BURGKUNSTADT

Bis zu 36 Wohnungen auf dem Burgkunstadter Festplatz

Drei Wohnhäuser mit bis zu 36 Wohnungen sollen auf dem Burgkunstadter Festplatz entstehen. Jetzt sucht die Stadt einen Investor. Foto: Gerhard Herrmann

Ein neues Quartier mit barrierefreien Wohnungen will die Stadt Burgkunstadt auf dem kaum noch genutzten Festplatz errichten lassen. Der Stadtrat hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, dort drei Wohnhäuser mit 27 bis 36 Wohnungen zu errichten. Die Verwaltung wurde beauftragt, per Ausschreibung einen Investor zu suchen, der das Grundstück kauft oder in Form des Erbbaurechts erwirbt.

Die drei Gebäude sollen fächerförmig im nordöstlichen Teil des Festplatzes im Anschluss an die Bebauung errichtet werden, wie Franz Ullrich vom Architekturbüro plan & werk aus Bamberg erläuterte. Er hat den Rahmenplan mit den Vorgaben für die Ausschreibung erstellt. Der südöstliche Teil des Geländes zwischen Mühlbach und Sportplatz soll als Grünfläche erhalten und durch eine attraktive Gestaltung des Bachufers etwa in Form eines Wasserspielplatzes aufgewertet werden.

Der Entwurf sieht ein etwas kleineres Haus nördlich des Alten Postwegs (bisheriger Parkplatz) vor und zwei größere südöstlich. Denkbar wäre eine separate Verwirklichung in zwei Bauabschnitten, so Ullrich. Die Erschließung solle über den Alten Postweg und die Kulmbacher Straße erfolgen, außerdem solle das Fußwegenetz ausgebaut werden. Berücksichtigt werden müsse, dass sich die Gebäude wegen der Lage zu Füßen der Altstadt durch eine „qualitätvolle Architektur“ sowie Form und Höhe gut ins Stadtbild einfügen, betonte Ullrich. Das sollte im Vertrag mit dem Investor vereinbart werden. Besondere Aufwendungen erfordere der Hochwasserschutz (Erdgeschoss 80 Zentimeter über Bodenkante) und der Lärmschutz wegen B 289 und Sportplatz. Da das Vorhaben zur Innenstadtentwicklung gehöre, sei ein Bebauungsplan nicht erforderlich.

Barrierefreie Wohnungen zwischen 35 und 105 Quadratmeter

Die Gebäude mit je zwei Geschossen und einem Dachgeschoss bieten Platz für 2700 Quadratmeter Wohnraum. Je nach Gestaltung können somit 27 bis 36 barrierefreie Wohnungen mit Größen zwischen 35 und 105 Quadratmetern geschaffen werden. Vorgesehen sind Parkplätze an der Grundstücksgrenze zur Altstadt und der Hof zwischen den beiden südlichen Häusern könnte als Treffpunkt genutzt werden.

Für den Verkauf an einen Investor oder ein Erbbaurecht sprachen sich alle Fraktionen aus. Nach Absprache mit der Regierung von Oberfranken ist eine Wohnraumförderung auch bei einem privaten Investor möglich. Sollte sich kein Bauherr finden, könnte die Stadt einspringen, regte Günter Knorr (CSU) an. Mit dem Modell des Erbaurechts könnten Kosten gesenkt und somit die Mieten günstig gehalten werden, meinte Marco Hennemann (CSU). Er schlug vor, eine Mietpreisgrenze festzulegen.

Für mehr kleine und preisgünstige Wohnungen sprach sich Bernarda Callens (Grüne) aus. Wichtig wäre auch die Berücksichtigung von Stauraum, damit nicht das Umfeld zugestellt werde.

