ALTENKUNSTADT

Pfarrer mit Lampenfieber beim Seniorenfasching

Ein älteres Ehepaar (Rosanne Tucakovic und Elisabeth Wiehle) freut sich auf seinen ersten Theaterbesuch. Doch was soll man schauen? Das Angebot ist so groß. Foto: Bernd Kleinert

Unter dem Motto „Die Sorgen bleiben heut? daheim“ stand der große Seniorenfasching der katholischen Kirchengemeinde Altenkunstadt. Mit originellen Kostümen, köstlichen Sketchen und fröhlichen Liedern stellte das „ältere Semester“ unter Beweis, dass närrisches Treiben kein Privileg der jungen Generation ist. Die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Viele gut gelaunte Frauen und Männer, darunter auch die Patres Kosma und Josef sowie Bruder Simeon von der Franziskaner-Gemeinschaft, hatten sich im dekorierten Pfarrsaal eingefunden, um ihre Lachmuskeln zu trainieren. Zur Begrüßung gab?s für jeden ein Glas Sekt. „Wer Lachen und Freude vergisst, der weiß nicht, was das wahre Leben ist“, rief Steffi Deuerling dem Narrenvolk zu. Die Seniorenbetreuerin hatte zusammen mit Rosanne Tucakovic, Elisabeth Wiehle, Maria Schnapp und Anni Gückel ein tolles Programm auf die Beine gestellt, bei dem kein Auge trocken blieb.

Ein Ehepaar kann sich im Theater nicht entscheiden

Das Narrenvolk machte Bekanntschaft mit einem jungen Pfarrer, der sich auf seine erste Predigt vorbereitet. Doch wenn er bloß nicht so aufgeregt wäre! Der Apotheker weiß Rat: „Jedes Mal, wenn ihre Hände zu zittern beginnen, trinken Sie ein Schnäpschen“. Nach 17 Mal Zittern und ebenso vielen Schnäpsen steigt der Geistliche auf die Kanzel. Aufgeregt ist er nicht mehr, aber die Predigt wird man in der Gemeinde nicht so schnell vergessen. Dass der Seelsorger den Choral „Jesu, meine Zuversicht“ in „Jesu, meine Kuh frisst nicht“ abwandelt und Christus seinen Worten zufolge auf einer Kreuzung überfahren wurde, sind nur zwei von vielen Peinlichkeiten.

Ein älteres Ehepaar freut sich auf seinen ersten Theaterbesuch. Aber was soll man sich gönnen? Eine Mitarbeiterin informiert über den Spielplan. Im Kleinen Haus gibt?s „Nicht Fisch, nicht Fleisch“. „So ein Blödsinn. Wir sind doch keine Vegetarier. Außerdem haben wir schon zu Hause gegessen“, entrüsten sich die beiden. Shakespeares „Was ihr wollt“ wird im Großen Haus aufgeführt. Das Ehepaar ist begeistert: „Was wir wollen? Dann würden wir gerne `Zum Weißen Rössl am Wolfgangsee? sehen“.

Was macht ein Richter, wenn der Angeklagte singt?

Das Narrenvolk erlebt, wie Eierfrau Gretel sich beim Abzählen der Eier zu ihren Gunsten verzählt, und amüsiert sich über Richter Sittenrein, dem der Angeklagte August auf alle Fragen mit einem flotten Liedchen antwortet. Das Angebot an Fernsehsendern wird immer größer. Lustig auch der Sketch über einen Fernseh-Zuschauer, der im Sekundentakt zwischen einem Boxkampf, einer Kochshow, Tipps für junge Mütter und dem Magazin für Landwirte hin und herschaltet. Nach der Melodie von „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ wird das fröhliche Lied „Mann und Frau“ gesungen, in dem sich die Geschlechter gehörig auf die Schippe nehmen. Einem Loblied auf den „Herbst des Leben“ kommt das Lied „Die Alten“ gleich. Das Publikum amüsierte sich prächtig und klatschte begeistert Beifall.

Mit volkstümlichen Liedern zum Mitsingen und Schunkeln heizte Bernhard Willsch auf seinem Akkordeon die Stimmung an. Seniorenbetreuerin Steffi Deuerling dankte allen Mitwirkenden und Helfern. Der nächste Seniorennachmittag der katholischen Kirchengemeinde findet am Donnerstag, 12. März, um 14 Uhr im Pfarrheim statt.

Schlagworte