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WEISMAIN

Bürgerblock warnt vor Weismains Finanzsituation

Bei ihrer letzten Wahlveranstaltung in Frankenberg erörterten die Mitglieder des Bürgerblocks Weismain die Finanzsituation der Stadt. „Man kann es nicht verstehen, dass das vierseitige Schreiben des Landratsamts vom 3. Juli 2019 zur Ablehnung des städtischen Haushalts nicht im vollen Umfang den Bürgern vorgelegt wurde beziehungsweise im Juraboten veröffentlichworden ist“, kritisierte Bürgermeisterkandidat Uwe Dück. Man könne in diesem Fall von „Unterschlagung seitens des Bürgermeisters“ sprechen, da alle Bürger ein Recht auf diese Mitteilung hätten.

Bürgermeister Udo Dauer habe darüberhinaus sogar der Aufforderung der Rechtsaufsicht nach Nachbesserungen widersprochen. Die Regierung habe auf Anfrage des Bürgerblocks bestätigt, dass die Stadtverwaltung weder das Schreiben des Landratsamts beachtet, noch die angemahnte Überarbeitung und Beratung des Haushaltsplans für 2019 umgesetzt habe.

Dück: Versagen von Bürgermeister und CSU-Mehrheit bei Kanalsanierung

„Nach Recherchen des Bürgerblocks ist Weismain die einzige Kommune in Bayern, die keine Genehmigung der Haushalte 2018 und 2019 erhalten hat“, sagte Dück. Die Folge sei, dass Weismain weder Kredite noch Zuschüsse erhalte und somit der Bürgermeister das in der Bürgerversammlung 2018 gegebene Versprechen nicht eingehalten habe, dass 2019 die maroden Kanäle und Straßen in der Kernstadt erneuert werden. „Sollte ein weiter so bei der Stadtführung in den nächsten Jahren erfolgen, werden sich Wasserleitung, Kanal und Straßen weiterhin verschlechtern, da sich in der zweiten Amtsperiode des Bürgermeisters Dauer keine Verbesserung ergeben hat“, kritisierte Dück. „Somit hat auch der Stadtrat mit CSU-Mehrheit versagt!“

Die Vorschläge von Alois Dechant zur Minimierung der Kosten im Hutzelbrunnen durch zwei Dämme beim Anwesen Langer und am Giechkröttendorfer Schloss wie vor Klosterlangheim seien abgelehnt worden, obwohl auch das zuständige Ingenieurbüro bestätigt habe, dass dies Kosten einsparen könnte. Zuhörer äußerten sich schockiert darüber, dass die Stadtverwaltung keine Notwendigkeit sehe, diesen Vorschlag weiter zu verfolgen.

Hätte Rückhaltebecken der Stadt Millionen für Verrohrung erspart?

Jetzt koste die Verrohrung, die nach Berechnung des Wasserwirtschaftsamt für den Plessengraben und den Weiherwiesengraben 4,40 Meter breit und 1,60 Meter hoch sein müsse, weitaus mehr. Und das Problem mit Hochwasser entlang der Anwesen in der Wassergasse sei nicht behoben, da das Wasser unkontrolliert von Giechkröttendorf herunter fließe. Ein Damm am Schloss hätte dagegen Abhilfe geschaffen und Millionen eingespart, weil dann eine kleinere Verrohrung im Hutzelbrunnen ausgereicht hätte.

„Die Fluchtreaktion von Mitarbeitern der Verwaltung in den letzten Jahren spricht für sich“, sagte Bürgermeisterkandidat Uwe Dück. Er wolle daran arbeiten, dass in Weismain der Mannschaftsgeist wieder gelebt werde. Die Vereine, Betriebe, Kindergärten und Schulen müssten spüren, dass sie ein wichtiger Teil unserer Stadt sind.

Die Sorgen und Ideen der Bürger will Dück bei Ortsbegehungen und Bürgerstammtischen regelmäßig erörtern. Auch die Kinder und Jugendlichen sollen bei regelmäßigen Treffen Gehör finden. „Bei vielen Hausbesuchen habe ich gespürt, dass es Zeit wird für einen Wechsel in der Stadtführung und, dass eine Veränderung im Stadtrat vorgenommen werden muss“, sagte er. Dück forderte dazu auf, am 15. März „einen bunt gemischten Stadtrat“ zu wählen. „Ich reiche jedem Bürger meine Hand, damit wir gemeinsam was tun, anpacken und Weismain wieder lebenswerter machen.“

In der Diskussion kritisierten die Bürger die schlechten Einkaufsmöglichkeiten in Weismain. Sie forderten, dass der Fremdenverkehr gefördert, das Radwegnetz ausgebaut werden und die Bürger mit ihren Problemen ernst genommen werden sollten.