ALTENKUNSTADT

Baustelle Grundschule Altenkunstadt alles ander als sicher

Baustelle Grundschule Altenkunstadt alles ander als sicher
Die Grundschule wird saniert. Das Tor zur Baustelle ist offen, was Kinder zum Spielen verleiten könnte. Die mangelhafte Absicherung wird beseitigt. Foto: Stephan Stöckel

Das Tor ist sperrangelweit geöffnet, und die Leitern laden zum Klettern ein – auf dieser Baustelle wird Sicherheit nicht großgeschrieben. Die Rede ist von der Grundschule Altenkunstadt, die derzeit generalsaniert wird. „Alles was verboten ist, macht Kindern Spaß“, kommentierte Steffen Domschke von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) am Dienstagabend im Gemeinderat den Missstand. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) wird die zuständigen Stellen über die mangelhafte Absicherung informieren, die dann für Abhilfe sorgen werden.

Umzug in den sanierten Altbau verschiebt sich auf die Herbstferien

Während der Bauzeit werden die Grundschüler in Containern unweit der Baustelle unterrichtet. Auf Nachfrage von Stephanie Dittrich (Bündnisgrüne) teilte Hümmer mit, dass der Umzug in den sanierten Altbau nicht in den Sommer-, sondern erst in den Herbstferien erfolgen werde. Aufgrund der Corona-Krise sei es bei den Baufirmen zu einer dreimonatigen Verzögerung gekommen“, führte er als Grund an. Die Grundschulturnhalle, die ebenfalls renoviert wird, werde man, so Hümmer, bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres offenhalten.

Erfreulich: Für die 8,9 Millionen Euro teure Generalsanierung der Grundschule können in diesem Jahr zwei Millionen Euro an Fördermitteln abgerufen werden. Der Bürgermeister hatte sogar noch mehr Grund zur Freude: Da Mehrkosten von über 100 000 Euro angefallen sind, wird die gesamte Fördersumme um 400 000 Euro erhöht.

Realisierung Lehrschwimmbecken steht weiter auf Messers Schneide

Beim gemeinsamen Lehrschwimmbecken der Nachbarkommunen Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain hingegen, bleibt alles beim Alten. Auch nach Rücksprache mit dem bayerischen Finanzminister Albert Füracker liegt der Fördersatz weiterhin bei mäßigen 68,9 Prozent. Ob es zu einer Realisierung des Projekts kommen wird, steht somit wieder auf Messers Schneide. Laut Hümmer wird sich der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen.

Sparkassenfiliale bleibt für immer geschlossen

Baustelle Grundschule Altenkunstadt alles ander als sicher
Die Altenkunstadter Sparkassenfiliale schließt zum 1. Juli für immer ihre Pforten. Nur der Selbstbedienungsbereich bleib... Foto: Stephan Stöckel

Die Schließung der Altenkunstadter Sparkassenfiliale während der Corona-Krise wird zu einer eine dauerhaften. Nur der Selbstbedienungsbereich mit seinem Geldausgabeautomaten und dem Kontoauszugsdrucker sollen erhalten bleiben, informierte der Bürgermeister die Öffentlichkeit. „Das finde ich sehr schade“, erwiderte Gemeinderat Rolf Gnatzy von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG). Einige Gemeinderäte klopften demonstrativ auf die Tische, um ihren Unmut über die Schließung kund zu tun.

Gnatzy kritisierte, dass sich die Sparkasse aus einer Kommune zurückziehe, die zehn Prozent der Landkreis-Bürger stelle. Vor allem ältere Leute, die mit digitalen Bankgeschäften nicht so vertraut seien, seien die Leidtragenden, so der Gemeinderat. Karlheinz Hofmann von der SPD befürchtet, dass bald auch der Selbstbedienungsbereich entfernt wird. Hofmann und Gnatzy forderten den Bürgermeister daher auf, eine Protestnote an die Sparkasse zu schreiben. Dieser hält das für vergebene Liebesmüh‘.

Kreisel an Mainbrücken-Kreuzung möglich, aber das Geld fehlt

Im nächsten Jahr wird die Staatsstraße 2191, die über die Weismainer Straße verläuft, vom staatlichen Bauamt saniert. Im Zuge der Maßnahme sollte die Mainbrücken-Kreuzung durch einen Kreisel ersetzt werden. In einem Schreiben teilte die Behörde mit, dass dagegen nichts spreche. Planung und Kosten müsse die Gemeinde übernehmen. „Das können wir uns derzeit nicht leisten“, sagte der Bürgermeister. Eine Realisierung zu einem späteren Zeitpunkt schloss er aber nicht aus.

Im Dialog mit den Bürgern hatten der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) entwickelt, mit dem die Gemeinde Altenkunstadt ihre Entwicklung steuern will. Nun liegt der Abschlussbericht vor, der mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt und den Trägern öffentlicher Belange vorgelegt wird. Diesen nahmen die Experten zum Anlass, um das Konzept noch einmal ausführlich zu erläutern. Darin vorgesehen sind etliche Maßnahmen, wie etwa Fußweg-Verbesserungen, die Sanierung des Bootshauses oder die Anbringung des Mühlrades an die Neumühle.

„Die Gemeinde Altenkunstadt hat Kleinstadt-Flair

und ist der attraktive

Wohnort für alle.“

Susanne Augsten, Landschaftsarchitektin

Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff schätzte die Gesamtkosten für alle Maßnahmen auf fünf bis sechs Millionen Euro. Als „Leitprojekt“ bezeichnete Augsten die Gestaltung von Altenkunstadts neuer Mitte rund um die Raiffeisenbank, die um einen schmucken Anbau erweitert worden war. Für diese Maßnahme schlagen rund 3,67 Millionen Euro zu Buche, wie Pfaff auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte.

Ein wichtiger Punkt in dem Konzept ist die Marktplatz-Belebung, die durch die Schaffung von Wohnraum in jetzt leerstehenden Gebäuden entstehen soll. „Die Gemeinde Altenkunstadt hat Kleinstadtflair und ist der attraktive Wohnort für alle“, resümierte Augsten. Einstimmig wurde das Konzept mit seinen begleitenden Voruntersuchungen gebilligt.

Auf Nachfrage von Michael Limmer gab Hümmer bekannt, dass der Bau des Festplatzes noch in diesem Jahr abgeschlossen werde. Die Freiwillige Feuerwehr Altenkunstadt kann somit im nächsten Jahr dort ihr 150-jähriges Bestehen feiern.

Georg Deuerling (FBO) wollte wissen, wie es um die Baugebiete in Baiersdorf und Pfaffendorf bestellt ist. Laut Bürgermeister erfolgt die Ausschreibung Ende Juni, die Vergabe in nichtöffentlicher Sitzung am 8. August.

Strössendorfer wünschen sich einen Ortssprecher

Die Strössendorfer wünschen sich einen Ortssprecher. Hümmer kündigte an, dass es eine Wahlversammlung geben werde. Einen konkreten Termin nannte er nicht.

Dem Stiftungsrat der Bürgerstiftung „Unser Altenkunstadt“ gehören in der Periode 2020 bis 2026 neben Bürgermeister Robert Hümmer folgende Personen an: Inge Göbel, Jutta Löbling, Karl Welsch und Maria Wiehle.

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