BURGKUNSTADT

Wie 2014: Stichwahl in Burgkunstadt

Wie vor sechs Jahren wird das Burgkunstadter Stadtoberhaupt erst im zweiten Wahlgang bestimmt. 2014 setzte sich Herausforderin Christine Frieß, für viele überraschend deutlich, mit 62 Prozent der Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber Heinz Petterich (FW) durch. Am Sonntag, 29. März, bekommt es die CSU-Bürgermeisterin mit Susanne Bock von Wülfingen (FW) zu tun, Heinz Petterichs Tochter.

Denn mit 39,5 Prozent beziehungsweise 1218 Stimmen hatte die Rathauschefin am 15. März die notwendige absolute Mehrheit deutlich verfehlt. Dagegen konnte sich die Bewerberin der Freien Wähler mit 32,6 Prozent und 1006 Stimmen gegen den dritten Kandidaten Sebastian Callens (Bündnis 90/Die Grünen; 27,9 Prozent; 861 Stimmen) durchsetzen, um in der Stichwahl die Bürgermeisterin erneut herauszufordern.

Corona-Pandemie behindert Wahlwerbung

Viele Möglichkeiten, in den vergangenen knapp zwei Wochen für sich zu werben, hatten die Bewerberinnen jedoch nicht. „Wir wollten einen Flyer verteilen lassen“, verrät Susanne Bock von Wülfingen, die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie hätten dies jedoch verhindert. Dagegen hat Christine Frieß noch Handzettel mit Wahlwerbung über die Post an die Haushalte versenden können, wie sie dieser Redaktion bestätigt.

Natürlich sind die Kandidatinnen auch in den sozialen Medien tätig. Bei Facebook wirbt Bayerns Umweltminister und Parteifreund Thorsten Glauber in einem kurzen Film für die Freie Wähler-Bewerberin. „Wir hatten übrigens persönlichen Kontakt zum Minister. Er hat das Video extra für mich aufgenommen, und es ist keine Botschaft aus der Konserve wie bei anderen“, sagt die Herausforderin. Auf ein Video verzichtet Christine Frieß (Stand: 25. März, 13 Uhr), dagegen zeigt sich die Amtsinhaberin auf der Facebook-Seite der Burgkunstadter CSU mit den Abgeordneten Emmi Zeulner und Jürgen Baumgärtner sowie den Bürgermeisterkollegen Robert Hümmer und Udo Dauer, die für ihre Parteifreundin werben.

„Die Grünen waren fair, aber die Freien Wähler haben ein paar Unwahrheiten in die Welt gesetzt, die nicht stimmen.“
Christine Frieß, amtierende Bürgermeisterin (CSU)

Im Übrigen blickt die Christsoziale verärgert auf den Wahlkampf zurück. „Die Grünen waren fair, aber die Freien Wähler haben ein paar Unwahrheiten in die Welt gesetzt, die nicht stimmen“, kritisiert Frieß und widerspricht vehement der Behauptung, dass sie in einen Dornröschenschlaf gefallen sei. Dass es in Burgkunstadt einen Stillstand gegeben habe, stimme nicht, so die Bürgermeisterin, die auch Aussagen der FW zum Thema „betreutes Wohnen“ kritisiert.

„Die Freien Wähler waren in Burgkunstadt doch selbst lange genug in der Verantwortung und müssten deshalb wissen, wie schwierig es ist, solche Vorhaben zu verwirklichen“, sagt Frieß. Ihre Kontrahentin Susanne Bock von Wülfingen kann dagegen keinen unfairen Wahlkampf ausmachen, die FW hätten sich auf ihre Anliegen konzentriert.

FW-Kandidatin hofft auf Stimmen der Grünen-Wähler

Die Herausforderin blickt jedenfalls optimistisch auf den kommenden Sonntag. Ihre Hoffnung ruht auch darauf, dass diejenigen Wähler, die für Sebastian Callens gestimmt haben, nun bei ihr das Kreuzchen machen. Diese hätten schließlich mit ihrem Votum für den Grünen-Kandidaten für eine Veränderung in Burgkunstadt gestimmt, was sie optimistisch macht für den 29. März. Auch wenn Callens und seine Partei keine Wahlempfehlung für den kommenden Sonntag ausgesprochen haben, verbinde sie mit dem Grünen-Bewerber doch der Wunsch nach Erneuerung, betont Susanne Bock von Wülfingen.

Dagegen baut Christine Frieß auf ihre Arbeit als Bürgermeisterin in den vergangenen sechs Jahren. „Ich habe keine Fehler gemacht und das Bestmögliche für die Kernstadt und die Ortsteile geleistet. Ich konnte vieles auch dank unserer tollen Verwaltung anstoßen und würde diese Projekte gerne fortführen!“, betont die CSU-Kandidatin.

Wie ihre Kontrahentin wünscht sie sich vom neuen Stadtrat, dem nun fünf Fraktion angehören (CSU: sieben Sitze; FW: fünf Sitze; Grüne und BV: je drei Sitze; SPD: zwei Sitze; Anm. d. Red.), ein gutes und parteiübergreifendes Miteinander. Dieses habe es ihrer Meinung nach allerdings schon in den vergangenen Jahren gegeben, während ihre Herausforderin da deutlichen Verbesserungsbedarf sieht. Es müsse aufhören, dass nur auf die Parteizugehörigkeit des Ideengebers geguckt werde. Es müsse darum gehen, ob die Idee Burgkunstadt voranbringe, so Susanne Bock von Wülfingen.

Weitere Berichte zur Kommunalwahl 2020 finden Sie unter www.obermain.de. Alle Ergebnisse vom Wahlabend sowie erste Reaktionen der Kandidaten lesen Sie außerdem im Liveticker zur Stichwahl am Sonntagabend auf www.obermain.de.