BURGKUNSTADT

DLRG Burgkunstadt fordert Bau des Lehrschwimmbeckens

DLRG Burgkunstadt fordert Bau des Lehrschwimmbeckens
Nur im Sommer ist die Schwimmausbildung im Burgkunstadter Freibad Kunomare möglich. Foto: Roland Dietz

Der Schwimmunterricht und der Wunsch nach einem Lehrschwimmbecken standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der DLRG Burgkunstadt. Hintergrund waren Kommentare der Freien Wähler zum vorläufigen Förderbescheid für ein geplantes Bad an die Gemeinde Altenkunstadt. Angesichts des Problems, dass immer weniger Kinder das Schwimmen erlernen, seien solche Aussagen unverständlich, bedauerte 1.Vorsitzender Werner Schneider. Denn das Fehlen eines Lehrschwimmbecken in der Region Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain führe zu mangelnder Sicherheit im Wasser.

In den vergangen Jahren seien in Deutschland über 430 Menschen ertrunken, davon 87 Prozent in Binnengewässern, zitierte Schneider eine aktuelle Statistik der DLRG. „Flüsse, Seen oder Kanäle sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht“, sagte Schneider. Besonders vom Ertrinken betroffen seien Kinder und junge Menschen. So kamen 17 Kinder im Vorschul- und acht im Grundschulalter im Wasser ums Leben. Sicherlich sei die sinkende Schwimmfertigkeit bei Kindern eine Ursache.

Weniger Schwimmunterricht, mehr Ertrinkungstote

Hart kritisierte die DLRG daher die sich verschlechternden Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung durch zunehmene Schließung von Bädern in Deutschland. Diese Entwicklung sei alarmierend. „20 bis 25 Prozent aller Grundschulen bieten keinen Schwimmunterricht mehr an, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht und ausbildende Verbände wie die DLRG haben lange Wartelisten von ein bis zwei Jahren für einen Schwimmkurs“, warnte Schneider. „Mehr als jeder zweite Grundschulabsolvent ist kein sicherer Schwimmer mehr.“ Die meisten Menschen ertranken in Bayern, hier waren 95 Tote zu beklagen.

„Von 2010 bis 2017 fand in den Schulen in Weismain, Altenkunstadt und Burgkunstadt kein Schwimmunterricht statt“, bedauerte Werner Schneider. Dadurch sei die Zahl der Nichtschwimmer in diesen Grundschulen auf über 40 Prozent gestiegen.

„Ursprünglich ist eine Förderung von 80 Prozent plus X zugesagt worden. Wenn jetzt nur 69 Prozent erreicht werden, ist dies ein Affront gegenüber der Sache.“
Werner Schneider, DLRG-Vorsitzender

Mit dem Projekt „Sichere Schwimmer“ habe die DLRG zusammen mit den Schulen den Schwimmunterricht wieder aufgenommen. Dies sei eine kleine Erfolgsgeschichte. Die DLRG organisiere den kompletten Unterricht, von den Busfahrten über die Badbuchung bis zu den Ausbildern. Jeden Montag fahren die Kinder aus drei Schulen (Altenkunstadt, Burgkunstadt, Weismain) ins Hallenbad nach Michelau. Dafür, dass jede Klasse nur sechs bis sieben Übungseinheiten hat, sei die Erfolgsquote sehr hoch.

Unterstützt werde die Aktion durch die AOK Bayern, den DLRG-Landesverband und das Gesundheitsministerium. „In den letzten drei Schuljahren haben wir so insgesamt 330 Busfahrten von den Grundschulen nach Michelau organisiert“, berichtete er. Dabei waren Schulklassen, Lehrer und Ausbilder mit 8250 Kindern 660 Stunden unterwegs. Ohne Projektleiterin Katja Krause und den DLRG-Urgesteinen Volker Thormälen und Robert Wilm wäre dies nicht möglich gewesen.

„Über den Bau eines Lehrschwimmbeckens ist doch wohl schon lange genug diskutiert worden“, sagte Schneider. Bereits 2013 wurde bei einem Treffen im Landratsamt mit den damaligen Bürgermeistern und Landrat Christian Meißner der Bau eines Bades befürwortet. Dabei sei eine Förderung von 80 Prozent plus X zugesagt worden.

„Wenn jetzt nur 69 Prozent erreicht werden, ist dies ein Affront gegenüber der Sache“, kritisierte Schneider. „Die Politiker sollten doch endlich mal ausführen, was versprochen wurde.“

Und Sigi Erhardt forderte: „Die Freien Wähler Altenkunstadt sollten zum Bau eines Lehrschwimmbeckens wie es geplant ist, stehen, damit unsere Kinder wieder vernünftig das Schwimmen lernen können und nicht wieder mit sinnlosen Diskussionen neu beginnen.“

DLRG Burgkunstadt fordert Bau des Lehrschwimmbeckens
Die Abschlussveranstaltung der Schwimmkursteilnehmer der DLRG in Bad Staffelstein. Foto: Roland Dietz

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