ALTENKUNSTADT

Bürgermeister Hümmer künftig Zünglein an der Waage

Nach der erfolgreichen Wiederwahl gab's Blumen für Bürgermeister Robert Hümmer, seine Frau Gabriele und seine Tochter Christina. Foto: red

Als einer der Gewinner der Gemeinderatswahl am Sonntag darf sich die CSU-Fraktion fühlen. Sie steigerte ihren Stimmenanteil gegenüber vor sechs Jahren von 29,7 auf nun 31,6 Prozent. Viel wichtiger als diese Zahl ist, dass die Christsozialen damit im neuen Gemeinderat mit sieben statt wie bisher mit sechs Mitgliedern vertreten sind.

Denn dieser eine zusätzliche Platz im Altenkunstadter Gemeinderat sichert den Konservativen quasi noch die absolute Mehrheit. Zusammen mit der Jungen Wählerunion hat die CSU künftig zwar nur noch zehn der 20 Sitze im Gremium. Allerdings ist da ja noch die Stimme des Bürgermeisters. Und der kommt mit dem wiedergewählten Robert Hümmer bekanntlich von den Christsozialen.

Junge Wählerunion verliert 6,4 Prozent und einen Sitz

Dass die „schwarze“ Fraktion etwas gerupft wurde, liegt daran, dass die jüngeren Ableger der CSU Federn lassen mussten. Besonders die Junge Wählerunion traf es hart. Vor sechs Jahren hatte sie noch beachtliche 22,5 Prozent erreicht, um jetzt nach einem Stimmenverlust von satten 6,4 Prozent bei nur noch 16,1 zu laden. Die Folge davon: Die Junge Wählerunion verlor einen ihrer vier Sitze und ist in Zukunft nur noch mit drei Vertretern dabei.

Lag es daran, dass die Liste auf eine Verjüngung ihrer Kandidaten gesetzt hatte? Oder wurde die JWU von den Wählern für das Hickhack um die Grundschulsanierung abgestraft? Der bisherige Fraktionsvorsitzende Walter Limmer, der im neuen Gremium nicht mehr vertreten ist, war jedenfalls zu keiner Stellungnahme bereit.

Immerhin sind noch drei Junge Wähler vertreten, während die ebenfalls konservativen Jungen Bürger ab sofort komplett außen vor sind. Sie rutschte in der Wählergunst von 4,4 auf 2,2 Prozent ab und verlor dadurch ihren einzigen Sitz.

Junge Bürger sind nicht mehr im Gremium vertreten

Sebastian Fischer, der Chef der Jungen Bürger akzeptiert das Ausscheiden aus dem Rat erstaunlich emotionslos und akzeptiert die Tatsache des Scheiterns eher sportlich. „Es hat halt einfach nicht gereicht, warum auch immer“, lässt er wissen, um fortzufahren: „Die anderen waren halt einfach besser und konnten die Wähler mehr überzeugen.“ Ein Grund für den Verlust an Stimmen mag in der arg kleinen Liste der Jungen Bürger gelegen haben. War diese vor sechs Jahren noch komplett mit 20 Namen gefüllt, tauchten dieses Mal nur sechs Personen darauf auf. Viele Kandidaten von damals seien inzwischen weggezogen, erklärt Sebastian Fischer, der das Abschneiden als Ansporn sieht, in der Zukunft besser zu werden.

Während die Freie Wählergemeinschaft mit der exakten Wiederholung des 2014er Ergebnisses von 9,2 Prozent weiterhin zwei Ratsmitglieder stellt, verharren die Freien Bürger der Ortsteile trotz einer Steigerung von 14,9 auf 16,5 Prozent bei drei Vertretern. Dies tut auch die SPD, die diesmal zusammen mit den Sozialen Bürgern mit einer gemeinsamen Liste angetreten war. Sie sitzt weiterhin mit dem bewährten Trio Frank Novotny, Karlheinz Novotny und Allmut Schuhmann im Gremium.

Die Bündnis 90/Die Grünen hingegen sind mit der Verdoppelung ihrer Sitze von eins auf zwei sowie einer Steigerung ihres Stimmenanteils von 4,4 auf 9,0 Prozent der eigentliche Gewinner der Altenkunstadter Gemeinderatswahl. Kein Wunder, dass die Fraktionschefin Stephanie Dittrich höchst erfreut ist. War sie bislang alleine im Gremium vertreten, bekommt sie künftig Unterstützung von Joseph Jachmann.

