BURGKUNSTADT

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Die Flying Superheroes begeisterten mit ihren Vorführungen auf dem Trampolin. Foto: J. Krause

Was im vorigen Jahr noch ein aus der Not geborener Versuch war, zeigte sich heuer zum zweiten Mal als ein mit guten Einfällen gestaltetes und vom Publikum freudig angenommenes Highlight im Jahres-Veranstaltungsprogramm des Turnvereins Burgkunstadt. Es spornt immer wieder an, zu sehen, dass das natürlich vorwiegend aus den Angehörigen der Aktiven bestehende Publikum mit so viel Interesse und Begeisterung deren Darbietungen im bunt geschmückten Saal der Stadthalle folgte. Meist sind es ja die Kinder oder Enkel, die sich auf der Bühne präsentieren und das mit viel Fleiß und guten Einfällen der Trainer arrangierte Programm darbieten. Wenn sie dafür Applaus erhalten, spornt das zu weiteren Anstrengungen an.

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Hoch hinaus: Ein Blickfang war die Pyramide der Chearleader. Foto: J. Krause

Vor dem Hintergrund der zum Gruppenfoto aufgestellten Sportler eröffnete die Vorsitzende Lydia Münch das Fest. Sie dankte dem Vergnügungsausschuss mit der unermüdlichen Hanne Vetter, allen Übungsleitern und den heimischen Firmen für ihre Spenden zur Ausgestaltung der Tombola. Sie bedauerte, dass noch kein Nachfolger für Helga Schneider gefunden wurde, deren Eltern-Kind-Turnen 30 Jahre als feste Größe im Portfolio des Vereins verankert war. Wenn außerdem mitgeteilt werden musste, dass sich die Handballabteilung selbstständig gemacht hat und dem Verein nicht mehr angehört, konnte doch mit der Aufzählung der verbliebenen mannigfaltigen Aktivitäten jeder pessimistische Gedanke beiseite geschoben werden.

Die Würdigung der mit vielen, teilweise zungenbrecherischen Titeln von Wettkämpfen zurückgekehrten Sportler zeugte vom Trainingsfleiß und großer Begeisterung. Hier stach besonders die Trampolinabteilung hervor, über deren Erfolge auf den Sportseiten dieser Zeitung regelmäßig berichtet wird. Eine runde Zahl war am Schluss noch zu nennen: Die Abteilung Volleyball darf ihre 40-jährige Vereins-Zugehörigkeit feiern.

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Bezaubernde Eisköniginnen auf dem Parcours. Foto: J. Krause

Dann löste sich das Gruppenbild auf und Lydia Münch, ausgestattete mit Schirm, Frack und Melone, übergab das Mikrofon zur Moderation an das „Engelein“ Hannah Pensel, die zum ersten Mal durch das Programm führte.

Beifall für die Eiskönigin und ihre kleine Tänzerinnen

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Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Eröffnung mit der TV-Vorsitzenden Lydia Münch und allen Aktiven. Foto: J. Krause

chon wirbelte Heike Bauer mit ihren 15 kleinen Mädchen zum „Parcours Toll“ mit der Eiskönigin herein. Mit Mimik und Gesten verstand sie es geschickt, ihre Regie auf die wuselnde Schar zu übermitteln. Schade, dass die Musikanlage die Begleitmusik teilweise schredderte. Aber Frauen sind erfinderisch – mittels Kofferheule und Mikro gab es eine rustikale Lösung des Problems. Nach der zünftigen Schneeballschlacht, die wegen des Klimawandels nur mit Papierknödeln realisiert werden konnte, mischten die größeren Mädchen der Abteilung als Cheerleader das Publikum auf.

Immer wieder lässt sich die Abteilung Trampolin neue Themen zur attraktiven Gestaltung ihrer Darbietungen einfallen. Als Flohzirkus erwiesen sich die Jüngsten mit ihren unbekümmerten Sprüngen. Und wenn das Quengeln einer „zu höherem Berufenen“ gar nicht nachlässt, gibt die liebe Trainerin am Ende doch noch Hilfestellung. Die Pause, die Tombola, die gute Bewirtung. Heike Bauer füllte die Zeit mit einer Polonaise.

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Ehrung erfolgreicher Sportlerinnen und Trainer des TVB. Foto: J. Krause

Das Trampolin stand noch auf der Bühne, die Aktiven in den Startlöchern und der Wirbel setzte sich fort. Den Kleinsten folgten die Größeren. Jetzt zeigten die „Flying Superheroes“, wie hoch Superhelden fliegen. Antonia Kohmann und Tabea Tröster übertragen ihre Begeisterung für kühne Sprünge auf die von ihnen Betreuten.

Judokas glänzen mit Präzision und Mut zum Zupacken

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Die Präsentation der Leistungsturner. Foto: J. Krause

Die Truppe mit den weißen Anzügen – ihr Auftritt war zunächst wenig spektakulär. Lothar Fischer vermittelte eine Trainingseinheit. Erst bei genauem Hinsehen tritt die Präzision zutage, mit der die Judokas jeden Schritt, jede Handreichung und jedes Zupacken kalkulieren und realisieren. Physikalische Gesetze werden an anatomischen Gegebenheiten angewandt. Der Kampfsport funktioniert nur, wenn der „Gegner“ überrascht und die Abwehr wirksam verhindert wird.

„Wie bunt ist das denn!” war der Slogan für das Internationale Deutsche Turnfest 2017 in Berlin. Er war klug gewählt und passte zu dieser Stadt, die an Buntheit und Lebendigkeit kaum zu übertreffen ist. „Wie bunt ist das denn!” – nannten auch Nicole und Rouven Dorsch die anspruchsvollen Darbietungen ihrer Leistungsturn-Riege. Und bunt, nicht nur nach der Farbenlehre, war der ganze Nachmittag. Wo könnte eine Gesellschaft bunter sein, Integration besser praktizieren als beim gemeinsamen Spaß, Spiel und Sport. Schön, dass der Turnverein die Mitglieder aller Abteilungen zusammenbringen und mit neuen guten Ideen ein so abwechslungsreiches Programm gestalten kann. Man darf sich aufs nächste Jahr freuen.

Fliegende Helden und Flohzirkus beim Turnverein Burgkunstadt
Die Trampolin-Turner in Aktion. Foto: J. Krause

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