Für einen Eklat sorgte die Vorstellung der Kostenschätzung für das geplante Feuerwehrhaus in Theisau. Mit rund 1,03 Millionen Euro überschreitet sie die im Haushalt vorgesehene Höchstgrenze von 800 000 Euro deutlich, wie Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) kritisierte. Überrumpelt fühlte sie sich durch den Hinweis von Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU), dass die Theisauer Feuerwehr und die Ortsvereine sich bereit erklärt hätten, 4500 Stunden Eigenleistungen zu erbringen. „Wir sollten uns in einem Arbeitskreis mit den Fraktionen und der Feuerwehr zusammensetzen, um zu überlegen, wie wir auf unter 800.000 Euro Kosten kommen“, warb die Bürgermeisterin um einen Kompromiss. Bock von Wülfingen forderte, die Planung „abzuspecken“, bevor erwogen werde, was mit der Eigenleistung eingespart werden könnte. Und Ingrid Kohles beantragte ein Ende der Debatte, weil das Weitere der Arbeitskreis entscheiden könne.

„Da mache ich nicht mit: 800.000 Euro haben wir als Obergrenze festgesetzt.“
Günter Knorr, Stadtrat (CSU)

„Da mache ich nicht mit: Wir können uns das nicht leisten, so schön es wäre“, warnte Günter Knorr (CSU). Die 800.000 Euro seien als Obergrenze festgesetzt worden, in der Hoffnung, noch mehr einzusparen. „So machen wir uns lächerlich“, warnte er. Eine Überarbeitung der Planung forderte auch Sebastian Callens (Grüne).

„Es ist zu teuer“, meinte auch Kommandant Harald Fiedler. Er sei zuversichtlich, dass mit der Eigenleistung, zu der sich alle Ortsvereine bereit erklärt hätten, rund 200 000 Euro eingespart werden könnten. Außerdem sollte es möglich sein, bei der Planung zehn Prozent der Kosten einzusparen.

Angesichts der Kosten geriet der Entwurf von Architekt Herbert Fleischmann in den Hintergrund. Es sei eine „Minimal-Lösung“, die den Vorgaben der Behörden für eine staatlich Förderung entspreche, so der Planer. Vorgesehen sind eine Fahrzeughalle und ein niedrigeres Sozialgebäude mit Duschen, nach Geschlechtern getrennten Toiletten, Technikraum, einer Teeküche und einem 50 Quadratmeter großen Schulungsraum. Wegen der Einsätze sind zwei getrennte Ausfahrten für das Einsatzfahrzeug und die Autos der Mannschaft vorgesehen. Rund 140.000 Euro ließen sich einsparen, wenn der Schulungsraum wegfalle, rechnete Marc Fleischmann auf Frage von Thomas Müller (BV) vor.

Aus dem Stadtrat

Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine steigt. Sieben Erwachsene und zwei Kinder haben sich bei der Stadtverwaltung angemeldet, sechs Erwachsene und ein Kind sind vorgemerkt, teilte Bürgermeisterin Christine Frieß mit. Bisher haben Bürger zwölf Gebäude angeboten, in denen 82 Personen untergebracht werden können. Gemeldet werden können die Unterkünfte beim Landratsamt (Formular auf Homepage), begutachtet werden sie vom Ordnungsamt. In einer Koordinierungsgruppe mit Angelika Geyer von den Aktiven Bürgern sollen Hilfsangebote beraten werden. Die Beteiligung der Schulen wegen der Bildung von Willkommensklassen regte Bernarda Callens (Grüne) an.

Ein erster Entwurf für das neue Feuerwehrhaus in Theisau sieht eine Fahrzeughalle (li.) und einen niedrigeren Sozialtrak... Foto: Herbert Fleischmann

 

Die Sanierung der Brunngasse in Mainroth wurde für 468 354 Euro an die Firma STL GmbH aus Sonneberg vergeben. Die Kostenschätzung von 349 000 Euro war wegen gestiegener Preise und der Auslastung der Firmen nicht einzuhalten, erklärte Christine Frieß. Die Sanierung des Kanals und der Wasserleitung werden mit rund 70 Prozent (RZWas) gefördert. Die Mehrkosten könnten durch die höhere Förderung von 258 800 Euro für die Sanierung im Weihersbach ausgeglichen werden.

