Auf dem Kordigast bleibt die Schranke am Wochenende zu

ALTENKUNSTADT

Auf dem Kordigast bleibt die Schranke am Wochenende zu

Im Dezember hatte sich der Bauausschuss erst mit der Zufahrt zum Kordigast auseinandergesetzt. Am Dienstagabend stand der Dauerbrenner erneut auf der Tagesordnung. Diesmal diskutierten die Räte im Sitzungssaal des Rathauses nicht wie sonst an Tischen, die zum Viereck angeordnet waren. Vielmehr saßen sie aufgrund der Corona-Krise an Einzeltischen in gebührendem Abstand voneinander.

Landwirte und Gemeinde hatten sich Ende vergangenen Jahres darauf verständigt, die Schranke am Kordigast, die ein direktes Anfahren des Keltenspielplatzes „Spielwienix“ verhindern soll, nur am Wochenende sowie an Feiertagen zu schließen. Eine zeitweilige Öffnung zum Beispiel für Erntearbeiten ist an diesen Tagen nur mit vorheriger Sondergenehmigung der Gemeinde möglich. Nun beantragte ein Bauer, die Schranken auch ohne eine solche Genehmigung öffnen zu dürfen. Der Antrag wurde abgelehnt, da die bisherige Regelung als ausreichend und praktikabel angesehen wurde.

Ist das zweite Schild an der Schranke überflüssig?

Derzeit befindet sich das Verkehrsschild, das nur land- und forstwirtschaftlichem Verkehr eine Zufahrt zum Kordigast erlaubt, hinter der Schranke. Es wird nach Auskunft von Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) vor die Schranke versetzt und durch ein weiteres ergänzt, so dass dann auf beiden Seiten ein Schild stehe. Der Bürgermeister appellierte zudem an die Vernunft der Bürger, das Auto auf dem Parkplatz bei der Schürfstelle stehen zu lassen und zu Fuß zum Spielplatz zu laufen.

Martina Mätzke (JWU) hält das zweite Schild für überflüssig. „Wenn es hilft, dann ist es nicht schlecht“, widersprach Hümmer. Hans-Werner Schuster (CSU) meinte: „Das sehen wir erst hinterher.“

Die Autofahrer müssen sich in den kommenden Wochen auf Behinderungen einstellen. Die Zufahrt zum Kordigast ab Pfaffendorf sollte ursprünglich vom 30. April bis zum 8. Mai aufgrund der Erneuerung der Fahrbahnoberfläche gesperrt werden. Maximilian Deuber (FWG) bat, den Beginn der Bauarbeiten auf Montag, 4. Mai, zu verschieben, um am 1. Mai Wanderungen zum Kordigast zu ermöglichen. Hümmer bewegte die Baufirma dazu, die Sperrung vom 4. bis zum 8. Mai vorzunehmen.

Zwischen dem 5. und 15. Mai wird an der Mainbrückenkreuzung eine Regenwasserbehandlungsanlage eingebaut. Die Rechtsabbiegespur von Weismain aus zur Theodor-Heuß-Straße wird deshalb gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Mainbrücke und die Bahnhofstraße in Burgkunstadt.

Platzverweis für Gemeinderat bei Baustellenbesprechung zur Schule

Während der Generalsanierung der Grundschule finden regelmäßig Baustellenbesprechungen statt. Dürfen daran auch die Gemeinderäte teilnehmen, wollte Norbert Schnapp (JWU) wissen.

Schnapp hatte beim Bürgermeister telefonisch um eine Teilnahme an einem Jour Fixe zur Generalsanierung der Grundschule gebeten. Der hatte ihm mitgeteilt, dass er nicht erwünscht sei. Trotzdem erschien er zu dem Termin und kassierte einen Platzverweis.

