BURGKUNSTADT

Bahnübergang Mainklein West: Appell des Stadtrats an Bahn

Gegen die von der Deutschen Bahn geplante Schließung des Bahnübergangs Mainklein West hat sich der Stadtrat Burgkunstadt ausgesprochen. Foto: Archiv-Roland Dietz

Mit einer Demonstration und einer Unterschriftenliste haben die Einwohner von Mainklein in der vergangenen Woche für den Erhalt des Bahnübergangs Mainklein West appelliert. Einstimmig hat sich der Stadtrat Burgkunstadt am Dienstagabend hinter ihre Forderungen nach dem Erhalt des zweiten Bahnübergangs im Ort gestellt und eine Schließung durch die Deutsche Bahn abgelehnt.

„Unsere größte Sorge ist der Brandschutz: Wenn die Löschfahrzeuge nicht von beiden Seiten anfahren können, wäre der Ortskern im Falle eines Brands verloren“, warnte die Mainkleiner Stadträtin Ingrid Kohles (FW). Die Bahn mache es sich zu einfach, wenn sie vorschlage, den Rad- und Wirtschaftsweg als Zufahrt zu nutzen, denn der sei zu schmal für die Feuerwehrautos. Das gleiche gelte für den Schulbus, wodurch die Verkehrsgefahr für Fußgänger, Radler und vor allem die Kinder im Ort steige.

„Wenn die Löschfahrzeuge nicht von beiden Seiten anfahren können, wäre der Ortskern im Falle eines Brands verloren.“
Ingrid Kohles, Stadträtin (FW)

„Die Menschen sind der Bahn offenbar egal“, kritisierte Kohles, dass weder bei dem Ortstermin mit der Bürgermeisterin ein Vertreter der Bahn zugegen war, noch das Unternehmen vorab mit den Mainkleinern über die Schließungspläne gesprochen habe. „Mainklein ist ein kleines Dorf mit 140 Einwohnern, aber mit 22 Kindern ein junges Dorf mit Zukunft“, betonte sie. Das sei gefährdet, wenn nur noch ein Bahnübergang vorhanden sei und somit eine Teilung durch die Schienen drohe.

Gegen die Schließung des Bahnübergangs Mainklein West demonstrierten die Mainkleiner Bürger vor ihrer Gemeinschaftshall... Foto: Roland Dietz

„Ich kenne niemanden, der die Pläne der Bahn unterstützt“, sagte auch Bürgermeisterin Christine Frieß. Die Argumente für die Erhaltung des Bahnübergangs seien stichhaltig. „Eine Schließung führt aus sicherheitstechnischer Sicht, vor allem im Brandfall und bei Hochwasser, zu einer Situation, die unverantwortlich ist“, betonte auch Thomas Müller (BV). Neben der Gefahr für den Brandschutz, die auch vom Landratsamt und der Kreisbrandschutzstelle bestätigt werden, komme der Hochwasserschutz, heißt es in der Stellungnahme der Stadt an die Bahn. So sei 2006 das Wasser so stark gestiegen, dass das Feuerwehrhaus nur über den Bahnübergang West erreichbar gewesen sei. Und beim Bau der Umgehungsstraße Mainroth-Rothwind drohe auch der Bahnübergang Mainklein Ost längere Zeit geschlossen zu werden, was die Brandschutz- und Verkehrsprobleme noch verstärke.

Hinzu komme die Verkehrsgefährdung, wenn der Schulbus, Lieferfahrzeuge für die Landwirte und der Milchlaster im engen Ort wenden müssten. Auch der Baggerbetrieb müsste den Ort mit seinen Fahrzeugen durchqueren. Radtouristen und Besucher des Biergartens müssten nach Schließung des Bahnübergangs auf die stark befahrene Bundestraße ausweichen.

