste aus Burgkunstadt. Foto: Roland Dietz

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