ALTENKUNSTADT

Bauausschuss Altenkunstadt wenig begeistert von Garagenhof

Die Erschließungsarbeiten für das Gewerbegebiet Woffendorf sind in vollem Gange. Die erste Bauvoranfrage sorgte im Bauausschuss für keine große Begeisterung. Foto: Stephan Stöckel

Ein Gewerbegebiet soll einer Kommune Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen bringen. Ernüchterung machte sich am Dienstagabend im Altenkunstadter Bauausschuss breit, als die Mitglieder erfuhren, welches Projekt als erstes für das neue Gewerbegebiet zwischen Röhrig und Woffendorf entlang der Staatsstraße 2191 geplant ist. Marco Freitag aus Wunkendorf möchte einen Garagenhof mit 40 Wohnmobilstellplätzen, acht Pkw-Garagen, drei 6,50 Meter hohen Lagerhallen und einem überdachtem Selbstbedienungs-Waschplatz mit einer Firsthöhe von acht Metern errichten.

„Es werden kaum Arbeitsplätze geschaffen und viel Gewerbesteuer dürfte auch nicht anfallen“, sprach Almut Schuhmann (SPD) vielen aus der Seele. „Dafür kommt es zu jeder Menge Versiegelung“, ergänzte Thomas Geldner (CSU). „Wir wollten eigentlich ein Gewerbegebiet, in dem sich Industrie und Handwerk aus der Region ansiedelt“, meinte Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO). Geldner äußerte die Befürchtung, die Abstellplätze könnten für Camping genutzt werden. Bauamtsleiterin Astrid Redinger zerstreute diese. In den Unterlagen zur Bauvoranfrage deute nichts darauf hin.

Mehrfamilienhaus im neuen Wohngebiet genehmigt

Was das Autowaschen an Sonntagen anbetreffe, so Schuhmann, dürfe man nicht mit zweierlei Maß messen. In einem weitgehend geschlossenen Garagenhof solle die Reinigung erlaubt werden, anderswo aber sei sie in Altenkunstadt verboten. Das gehe nicht, betonte die Rednerin. Man kam überein, den Beschluss auf die nächste Sitzung zu vertagen, in der der Antragsteller sein Projekt vorstellen kann.

Grünes Licht gab der Bauausschuss für den Bau eines Mehrfamilienwohnhauses mit Penthouse in der Woffendorfer Sandstraße.... Foto: Visualisierung: Kupfergrau Architekten GmbH

Das Wohngebiet des Bad Staffelsteiner Planers Manuel Kellner, das die Lücke zwischen Altenkunstadt und Woffendorf schließt, hat eine weitere Hürde genommen. Ein vierstöckiges, barrierefreies Mehrfamilienhaus mit Penthouse, Tiefgarage und 18 Stellplätzen ist der Blickfang des 8000 Quadratmeter großen Areals. Das Vorhaben der Bauherrengemeinschaft Tino Bönicke, Bernd Detsch und Manuel Kellner in der Woffendorfer Sandstraße erhielt das gemeindliche Einvernehmen.

Die Zahl der Wohneinheiten im Mehrfamilienhaus bezifferte Kellner im Gespräch mit dieser Zeitung auf elf. Drei davon seien 78 Quadratmeter, die anderen zwischen 105 und 115 Quadratmetern groß. Das Penthouse auf der vierten Etage setze sich aus zwei jeweils 115 Quadratmeter großen Wohneinheiten zusammen, so der Planer.

Kann das Kanalsystem in Woffendorf die Mehrbelastung verkraften?

Mit den Bauarbeiten für das Haus soll laut Kellner im Oktober und November begonnen werden. Im März oder April sollen die Straßenbauarbeiten für das Baugebiet mit seinen sechs Bauplätzen ausgeführt werden. Interessierte können bereits jetzt Grundstücke beim Planungsbüro Kellner erwerben. Die Fertigstellung des gesamten Baugebietes ist für Ende 2023 oder Frühjahr 2024 anvisiert.

Die Gemeinderäte Georg Deuerling und Ludwig Winkler (beide FBO) befürchten, dass das Kanalsystem in Woffendorf die Mehrbelastung durch das Mehrfamilienhaus nicht verkraften werde. Redinger teilte die Befürchtung nicht. Die Baupläne für das Mehrfamilienhaus sähen den Einbau von Rinnen vor, der Starkregenereignisse abmildere. Für die geplanten sechs Bauplätze des Wohngebietes seien Zisternen vorgesehen, in denen das Oberflächenwasser versickern soll.

Querneigung auf Geh- und Radweg in Pfaffendorf ist jetzt zu steil

Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen wollte wissen, ob ein solcher Zwischenpuffer auch für das Mehrfamilienhaus geplant sei. Redinger teilte mit, dass der felsige Untergrund am geplanten Standort das nicht erlaube.

Der Geh- und Radweg im Ortsteil Pfaffendorf, der seit vergangenem Jahr über die Zufahrtsstraße zum neuen Baugebiet führt, ist aufgehoben. „Warum?“ wollte Deuerling wissen. Hümmer antwortete, dass im Zuge der Straßenbauarbeiten die Querneigung vom Geh- und Radweg steiler geworden sei. Es sei nun zu gefährlich, dort mit dem Rad zu fahren. Gemeinsam mit dem Straßenbauamt will man eine Lösung zur Entschärfung der Gefahrensituation finden.

Während der Sperrung der Weismainer Straße im Herbst vergangenen Jahres wurde der Verkehr über den Innenort umgeleitet und eine Einbahnstraßenregelung in der Missionsstraße eingeführt. Dittrich regte an, diese aus Gründen der Verkehrssicherheit wieder aufleben zu lassen. Im Rahmen einer Verkehrsschau soll der Vorschlag erörtert werden.

Trampelpfad, Burkheimer Linde, Straßenlampe: Anfragen der Räte

Ein Gehweg von der Ortsstraße an der Wiesenmühle führt zur Altenkunstadter Grundschule. Um Kindern einen sichereren Schulweg zu ermöglichen, schlug Dittrich vor, den Trampelpfad mit Mulch zu ertüchtigen. Hümmer wies darauf hin, dass sich der Feldweg in Privatbesitz befindet und das Thema im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) angegangen werden soll.

Der Burkheimer Linde, ein Naturdenkmal, wurde bei einem Herbststurm ein dicker Ast abgerissen. Feuchtigkeit dringt seither in den Baum ein. Auf Nachfrage von Walburga Kraus (CSU) teilte Redinger mit, dass man die Untere Naturschutzbehörde über den Schaden informiert habe, um geeignete Maßnahmen zur Gesundung des Baumes einzuleiten.

Bei einem Verkehrsunfall wurde die Straßenlaterne zwischen den beiden Gaststätten im Ortsteil Strössendorf beschädigt. Seitdem ist es dort in der Nacht stockdunkel. Redinger gab auf Nachfrage von Hans-Werner Schuster bekannt, dass die Lampe ausgetauscht werde.

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