BURGKUNSTADT

Burgkunstadt: Benefizkonzert für Krankenstation für Tansania

Burgkunstadt: Benefizkonzert für Krankenstation für Tansania
Kilian Zänglein, Erik Schüßler und David Obremski (v. li.) von „Lovely Dust“ verzauberten am Samstagabend die zahlreichen Besucher des Benefizkonzerts für die Krankenstation in Leguruki mit einem unter die Haut gehenden Klangbild. Foto: Matthias Schneider

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Mit dem bekannten Vers des Psalms 98 traf Dekanin Stefanie Ott-Frühwald bereits bei ihrer Begrüßung ins Schwarze: Das Benefizkonzert mit „Lovely Dust“ für den Neubau einer Mutter-Kind- und einer Geburtsstation in Leguruki, Tansania, im Atrium der evangelischen Kirchengemeinde vereinte zwar keine neuen, dafür aber besonders einprägsam arrangierte Melodien mit dem guten Zweck. Und der scheint in der Tat auch einem Wunder zu gleichen.

Initiator Dr. Friedrich Flierl nutzte das Benefizkonzert unter freiem Himmel nämlich auch zu einem Zwischenresümee, von dem er vor kurzem wahrscheinlich nicht einmal selbst zu träumen gewagt hätte. „Dank des großzügigen Zuschusses in Höhe von 150 000 Euro durch den Verein Sternstunden, aber auch zahlreiche große und kleine Einzelspenden haben wir die anfangs angestrebten 350 000 Euro in drei Jahren nahezu erreicht“, erklärte Flierl.

Medizinische Versorgung für rund 50 000 Menschen

Dabei ging er auch auf die Anfänge der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Michelau und der Meru-Diözese in Tansania ein. „Seit 1996 handelt es sich um eine Partnerschaft auf Augenhöhe und eben nicht um modernen Kolonialismus. Nur so kann ein solches Projekt wie der Bau der Krankenstation für 50 000 Menschen in so kurzer Zeit gelingen.“ Dr. Flierl erinnerte an die Gründung des Fundraising Teams im Jahr 2018 und die Unterstützung im Partnerschaftskomitee des Dekanats Michelau. Nur durch den Kontinente übergreifenden Zusammenhalt sei es möglich gewesen, dass zwischen dem ersten Spatenstich am 24. März 2021 und der Fertigstellung des Dachstuhls nicht einmal ein halbes Jahr vergangen sei. Flierl präsentierte hierfür aktuelle Fotos, die den raschen Baufortschritt dieser Leben rettenden Einrichtung dokumentierten.

Musikerlebnis im Atrium: Bekannte Melodien in neuem Gewand

Wundervoll war der Abend auch aufgrund des Ambientes: Trotz früh-herbstlicher Außentemperaturen fanden sich auffallend viele Musikfreunde unter freiem Himmel im Atrium neben der Christuskirche ein – passend ausgestattet mit Decken, Sitzkissen und Winterjacken. Für Wärme sorgten die drei jungen Herren von „Lovely Dust“: Das Akustik-Trio mit den drei gebürtigen Aschaffenburgern Erik Schüßler, David Obremski und Kilian Zänglein zauberte Lagerfeuer-Atmosphäre ins Halbrund – verbunden mit höchsten musikalischen Ansprüchen.

Dies galt sowohl für die stimmlichen Qualitäten des durch und durch harmonischen Trios, als auch für das virtuose Gitarrenspiel Erik Schüßlers. Der Würzburger Musikstudent vermittelte mit technischer Perfektion an den Saiten seiner Band einen nahezu einzigartigen Gesamtsound. Zudem ist Erik Schüßler das „Mastermind“ hinter den „Lovely Dust“-charakteristischen Arrangements bekannter und weniger bekannter Melodien. Hierzu zählten Klassiker wie „Nowhere Man“ der „Beatles“, „So lonely“ von Sting oder „Chasing Cars“ der britischen Band „Snow Patrol“ genauso wie Akustik-Perlen wie Agnes Obels „Riverside.“ „Lovely Dust“ wanderte dabei stilsicher zwischen den Welten des Reggae, des Pop, der Folklore und griff zeitgleich beim eindrucksvollen mehrstimmigen und glasklaren Gesang auf Vorbilder zurück, die bis in die Zeit der mittelalterlichen Minnesänger reichten – und all dies ohne den im Bandnamen angesprochenen „Staub“ anzusetzen.

Zu den Hits von „Crosby, Stills & Nash“ strahlt sogar der Mond

Stattdessen wurde den teils altbekannten Liedern ein neuer Glanz verliehen. Im zweiten Konzertteil frönten „Lovely Dust“ ihren großen Vorbildern von „Crosby, Stills & Nash“ derart überragend, dass sogar der Vollmond hinter den Wolken hervorlugte und im Hintergrund eine einmalige Kulisse bot. Das war nicht kitschig, sondern einfach nur eindrucks- und stimmungsvoll – passend zum Anlass eines solchen Benefizkonzerts.

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