BURGKUNSTADT

Bürgerverein Burgkunstadt: Klare Sätze statt Amtsdeutsch

Über einen Antrag des Bürgervereins Burgkunstadt zur Verwendung der „Leichten Sprache“ wird der Stadtrat am Dienstag abstimmen. Foto: SymbolLisa Langner

Über einen Antrag des Bürgervereins Burgkunstadt zur Verwendung der „Leichten Sprache“ wird der Stadtrat am Dienstag abstimmen. Bei der Leichten Sprache handelt es sich um eine Ausdruckweise, die auf besonders gute Verständlichkeit zielt. Dazu gehören beispielsweise kurze Sätze und die Vermeidung von Fremdwörtern.

Die Fraktionssprecherin des Bürgervereins, Dr. Ulrike Dinglreiter, schildert in ihrem Schreiben an Bürgermeisterin Christine Frieß die Ausgangssituation, die zur Antragstellung geführt hat: „'Deutsche Sprache, schwere Sprache‘ – dieser Satz begegnet uns im Alltag ständig. Es beginnt mit 'Amtsdeutsch‘ in städtischen Bescheiden, irritiert uns bei Fachbegriffen während des Besuchs beim Arzt und verwirrt uns bei Schachtelsätzen in der Zeitung. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen – geistig und seelisch Behinderte, Sehbehinderte, Hörbehinderte, aber auch ältere Menschen. Gleiches gilt für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.“

Menschen mit Behinderung sind besonders betroffen

Viele Menschen profitierten davon, wenn ihnen Informationen in sogenannter leichter Sprache angeboten werden. Das sehe sogar das Recht vor: In Deutschland seien Träger öffentlicher Gewalt nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) dazu verpflichtet, Informationen vermehrt in Leichter Sprache bereitzustellen.

Die Stadt Burgkunstadt kommuniziert mit ihren Bürgern auf vielfältige Weise schriftlich: über ihre Website, das Amtsblatt „Burgkunstadt aktuell“, den Jahresbericht oder eigene Pressemitteilungen. Ein Entgegenkommen für die genannten Bürger und zugleich eine Erfüllung der rechtlichen Vorgaben wäre es, wenn zumindest ein Teil dieser Medien und Informationsangebote Informationen in leichter Sprache beinhalten würde, meint Dinglreiter. „Da wir in einer Stadt mit höchst unterschiedlichen Bedarfen an Informationen in leichter Sprache leben, können nicht gleichzeitig alle Wünsche erfüllt werden – es muss aber bei den Betroffenen abgefragt werden, was auch ihrer Sicht am wichtigsten ist.“

Die Website der Stadt Burgkunstadt ist bereits technisch barrierefrei – das sei ein Zeichen dafür, dass die Stadt Burgkunstadt sich der rechtlichen Anforderungen bewusst ist. Nun sollten unter Einbeziehung der Betroffenen im Rahmen eines Dialogs auch im sprachlichen Bereich die nächsten Schritte folgen.

Der Bürgerverein beantrage daher, so Dinglreiter, dass die Bürgermeisterin zunächst den Bedarf an Leichter Sprache in Burgkunstadt mit Vertretern örtlicher Einrichtungen, wie Regens Wagner, des Kathi-Baur-Altenheims, der Grundschule und der Tafel, ermitteln lasse und das Ergebnis dem Stadtrat mitteile. (red)

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