BURGKUNSTADT

Burgkunstadt: Schulberg wird Bürgermeister beschäftigen

So sieht das Konzept des Architekturbüros Planetz für den Burgkunstadter Schulberg vor. Seine Umsetzung haben sich alle drei Bürgermeisterkandidaten auf die Fahnen geschrieben.Grafik: Planetz Foto: Planetz Architektenpartnerschaftsgesellschaft

Im Rahmen der Berichterstattung zur Kommunalwahl am 15. März stellt diese Redaktion den Bürgermeisterkandidaten Susanne Bock von Wülfingen (FW) und Sebastian Callens (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Amtsinhaberin Christine Frieß (CSU) sieben Fragen, mit welchen Lösungen sie in den kommenden sechs Jahren die Stadt gestalten wollen. Im dritten Teil beantworten die Bewerber um das Bürgermeisteramt folgenden Fragen:

• 1. Welche Infrastrukturmaßnahmen wie Straßensanierungen, Breitbandausbau, Kita- oder Schulrenovierungen möchten Sie in den kommenden Jahren in Angriff nehmen?

• 2. Wie möchten Sie als Stadtoberhaupt die Bürger am Stadtgeschehen besser beteiligen?

Christine Frieß (CSU):

Christine Frieß (CSU). Foto: Red

• Zu 1: Über das Förderverfahren Gwlanr wird die Grundschule mit einer Glasfaserleitung ausgestattet. Hier haben wir bereits den Auftrag an die Telekom vergeben und den Förderbescheid von der Regierung von Oberfranken erhalten. Der Glasfaseranschluss für die Schule wird wahrscheinlich im Sommer 2020 realisiert.

Beim dritten Breitbandförderverfahren werden die Grundstücke, die noch nicht mit mindestens 30 Mbit versorgt sind, mit Glasfaser bis zum Grundstück versorgt. Das betrifft Mainklein, einen Großteil von Gärtenroth und einzelne Grundstücke in Mainroth. Wir gehen davon aus, dass die Baumaßnahmen im Jahr 2020 abgeschlossen werden. Bei beiden Verfahren erhält die Stadt einen Fördersatz von 90 Prozent.

Auch wird das Hochwasserschutzkonzept Priorität haben. Straßensanierungen sind geplant bei Weihersbach, Dr. Bullinger Straße sowie Eben-Schmeilsdorf. Aufgrund der Zuwendungen mit bis zu 80 Prozent für Kanal- u. Wassersanierungen verbauen wir in den nächsten zwei Jahren zirka vier Millionen Euro, deswegen ist die weitere Finanzierung von Straßenzügen nicht abbildbar. Geplant sind die Sanierung von Bahnhofstraße und Plan sowie Fliehgasse und Städelgasse; diese sind jedoch abhängig von der Entwicklung der Konjunktur und der Abwicklung von Rzwas.

Unsere Kitas und Schulen wollen wir auf einen aktuellen Stand halten, und die schrittweise Umsetzung des Rahmenplanes Schulberg (Wolfsberg) wird uns die nächsten Jahre beschäftigen, das ist abhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt und der Höhe der Fördergelder.“

• Zu 2: „Bei allen anstehenden Maßnahmen und Projekten werden – und wurden bereits in den vergangenen Jahren – die Anlieger und Bürger beteiligt. Ebenso finden runde Tische und eine Zukunftswerkstatt in der Stadthalle statt, um auf diese Weise Ideen zur Belebung und Aufwertung der Altstadt und des Marktplatzes zu generieren (auch bisher erarbeitete Ideen werden hier vorgestellt).“

Susanne Bock von Wülfingen (FW):

Susanne Bock von Wülfingen (FW). Foto: Red

• Zu 1: „Die Infrastrukturmaßnahmen wie Straßensanierung, Kita- und Schulsanierung zählen alle zu den Pflichtaufgaben. Da wir heute bereits eine Kindergartengruppe in der Grundschule untergebracht haben, muss sicherlich dort gehandelt werden. Was natürlich sofort die Frage nach den Räumlichkeiten und der Ausstattung in der Grundschule rechtfertigt. Aber auch marode Straßenzüge sind nach aktuellen Gesichtspunkten zu sanieren. Somit wird die Priorisierung aller Infrastrukturmaßnahmen eine besondere Herausforderung sein und auch bleiben.“

• Zu 2: „Als Bürgermeisterin würde ich Wert auf eine aufschlussreiche Informationspolitik legen. Nur wenn die Bürger sich mitgenommen fühlen und den Sinn von Maßnahmen und Entscheidungen kennen, können sie das Warum nachvollziehen. Als Bürgermeisterin wäre ich draußen vor Ort, am Bürger. Ich kann mir einen fahrenden Schreibtisch vorstellen. Warum nicht mal in den Ortsteilen arbeiten? Bürgermeistersprechstunden in den Stadtteilen sind ebenfalls denkbar und leicht umzusetzen. Wenn man als Bürgermeisterin das Ohr am Menschen hat, weiß man gleich, wo der Schuh drückt.“

Sebastian Callens (Grüne):

Sebastian Callens (Grüne). Foto: Red

• Zu 1: „Die Neugestaltung des Schulbergs will ich mit hoher Priorität vorantreiben. Wir Grünen wollen die Stadthalle aufgrund ihres Identifikationswertes und ihrer sehr guten Bausubstanz erhalten und sanieren. Der hervorragende Schulstandort ist zu stärken. Die Stadt sollte allen Schulen eine aktive Beteiligung an Problemlösungen anbieten.

Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist groß. Ich will mich für eine barrierefreie Wohnanlage für alle Generationen und Menschen verschiedenster Herkunft in der Unterstadt einsetzen, ergänzt durch attraktives Grün, einen Spielplatz und öffentliches WC.

Dringend gebraucht werden die geplanten Regenwasserrückhaltebecken, damit die Bürger bei den nächsten Starkregen vor Überschwemmungen geschützt werden. Übertriebene Maßnahmen sind zu überprüfen.

Wir wissen um die maroden Kanäle. Sie sind vordringlich zu sanieren. Hierfür müssen die Zuschüsse aus dem neu aufgelegten Zuschussprogramm ausgeschöpft werden.

Die Trinkwasseranlagen mit den dazugehörigen Tiefbrunnen müssen auf hohem Niveau erhalten bleiben.

• Zu 2: Demokratie lebt vom aktiven Einmischen. Mir ist Bürgerbeteiligung sehr wichtig und ich will die Politik des Gehörtwerdens etablieren. Die Öffentlichkeit soll über anstehende Projekte frühzeitig und ausführlich informiert werden. Auch das Internet ist hierfür zu nutzen. Vorlagen und Protokolle aus öffentlichen Sitzungen sollen - umfangreicher als bisher - online zur Verfügung stehen.

Vor jeder Stadtratssitzung möchte ich als Bürgermeister den Bürgern die Möglichkeit für Fragen und Anregungen geben. Ich will die kommunale Verwaltung weiterentwickeln und mit dem Einsatz digitaler Formulare zeitaufwendige und lange Wege reduzieren.

Für das ehrenamtliche Engagement habe ich große Achtung und will dies bestmöglich unterstützen. Die Vereinsarbeit sollte deshalb durch Treffen mit Vereinsvertretern gestärkt werden. Die Ortsteile müssen durch entsprechenden Bürgerversammlungen künftig besser eingebunden werden. Es ist mir wichtig auch das zwischenmenschliche Klima zu verbessern: für ein offenes und respektvolles Miteinander.

Weitere Artikel zur Kommunalwahl gibt es unter www.obermain.de.

 

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