Die Ingenieurleistungen für die Eigenüberwachung der Kanäle von 2022 bis 2031 wurde für 197.257 Euro an das Ingenieurbüro Miller in Nürnberg vergeben. Fällig wird jedes Jahr nur ein Teilbetrag, heuer sind es 19.244 Euro.

Der Entwurf für das neue Feuerwehrhaus in Theisau mit der Fahrzeughalle (li.) und dem niedrigeren Sozialtrakt. Foto: Herbert Fleischmann

 

Für Diskussionen sorgte ein Antrag der CSU, den Ortssprechern Rederecht im Stadtrat zu erteilen. Sie seien Vertrauenspersonen in ihren Dörfern und würden mit ihrem Wissen die Sitzungen bereichern, erläuterte Katrin Weißmann (CSU). Das unterstrich auch Dr. Ulrike Dinglreiter, die die Diskussionsfreude im Stadtrat herausstrich, die zur demokratischen Meinungsbildung beitrage. Bei dieser Änderung der Geschäftsordnung sollten auch Hybridsitzungen des Stadtrats und digitale Ausschussitzungen, Ausschusssitzungen mit öffentlichem Teil und Fraktionsvorbesprechungen vor Stadtratssitzungen aufgenommen werden. Über die Geschäftsordnungsdebatte wunderte sich Günter Knorr. Wegen der erforderlichen Investitionen von 40.000 bis 50.000 Euro, riet Geschäftsleitender Beamter Sven Dietel von digitalen Übertragungen von Sitzungen ab. Schließlich einigten sich die Fraktionen auf den Vorschlag von Zweiter Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW), die Bürgermeisterin könne den Ortssprechern in jeder Sitzung das Rederecht erteilen.

Verwundert zeigt sich Ingrid Kohles (FW), dass nur eine kleine Delegation in die Partnerstadt Gostynin gereist ist, obwohl sich heuer der Abschluss der Städtepartnerschaft zum zehnten Mal jährt. Bürgermeisterin Frieß erklärte, dass eine wegen der Pandemie verschobene Reise nachgeholt worden sei. Auf Wunsch der Stadträte könnte ein Bus für einen Besuch organisiert werden.

Drei Wohnhäuser mit bis zu 36 Wohnungen sollen auf dem Burgkunstadter Festplatz errichtet werden. Der südöstliche Bereic... Foto: Grafik: Architekturbüro plan & werk

Beschlossen wurde die Anwendung eines Tax Compliance Managem

ent Systems, um der Umsatzsteuerpflicht der Stadt bei Aufgaben, die auch Unternehmen leisten könnten, Genüge zu tun. Von der Mehrwertsteuer betroffen sind das Altstadtfest, der Weihnachtsmarkt, die Vermietung des Toilettenwagens, der Verkauf von Familienstammbücher, das Rechenzentrum mit

Altenkunstadt, die Abführung vom Aufsichtsrat der Sparkasse, der Theatersommer, Einnahmen aus dem Seniorenshuttle, Vermietung von Parkplätzen und weitere Verkäufe.

Mit den verbliebenen 2835 Euro aus dem Spendentopf der Sparkasse wird der Obst- und Gartenbauverein Mainroth bei der Anschaffung einer Waschmahlanlage für die Obstpresse unterstützt.

Erneut abgelehnt hat der Bauausschuss den Antrag auf Bau einer Einfriedung Im Äckerlein 1 in Weidnitz durch zwei Meter breite und 1,80 Meter hohe Holzzaunelemente, zwischen denen heimische Laubgehölze gepflanzt werden sollten. Nur Joachim Ruß (CSU), Sebastian Callens (Grüne), Ulrike Koch und Bürgermeisterin Frieß stimmten dafür. Während die Befürworter den Schutz der Privatsphäre und die nur einseitige Einfriedung betonten, bemängelten die Kritiker, dass Einfriedungen maximal 1,20 Meter hoch sein dürften.

Die drei auf dem Festplatz geplanten Wohnhäuser (in weiß gezeichnet) sollen sich von Form und Höhe in die Umgebung einfü... Foto: Architekturbüro plan & werk

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