WEISMAIN

Burgkunstadter Straße einst eine Allee

Ländliche Idylle: In den 1950-er Jahren säumten Alleebäume die Burgkunstadter Straße in Weismain. Foto: Foto/Repro: Gerda Völk

Seinen Bilderabend mit alten und neuen Ansichten der Stadt Weismain hat Christian Klose, Leiter der CHW-Bezirksgruppe Weismain unter dem Titel „schwarz-weis-bunt“ gestellt. „Nein“, sagt er, „bei dem Wort „weis“ handelt es sich um keinen Schreibfehler. Das Wort leitet er von Weismain ab und nicht von schwarz-weiß. Christian Klose ist ein begeisterter Fotograf. Im Verlauf seines Bilderabends zum Stadtjubiläum zeigte er nicht nur Aufnahmen aus seiner Wahlheimat, sondern stellte sie historischen Fotografien aus dem Archiv der Stadt gegenüber. Für den Betrachter auch eine Art Zeitreise in die Vergangenheit.

Dabei wird deutlich, dass sich zwar einiges verändert hat, vieles aber gleich geblieben ist. Dabei ist es Klose nicht immer gelungen, den Standort des Fotografen der historischen Aufnahmen einzunehmen. Denn wo früher eine unbebaute Stelle war, stehen heute Häuser. Manche der gezeigten alten Aufnahmen besitzen Seltenheitswert. Unter den Zuschauern konnte sich kaum noch jemand daran erinnern, dass es mitten in Innenstadt von Weismain einmal eine Tankstelle gegeben hat. Auch die Gärtchen im Innenbereich der Stadtmauer gehören längst der Vergangenheit an. Eine der gravierendsten Veränderungen dürfte die Burgkunstadter Straße erfahren haben. Noch in den 1950-er Jahren des vorigen Jahrhunderts säumten Alleebäume die Straße.

Kleinziegenfelder Tal ohne Wald

Die Bilder regen zur Diskussion an, und dass liegt auch im Interesse von Klose. Der Großteil der gezeigten Aufnahmen zeigte das Stadtgebiet. Ein relativ kleiner Teil die Weismainer Stadtteile. Darunter waren alte Ortsansichten von Geutenreuth und aus dem Kleinziegenfelder Tal. Dabei fällt auch die Veränderung der Landschaft ins Auge. In den 1920-er Jahre gab es im Kleinziegenfelder Tal kaum einen Baumbewuchs, wie eine alte Ansicht zeigt. Damals hielten Ziegen den Bewuchs auf den Hängen klein. Heute wird mühsam mit Felsfreilegungen versucht, zumindest wichtige Bereiche wieder so zu präsentieren.

Die Gegenüberstellung von historischen und neuen Aufnahmen erzählt auch viel über die die Geschichte einzelner für Weismain prägender Gebäude. Dies wird besonders am Beispiel des heutigen Asylbewerberheims deutlich. Als Turnerjugendheim 1928 eingeweiht, beherbergte es während der Nazi-Diktatur eine „Gauführerschule“ und nach dem Krieg dann ein Altenheim. Und wie sich anhand der Nummernschilder von Autos auf alten Stadtansichten ablesen lässt, war Weismain schon immer für den Fremdenverkehr interessant.

Ausstellung bis Jahresende zu sehen

Im Rahmen des Bilderabends wurde auch die dazugehörige Sonderausstellung eröffnet. In ihr zeigt Klose in neueren Aufnahmen einen Querschnitt aus dem Stadtbild. Darunter sind romantische Plätze genauso zu finden, wie bekannte Persönlichkeiten und die Stadt im Wechsel der Jahreszeiten. Die Ausstellung ist noch bis zum Jahresende im Schönborn-Saal im Kastenhof zu sehen.

Blickfang: Mit der Kamera und dem Auge des Fotografen hat Christian Klose romantische Plätze und das Leben in Weismain eingefangen.