Aufforstung des Stadtwalds mit Bäumen, die dem Klimawandel trotzen

Mit dem Umbau von Nadelholzbeständen im Burgkunstadter Stadtwald in zukunftsfähige Laubholz- und Mischbestände beschäft... Foto: Archiv-Gerda Völk

Vom Klimawandel stark betroffen ist der Burgkunstadter Stadtwald. Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Jahre hat vor allem Fichten und Kiefern stark geschädigt und die des Ausbreitung des Borkenkäfers beschleunigt. Nach dem Aufarbeiten der abgestorbenen Bäume soll jetzt mit klimaresistenteren und widerstandsfähigeren Bauamarten aufgeforstet werden. Daher hat der Stadtrat beschlossen, bei der Baumschule Steingässer aus Miltenberg Setzlinge für 48 051 Euro zu bestellen. Beantragt wurde eine Förderung von fast 30 000 Euro. Als Träger der Daseinsvorsorge sei die Stadt auch aus wasserrechtlichen und klimaschutzrechtlichen Vorgaben zur Aufforstung verpflichtet, erläuterte Bürgermeisterin Frieß. So helfe der der Wald bei der Bildung von Grundwasser, binde CO2 und filtere Ruß und Staub aus der Luft.

Aufgeforstet werden sollen insgesamt 6,34 Hektar, die in den vergangenen zwei Jahren nicht bepflanzt waren und zu verbuschen drohen, wie Wolfgang Weiß von den Bayerischen Staatsforsten erläuterten. Neben 13 Flächen mit Mischwald ist auch eine Versuchsfläche vorgesehen, für die weitere 5000 Euro aus Spenden zur Verfügung stehen. Hier solle ein „Zukunftswald“ mit nicht ortsansässigen Bäumen wie Edelkastanie, Pflaumeneichen, Wildapfel, Türkische Tanne, Schwarzkiefer oder Schuppenrinden-Hickory gepflanzt werden. Eile sei geboten, damit die Flächen nicht zu stark mit Wildwuchs verbuschen. Sollte es im Frühjahr zu trocken sei, könne auch das Gießen bezuschusst werden, meinte er auf Frage von Günter Knorr (CSU). Die Verbindung von Pflichtaufgaben der Stadt mit dem Klimaschutz begrüßte Dr. Ulrike Dinglreiter (BV).

Aus dem Stadtrat

Mit einem Überschuss von 1,537 Millionen Euro schließt die Jahresrechnung der Stadt Burgkunstadt für 2020. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 16,31 Millionen Euro (plus 1,44 Millionen Euro) und der Vermögenshaushalt mit 10,28 Millionen Euro (plus 93 756 Euro) ab. Der Überschuss werde der Rücklage zugeführt und für den Haushalt 2021 verwendet, wie Kämmerin Heike Eber erläuterte.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten sich allerdings noch nicht ausgewirkt. Stattdessen handele es sich bei den Überschüssen hauptsächlich um Gewerbesteuernachzahlungen aus den vorigen Jahren (plus 632 849 Euro) und eine höhere Umsatzsteuerbeteilung (plus 167 435 Euro). Bei den Ausgaben ergaben sich Einsparungen bei den Personalkosten wegen längerer Krankheitszeiten von Mitarbeitern (82 947 Euro), bei der wegen der Pandemie ausgefallen Schülerbeförderung (110 475 Euro), beim Gebäudeunterhalt (30 350 Euro) sowie der Kreisumlage (39 631 Euro). Die Ausgabenentwicklung sei ausgeglichen, die übrigen Werte im Mittel der vergangenen Jahre. Bei der Wasserversorgung wurde eine erfreuliche Kostendeckung von 95 Prozent erzielt, bei der Abwasserbeseitung von 105,24 Prozent, beim Friedhof von 58,16 Prozent, im Freibad von 16,29 Prozent, beim Schustermuseum (Umbaupause) von 1,74 Prozent) und bei der Forstwirtschaft von 24,59 Prozent. Die Schulden sanken dank einer Tilgung von 799 379 Euro auf 9,37 Millionen Euro (Schuldendienst: 1,19 Millionen Euro).