Schnapp kritisierte nun, dass Gemeinderäte an solchen Terminen nicht teilnehmen dürften. „Das wird in anderen Gemeinde im Landkreis Lichtenfels ebenso gehandhabt“, begründete Hümmer den Ausschluss. Damit es ein überschaubarer Kreis bleibe, lade man nur Vertreter der Verwaltung, der Baufirmen und der Schule sowie den Bürgermeister dazu ein. Mit Wahlkampf habe das nichts zu tun gehabt, betonte er. „Das ist nicht gerade die feine englische Art gewesen“, sprang Martina Mätzke ihrem Fraktionskollegen bei. Der Bauherrenausschuss sei das geeignetere Gremium für Gemeinderäte, sich über den Fortgang der Bauarbeiten zu informieren, hieß es.

Der neue Gemeinderat tagt wegen der Pandemie in der Kordigasthalle

Zu seiner konstituierenden Sitzung trifft sich der neue Gemeinderat am 12. Mai um 19 Uhr. Um in der Pandemie das Abstandsgebot zu wahren, treffen sich die 20 Räte, darunter acht neu gewählte und der wiedergewählte Bürgermeister Robert Hümmer, in der Kordigasthalle.

Der Bauausschuss hat in nichtöffentlicher Sitzung sechs Aufträge vergeben. Für die Generalsanierung der Grundschule wurden Trockenbauarbeiten für 93 309 Euro an die Firma A.S.T. in Pettstadt vergeben und die Bodenbelagsarbeiten für 37 315 Euro an die Holschbach GmbH in Morsbach. Das Ingenieurbüro Pedall in Haag untersucht den Baugrund für das Baugebiet „Baiersdorf I“ (3067 Euro). Die Utp Umwelttechnik Pöhnl GmbH aus Seybothenreuth wartet die Kläranlage in Spiesberg und übernimmt auch die Fernmessung (Telemetrie) für 1904 Euro. Die Messpatronen für die gemeindlichen Wasserzähler, die von der Firma Zenner aus Saarbrücken bezogen werden, kosten 1600 Euro. Eine Nestschaukel der Firma Eibe aus Röttingen für die Krippe der Kathi-Baur-Kindertagesstätte kostet 1589 Euro.

Wohnen im Apfelgarten heißt ein gemeinsames Wohnprojekt der Baufirma Raab aus Ebensfeld und des Caritas-Kreisverbandes in Altenkunstadt. Um das Projekt aufzuwerten, werden zwei Stellplätze durch Carports mit grünen Dächern ersetzt.

Georg Schnapp darf seine Pferdekoppel in Spiesberg um einen 450 Quadratmeter großen befestigten Pferdeauslauf mit Unterbau und einem 1,50 Meter hohen Holzzaun mit elektrischem Weidezaunband erweitern.

Auf Nachfrage von Edwin Jungkunz (CSU) teilte der Bürgermeister mit, dass es für die Neubaugebiete „Baiersdorf I“ und „Pfaffendorf“ noch keine Ausschreibungen gebe. Zudem wollte er wissen, ob in der Mainecker Straße in Baiersdorf mit den Bauarbeiten für die Sanierung des Mischwasserkanals und der Verlegung einer neuen Wasserleitung noch in diesem Jahr begonnen werde. Das hänge davon ab, ob es zur Errichtung eines Wärmenetzes kommen werde, sagte Hümmer. Erzeugt werden soll die Heizwärme in der Biogasanlage bei Prügel.

„Die Hochbehälter am Galgenberg und in Spiesberg müssen in den nächsten drei bis fünf Jahren saniert werden“, teilte Hümmer auf Nachfrage von Norbert Schnapp (JWU) mit. Er bat auch um einen Sachstand zum Wiederaufbau des Bootshauses. „Mit der Versicherung sind wir uns einig. Der Gemeinderat muss nun zügig entscheiden, wie es weitergeht“, berichtete der Bürgermeister. Stephanie Dittrich (Bündnisgrüne) wollte wissen, wie es um die Generalsanierung der Grundschule bestellt ist. Man liege im Zeitplan, antwortete Hümmer. (stö)