Die Gründe für das überaus positive Abschneiden der Grünen sieht Dittrich vielfältig. Zum einen darf sie es als eine Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit im Gemeinderat werten, was auch die fulminante Steigerung ihrer eigenen Stimmenanzahl von 710 vor sechs Jahren auf nunmehr 1429 beweist. Zum anderen glaubt sie: „Mit unseren Themen scheinen wir den Nerv der Bevölkerung zu treffen, was bei der Wahl honoriert worden ist.“ Natürlich verhehlt Stephanie Dittrich nicht, dass der bundesweit positive Trend der Grünen der kommunalen Liste ebenfalls geholfen hat.

SPD hat den Nachwuchs erfolgreich gepusht

Obwohl sich bei den „Roten“ seit der vorherigen Kommunalwahl im Grunde nichts verändert hat, sieht man einmal von der leichten Steigerung des Wahlresultats um 0,3 Prozent auf 15,3 ab, ist SPD-Fraktionsvorsitzender Karlheinz Hofmann nach eigenem Bekunden sehr zufrieden. „Wir haben die richtige Strategie damit gewählt, dass wir Frank Novotny wieder als Bürgermeisterkandidat aufgestellt und außerdem unsere jungen Bewerber gepusht haben“, sagt er. Sie sieht Hofmann die 19,5 Prozent für Frank Novotny als Bürgermeisteranwärter positiver als dieser selbst. „Das sind doch vier Prozent mehr als die Partei.“

Was ihn jedoch noch mehr freut, ist der Umstand, dass hinter dem etablierten, wiedergewählten Trio mit Patrick Paravan, André Leidner und Jonas Püls drei engagierte Nachwuchsleute die nächsten Positionen einnehmen und mögliche Nachrücker sind. Karlheinz Hofmann dazu: „Während die SPD woanders Probleme hat, sind wir froh, dass wir uns Nachfolger aufgebaut haben.“

Lange sah es nach einem vierten Sitz für die FBO aus

Anders ist die Stimmungslage bei Ludwig Winkler, den Fraktionsvorsitzenden der Freien Bürger der Ortsteile. Ihn ärgert, dass es für die FBO nach 15 von 16 ausgezählten Bereichen so aussah, als würde sie einen vierten Gemeinderatssitz hinzugewinnen. Auf diesen Platz durfte Dr. Friedrich-Wilhelm Müller hoffen. Dann aber traf das Resultat aus Woffendorf ein und brachte die CSU im Kampf um diesen einen Platz in den Vorteil. Zusammen mit den zwei von der FWG errungenen Sitzen kommen die Freien Wähler wieder auf fünf Plätze im Rat. Für Ludwig Winkler bedeutet dies sogar eine erhöhte Schlagkraft, „schließlich waren wir seit 2018 ja nur noch mit vier Leute vertreten“.

„Ich bin vollauf zufrieden“, betont Melitta Braun, die CSU-Fraktionsvorsitzende. Dabei spielt sie in erster Linie darauf ab, dass Robert Hümmer bereits im ersten Wahlgang wieder zum Bürgermeister gewählt worden ist. „Wir waren am Wahlabend alle glücklich. Zum einen, weil wir im Gegensatz zu Burgkunstadt und Weismain eine Stichwahl vermeiden konnten und natürlich über den Gewinn des siebten Sitzes.“ Melitta Braun sieht darin die harte Arbeit ihrer Fraktion in den abgelaufenen sechs Jahren bestätigt.

Insgesamt freut sie sich auf den neuen Gemeinderat. „Das sind spannende und auch junge Leute dabei. Das sieht nach einer guten Zusammensetzung aus“, urteilt sie. Sollte sie Recht behalten, kann die Gemeinde Altenkunstadt davon nur profitieren.

Tabellen mit Aufschlüsselung der Wahlergebnisse nach Kandidaten und Stimmbezirken gibt es in den nächsten Tagen.

Der neue Gemeinderat

CSU: Robert Hümmer (2510), Hans-Werner Schuster (1634), Melita Braun (1368), Gunther Czepera (1119), Frank Manzer (1007), Walburga Kraus (984), Thomas Geldner (765) und Christian Gampert (715) als Nachrücker für Robert Hümmer.

FBO: Georg Deuerling (2124), Ludwig Winkler (596) und Steffen Domschke (574).

JWU: Marco Weidner (1197), Rebecca Mätzke-Zapf (1119) und Michael Limmer (657).

SPD: Frank Novotny (1566), Karlheinz Hofmann (892) und Allmut Schuhmann (865).

FWG: Rolf Gnatzy (578) und Maximilian Deuber (515).

Bündnis 90/Die Grünen: Stephanie Dittrich (1429) und Joseph Jachmann (540).

 

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