Einstimmig beschlossen wurde die Vergabe der Planungsleistungen für die Sanierung von Rangengasse (Wasser: 25 426 Euro, Kanal: 12 761 Euro) und Friedhofsstraße (Kanal: 19 040 Euro, Straße: 25 330 Euro) an das Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg, das als einziges von drei angeschriebenen Büros ein Angebot abgegeben hatte.

Die Kläranlage in Weidnitz wird vom Zweckverband Abwasserwirtschaft Kunstadt betrieben. Der bisherige Geschäftsführer Ar... Foto: Archiv-Stephan Stöckel

Um die Tiefbrunnen V (1993 gebaut) und VI (1995 gebaut) weiter betreiben zu können, muss die auslaufende Genehmigung für die Wasserentnahme verlängert werden. Die dafür erforderliche bauliche Untersuchung wurde für den Tiefbrunnen V bereits abgeschlossen, für Brunnen VI wurde mit den brunnentechnischen Leistungen die Firma Osel Bohr GmbH aus Bamberg für 34 899 Euro beauftragt und mit den geophysikalischen Untersuchungen Lux Geophysikalische Fachberatung aus Friedrichsroda für 7117 Euro. Auf die Bedeutung einer nachhaltigen Wasserversorgung angesichts des Klimawandels wies Joachim Ruß (CSU) hin.

Der Bau einer Heizung und Lüftung für den Ausbau des Dachgeschosses im Feuerwehrhaus Kirchlein wurde an die Firma Casper Haustechnik Altenkunstadt für 19 331 Euro vergeben (einziges Angebot von zehn angefragten Unternehmen).

Wegen der Vorsichtsmaßnahmen in der Corona-Pandemie und des zu erwartenden Diskussionsbedarf hatte Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) die Vertagung der Beratungen über einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs und über Probleme wegen des Baugebiets „Ebnether Berg“ im Zusammenhang mit der Förderinitiative „Innen statt außen“ beantragt. Gegen die Stimmen der CSU, die sich für eine Verlegung ans Ende der Sitzung mit Zeitlimit aussprach, wurde die Vertagung auf eine Sondersitzung am 1. oder 2. März beschlossen.

Fortschritte macht die Digitalisierung der Stadtverwaltung, die 1995 mit der Zeiterfassung der Mitarbeiter begonnen hatte, wie Digitallotse Peter Jurczyk erläuterte. Seitdem wurden zahlreiche Verbesserungen auf dem Weg zur papierfreien Verwaltung, die für den Bürger auch außerhalb der Dienstzeiten erreichbar sein soll, auf den Weg gebracht. Von der digitalen Auszählung der Stimmzettel bei Wahlen bis hin zur Zahlung per EC-Karte und Apple-Pay in der Stadtkasse und der technischen Ausstattung der Friedrich-Baur-Grundschule. Heuer sei geplant, eine Zugriffsmöglichkeit auf Dienste für Bürger über die Homepage einzurichten, das Angebot an Online-Formularen zu erweitern und mobiles Arbeiten für die Mitarbeiter zu ermöglichen.

Die Stadt wird Einwendungen gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Ostbayernring (neue Starkstromtrasse) wegen einer geplanten Schneise durch den Ebnether Wald und Auswirkungen auf Weg prüfen, wie Thomas Müller (BV) anregte.

Für eine Diskussion über den Winterdienst sorgte die Anregung von Müller, die Innere Kulmbacher Straße bei starken Schneefällen zu räumen. Auf Probleme an den Gefällstrecken in Kirchlein in der Tiefen Gasse, der Einmündung der Salzleite und der Auffahrt zum Dr.-Baur-Platz wies Ortssprecher Clemens Müller hin. Aus Kostengründen räume der Bauhof nur verkehrswichtige und gefährliche Straßen im Stadtgebiet und bei viel Schnee auch weitere Straßen, erläuterte Geschäftsleitender Beamer Sven Dietel. Die Anregungen werden geprüft, aber die Stadt könne nicht sämtliche Straßen täglich räumen, bat Bürgermeisterin Christine Frieß um Verständnis.

 

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