WEIDEN

Barrierefrei geht's jetzt zur Weidener Kirche Sankt Andreas

Barrierefrei geht's jetzt zur Weidener Kirche Sankt Andreas
Zufrieden mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Weidener Friedhof sind (v. li.) Kirchenpfleger Georg Kauppert, Alfred Kraus von der Kirchenverwaltung, Reinhold Dorsch von der Dorfgemeinschaft, Roswitha Kraus (Kirchenverwaltung) und Architekt Georg Schilling. Foto: Roland Dietz

Die Bürger von Weiden sind stolz auf ihre Kirche Sankt Andreas, die das Ortsbild des Juradorfs prägt. Den wehrhaften Charakter des Gotteshausesverstärkt die Befestigungsmauer rund um Friedhof. Nach der umfassenden Kirchensanierung wurde jetzt der Friedhof, der das Gotteshaus umgibt, neu gestaltet.

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Die alte Wehrkirche prägt das Ortsbild von Weiden. Foto: Roland Dietz

Das Wegenetzes um die Kirche und zur Sakristei bestand aus unterschiedlichen Belägen aus den 1960-er und 1970-er Jahren, die schadhaft waren. Unter Regie des Architekten Georg Schilling aus Hollfeld, der schon die Kirchensanierung geplant hatte, wurden die Wege überarbeitet und barrierefrei gestaltet, damit sie auch mit dem Rollstuhl oder Rollator mühelos benutzt werden können. Dank einheitlicher Materialien wirkt die Wegeführung jetzt einheitlich und übersichtlicher.

„Die Bürger haben mit 800 Stunden Eigenleistung einen wichtigen Anteil am Gelingen.“
Georg Schilling, Architekt

Nach eingehender Abwägung von Alternativen entschied die Kirchenverwaltung sich dafür, den vorhandenen Belag gegen ein zeitgemäßes und kostengünstiges Betonpflaster mit verschiedenen Formaten und engem Fugenbild auszutauschen. Als Einfassung wurde dunkler Muschelkalk verwendet. Ein Kiesbett verbessert den Ablauf von Regenwasser.

Saniert wurde auch die Friedhofsmauer, die dem Gotteshaus den Charakter einer Wehrkirche gibt. Diese Wehrkirchen gewährten der ländlichen Bevölkerung in Kriegszeiten vom 15. bis zum 17. Jahrhundert Zuflucht. Jetzt rund die Mauer die erneuerte Anlage wirkungsvoll ab. Im westlichen Bereich wurde ein Abschnitt komplett erneuert.

„Die Weidener sind stolz auf die Sanierung“ sagte Kirchenpfleger Georg Kauppert. Rund 35 000 Euro kosteten die Arbeiten. „Die Bürger haben mit 800 Stunden Eigenleistung einen wichtigen Anteil am Gelingen“, lobte Architekt Georg Schilling. Die Freude über den gelungenen Abschluss der Sanierung war ihm anzusehen. „Die verschiedenen Bauepochen mit ihren typischen Bauteilen sind im Inneren und außerhalb der Sankt-Andreas-Kirche wieder zusammengefügt und lassen alles als Einheit erscheinen“, meinte der Architekt.

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Ein harmonisches Bild bietet der Friedhof in Weiden mit der Kirche und der umlaufenden Wehrmauer. Foto: Roland Dietz

Das in Weiden eine der ältesten Landkirchen der Erzdiözese Bamberg und des Landkreises Lichtenfels steht, wissen die Wenigsten. Trotz der im Laufe verschiedener Bauepochen vorgenommenen Um- und Anbauten lässt sich der Charakter einer Wehrkirche, in der die Gläubigen immer auch Schutz und Zuflucht vor Gewalt fanden, nachempfinden. Die Mauern des mächtigen, quadratischen Turmes und Teile des Kirchenschiffs gehen im Kern bis ins 12. Jahrhundert zurück. Man geht jedoch davon aus, dass bereits um das Jahr 1000 an dieser Stelle kirchliche Bauten standen.

Wertvolle Bohlenbalkendecke ist der älteste Bauteil

Chorwölbung und Turmobergeschoss sind spätmittelalterlich. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche zerstört und 1654 wiederhergestellt. Mit dem opulenten, barocken Hauptaltar in der Chorturmanlage prägt insbesondere die spätmittelalterliche Empore das Kircheninnere und hat wegen ihrer fast vollständig erhaltenen Holzkonstruktion auch überörtliche Bedeutung. Wertvoll ist auch die Dach- und Deckenkonstruktion des Langhauses, die aus dem Spätmittelalter stammen. Die gut erhaltene Bohlenbalkendecke als das älteste hölzerne Bauteil wurde bei der Sanierung 2011 behutsam freigelegt, so dass sie wieder gut zur Geltung kommt. Mit der Vergabe des „Schmuckziegels“ des Fränkische-Schweiz-Vereins wurde die gelungene Sanierung gewürdigt.

 

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