Artenvielefalt im Ökologischen Lehrfriedhof in Schwarzach

SCHWARZACH

Artenvielfalt im Ökologischen Lehrfriedhof in Schwarzach

„Die Bewahrung der Schöpfung ist ein wichtiges Thema in unserer Kirche“, sagte stellvertretende Landrätin Christina Flauder und gratulierte der Kirchengemeinde Schwarzach zum Ökologischen Lehrfriedhof, dem zweiten im Landkreis Kulmbach nach Rugendorf.

In enger Abstimmung mit dem evangelischen Verein „Schöpfung bewahren konkret“ hat sich der Umweltbeauftrage der Kirchengemeinde Schwarzach/Willmersreuth Hans Ulrich Gruber das Projekt Lehrfriedhof auf die Fahnen geschrieben. Hierbei geht es um Artenschutz, um die Vielfalt, das Aufstellen von Nisthilfen, kurz gesagt um die Erhaltung der naturnahen Lebensräume. Ein Friedhof wie der in Schwarzach mit seinen stattlichen alten Bäumen und Hecken soll eine Oase, ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein.

In der Kirche nisten sogar Fledermäuse

In Schwarzach gibt es Menschen aus der Gemeinde, die sich seit Jahren still und ohne großes Aufhebens um die Obstbäume beim Parkplatz kümmern, die Vögel füttern, Nistkästen aufhängen und Wassertränken für sie bereitstellen. Dafür dankte ihnen Christina Flauder ebenso wie denen, die in der Stille des Friedhofs die Gräber ihren Lieben pflegen und ganz nebenbei etwas zum Erhalt der Schöpfung beitragen.

„Die Menschen, die hierher kommen, erfahren Ruhe und Besinnung, Stärkung in ihrer Trauer und freuen sich über Begegnungen mit anderen“, sagte sie. Aber gerade Friedhöfe sind ein wahres Paradies für Tiere und Pflanzen und die Johanniskirche in Schwarzach beherbergt sogar Fledermäuse. Das Große Mausohr und das Langohr haben hier ihr Sommerquartier, erfährt man auf der Tafel Nummer 6. Insgesamt zehn Tafeln mit wertvollen Informationen wurden aufgestellt. Hier kommt der Landkreis ins Spiel, denn über das Projekt Klimaschutzmanagement wurden die Tafeln finanziert.

Die zweite Tafel beschäftigt sich mit alten Mauern und warum diese wichtig sind für Pflanzen und Tiere. In den Fugen der denkmalgeschützten Friedhofsmauer finden Hummeln und Wildbienen einen Platz zur Eiablage. Die dritte Tafel zeigt auf, wer an und in alten Bäumen wohnt. Die vierte mit Wiese statt Rasen: auf einer seltener gemähten Wiesenfläche können sich Insekten entwickeln und Kräuter kommen zum Blühen. Die fünfte Tafel am Gießbecken weist darauf hin, dass diese Brunnen wichtige Tränken für Vögel und Insekten sind. Es wird empfohlen Ausstiegshilfen (Holzbrett) anzubringen, damit das Wasser nicht zur Falle wird. Die sechste Tafel, Gebäude: nicht nur in der Kirche wohnen Fledermäuse, in der Pfarrscheune hat sich im Nistkasten ein Turmfalkenpaar eingefunden.

Zehn Lehrtafeln informieren: Tipps für den eigenen Garten

Bei der siebten geht es um Wildwuchs, denn auch Brennnesseln sind wertvolle Futterpflanzen. Die achte ist ein Aufruf „Machen Sie mit beim Projekt „Friedhöfe – Oasen für Pflanzen und Tiere“. Die neunte Tafel beschäftigt sich mit Streuobstwiesen und die zehnte mit Hecken. Hecken aus einheimischen Gehölzen sind besonders wertvoll für Tiere. Vögel, Igel, Mäuse, Amphibien, Käfer, Spinnen und viele andere

nutzen ihren Schutz. Deshalb soll man Hecken alt werden lassen und nur von Oktober bis März schneiden.

Die Tafeln sind überall im Friedhof verteilt und auch im Hinblick auf den eigenen Garten lohnt sich ein kleiner informativer Spaziergang durch den stillen Friedhof, der einen parkähnlichen Charakter hat. Hier bekommt man wichtige Empfehlungen, wie man mit einfache Methoden auch seine häusliche Umgebung in eine Oase verwandeln kann, in der sich Pflanzen, Tiere und Menschen wohlfühlen.