BURGKUNSTADT

Gemeinsam für attraktive Innenstadt

Runder Tisch: Gut besucht war der Workshop „Untere Stadt“ mit Professor Gerd Aufmkolk (li.) im Rahmen des Burgkunstadter... Foto: Andreas Welz

Kein Thema wurde in den vergangenen Monaten in Burgkunstadt so oft diskutiert wie eine neue Skaterbahn. Erneut stand sie im Fokus beim ersten Bürgerforum und einer Planungswerkstatt am vergangenen Samstag im Rathaus. Die Freizeitanlage für Jugendliche schlägt hohe emotionelle Wellen, da sie auch mit Spenden von Freunden und der Familie eines tödlich verunglückten Jungen mitfinanziert wird.

Da die Stadt die Anlage bauen soll und schwerlich viel Geld aus der eigenen Kasse nehmen kann, möchte Bürgermeister Heinz Petterich alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen. „Wir dürfen Freizeitanlagen nicht einfach so finanzieren“, mahnte der Stadtchef vor dem Hintergrund einer angespannten Haushaltslage bereits des Öfteren und musste daher das Projekt vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl anfassen. Jetzt biete sich eine gute Chance, die Skaterbahn über neue Fördertöpfe zu finanzieren. „In einem Jahr ist die Skaterbahn gebaut“, war Petterich zuversichtlich, machte allerdings die Zuschüsse davon abhängig.

„In einem Jahr ist die Skaterbahn gebaut.“
Heinz Petterich Bürgermeister

Ein „Sesam öffne dich“ ist das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das die Stadt Burgkunstadt seit Anfang des Jahres in Angriff genommen hat. Ziel dieses Konzeptes ist, Maßnahmen zu entwickeln, die vor allem die obere und untere Stadt aufwerten, damit sie wieder ein attraktiver Ort zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen wird. Dazu trägt auch die Vernetzung mit den übrigen Teilen des Stadtkerns bei, zum Beispiel der Bahnhofstraße, dem Schulberg und dem Mühlbach. „Das Ergebnis des Stadtentwicklungskonzeptes soll auch helfen, dem Rückgang und der Überalterung der Bevölkerung entgegenzuwirken“, hoffte das Stadtoberhaupt.

Nach einem Architektenwettbewerb erhielt den Zuschlag das Büro „Plan und Werk“ in Bamberg. Franz Ullrich und seine Mitarbeiter stellten das Konzept vor. Vier Schwerpunkte hatten die Landschaftsplaner und Architekten entwickelt. Die Qualität der Oberen Stadt solle als Wohnstandort verbessert und historische Scheunen saniert werden, die Kulmbacher Straße als Hauptlebensader solle attraktiver gestaltet werden. Die attraktive Südseite zum Mühlbach biete sich für eine Aufwertung des Grünen Bandes an. Die Bahnhofstraße habe ein bauliches Entwicklungspotenzial und dort könnten neue Wohnungen entstehen.

Auf dem Schulberg könnten zwischen den Schulen und der Stadthalle Synergieeffekte genutzt werden. Eine stärkere Anbindung an die Untere Stadt sei wünschenswert. Das stark abfallende Gelände eigen sich für eine so genannte Kleine Gartenschau. Attraktiver könnte auch die südliche Stadtkante am Mühlbach gestaltet werden. Ein durchgehender Weg entlang des Gewässers könnte das grüne Bad als Naherholungsbereich aufwerten. Schließlich machten sich die Planer auch Gedanken über die Wegeverbindungen. Diese sollten die Stadtteile besser vernetzen zum Beispiel mit einem Oberstadtring und einem Unterstadtring.

„Wir-Gefühl der Bürger gefragt“

Die Einwohner brachten ihre Wünsche und Anregungen in dieses Entwicklungskonzept ein. In vier Workshops machten sie transparent, wie sie sich in Zukunft ihre Stadt vorstellen. Der Jugend war ein eigener Workshop mit dem Thema „Skater- und Biker-Anlage“ gewidmet. Sie wünschten sich attraktive Anlagen für die Freizeitgestaltung wie die Skaterbahn, Freiräume mit überdachten Sitzecken und wollen Konflikte mit der Polizei meiden.

Antje Schreppel aus der Unteren Stadt machte auf die unübersichtliche Kreuzung Am Plan als Gefahrenpunkt aufmerksam, den es zu entschärfen gelte. Die fußläufige Anbindung zu den Fachmärkten müsse besser gestaltet werden. Die Gestaltung des Bahnhofs solle in die Planung mit einfließen. Sie befürwortete einen neuen Weg am Mühlbach. Katrin Dorsch-Seiz befürchtete, dass die Untere Stadt wegen Geschäftsaufgaben langsam absterbe. Dort könnten Eigentumswohnungen entstehen. Sie wünschte sich auch eine schnellere Realisierung der Skaterbahn.

Oliver Partheymüller konnte sich vorstellen, dass anstelle der ehemaligen Schuhfabrik in der Oberen Stadt eine Parkfläche entsteht. Er plädierte für mehr Leben auf dem Marktplatz, der nicht allein als Parkplatz dienen dürfe. Wochentags solle nicht vor 18 Uhr dort geparkt werden. Er appellierte an den Zusammenhalt der Bürger, die ein Wir-Gefühl entwickeln sollten. Professor Gerd Aufmkolk, Mitarbeiter des Büros „Plan und Werk“, machte noch einmal deutlich, dass die Voraussetzung einer Förderung nur dann gegeben sei, wenn ein schlüssiges Gesamtkonzept vorliege.

Für mehr Lebensqualität

Die Ausstellung „Leben findet innen statt“ der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern wurde im Foyer des Rathauses eröffnet. Sie zeigt an Beispielen in Bamberg oder Forchheim Städtebauprojekte, die auch in Burgkunstadt möglich sind. Bürger, Wirtschaft und Politik wünschen sich attraktive Innenstädte und Ortszentren für Wohnen, Einzelhandel, Handwerk, Kultur und Freizeit. Mit der Initiative „Leben findet Innenstadt“ setzt die Städtebauförderung diese Ziele in konkretes Handeln in rund 100 bayerischen Gemeinden um.

Beteiligung: Für die neuen Pläne interessierten sich die Einwohner von Burgkunstadt beim Bürgerforum.

Schlagworte