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Bei den Weismainer Züchtern geht's den Tieren gut

Bei den Weismainer Züchtern geht's den Tieren gut
Küken töten ist bei den Rassegeflügelzüchtern kein Thema. Sie ziehen die Küken beider Geschlechter groß Foto: Dieter Radziej

Während in der Massentierhaltung mit trauriger Regelmäßigkeit Skandale für Aufsehen sorgen und sich jüngst sogar der Bundestag über die Praxis der Tötung männlicher Hühnerküken debattiert, liegen den Rassegeflügelzüchtern ihre Tiere am Herzen. Nicht nur beim Weismainer Geflügelzuchtverein sind auch männliche Küken willkommen.

Der Ursprung vieler Geflügelzuchtvereine liegt in den Nachkriegsjahren, als der Staat es förderte, dass alle Bauwilligen, insbesondere zur damaligen Zeit viele Flüchtlinge, ein größeres Grundstück erwerben, damit sie zur Volksernährung beitragen konnten. Ihnen sollte die Möglichkeit geboten werden, Tauben, Zwerghühner, Hühner, das Groß- und Wassergeflügel sowie Kaninchen zu züchten. Denn Eier, Hasen und Geflügel tragen nicht nur zu einer Bereicherung der Speisekarte, sondern auch zu einer ausgewogenen Ernährung bei.

Viele diese Kleintierliebhaber schlossen sich bestehenden Vereine an, beziehungsweise wirkten bei der Gründung von Zuchtgemeinschaften mit. Viele dieser Vereine bestehen immer noch. Die Züchter tragen mit ihrem Hobby auch zur Erhaltung alter Rassen bei.

Bei den Züchtern bekommen auch die männlichen Küken eine Chance

Vor allem die Hühner erfreuen das Herz des Tierfreunds, wenn sie aus dem Stall gelassen werden und dann in einer Wiese oder einer Voliere eifrig picken und scharren. Jüngst sorgten allerdings Praktiken in der Massentierhaltung wie die Manipulation von Hühnern mit künstlichem Licht, um sie zum Legen größerer Eier anzuregen, für Kritik. Denn durch diese Methoden leiden die Legehühner und sterben früher. Zu begrüßen ist daher die Ankündigung des Handels, nur noch Hühnereier der normalen Größe anzunehmen, die ohne solche Praktiken erzeugt wurden, um den Tieren diese Tortur zu ersparen. Für Diskussionen sorgt seit Jahren auch das Töten der männlichen Küken, weil Hähne weniger Fleisch ansetzen und keine Eier legten. Die Bundestagsabgeordneten beschlossen, die Geschlechterbestimmung bereits im Ei zu fördern, um so das Kükentöten zu verhindern.

Bei den Weismainer Züchtern geht's den Tieren gut
Das erste Küken ist schon geschlüpft. Viele Rassegeflügelzüchter brüten die Eier ihrer Tiere in Brutapparaten aus. Foto: Dieter Radziej

Aufmerksam verfolgen Tierfreunde und vor allen Dingen die Mitglieder der Rassegeflügelzüchter-Vereine diese Debatten. Schon lange vor der Diskussion um das Tierwohl setzen sie auf die natürliche Zucht ihrer Tiere. Dazu gehört es auch, dass alle Küken, die schlüpfen, großgezogen. Schließlich sind sie lebende Geschöpfe und verdienen als solche Achtung. Die Züchter geben ihnen die Gelegenheit, sich im Hühnerhof oder im Garten natürlich entwickeln. Wie gut es den Hennen geht, zeigt die Zahl der Eier, die sie im Laufe ihres Lebens legen.

In der Weismainer Zuchtanlage gibt's Platz für Tierfreunde ohne Garten

Wer Interesse am Hobby der Rassegeflügelzucht hat, kann sich an einen der zahlreichen Vereine im Landkreises Lichtenfels wenden. Sie stellen sgar entsprechende Plätze für Tierfreunde zur Verfügung, die kein geeignetes Grundstück besitzen. Etwa der Weismainer Geflügelzuchtverein in seiner neuen Zuchtanlage.

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