BURGKUNSTADT

Bürgerverein für ein klimaneutrales Burgkunstadt

Wahlen
Zur Stimmabgabe aufgerufen sind die Bürger bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 auch im Landkreis Lichtenfels. Foto: Bernd Weissbrod (dpa)

Mit einem fundierten Vortrag erläuterte der Mainrother Stadtratskandidat Reinhard Englert den Stand der Diskussionen um die Freiflächenphotovoltaik in Burgkunstadt. Den Rahmen dazu bildete eine Wahlveranstaltung des Bürgervereins Burgkunstadt, zu der die Stadtratskandidaten in die Gastwirtschaft Vonbrunn in Mainroth eingeladen hatten.

Bürgersolaranlage hat 285 Tonnen CO2 gespart und sich amortisiert

Zunächst ging Englert auf die Erfolgsgeschichte der Bürgersolar ein, deren Geschäftsführer er ist. Die Bürgersolaranlage, die 2009 in Mainroth errichtet wurde, habe sich bereits 2019 amortisiert, so Englert. Das sei nur dank der Förderungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz möglich gewesen. Seit ihrem Bestehen hätten die Anlagen in Mainroth und Burgkunstadt 480 000 kWh Strom ins Netz eingespeist, was etwa 285 Tonnen eingespartem CO2 entspreche. Vorteile dieser Anlage seien, dass der Strom dort erzeugt werde, wo er auch verbraucht werde. Das führe zu geringeren Leitungsverlusten und der Gewinn aus der Stromerzeugung bleibe bei den Bürgern vor Ort. Leider habe sich die Einspeisevergütung so drastisch verringert, dass sich Dachsolaranlagen ohne Speicheranlagen nicht mehr rentierten, bedauerte Englert. Freiflächenanlagen seien aber immer noch rentabel. Aktuell diskutiere der Stadtrat einen Leitfaden zur Entscheidungsfindung für die Errichtung von Freiflächenanlagen in Burgkunstadt. Für solche Anlagen sollten zehn Hektar Land zur Verfügung gestellt werden. Das Maintal solle von Anlagen freigehalten werden. Die Bürgerbeteiligung solle bei 20 Prozent liegen. Ziel sei es, den Gewerbesteueranfall zu 100 Prozent in Burgkunstadt zu halten.

Anschließend stellten die Stadtratskandidaten sich und ihre Ziele kurz vor. Die Themen reichten von mehr Bürgerbeteiligung, Transparenz, besseres Zusammenleben der Generationen über mehr bezahlbaren Wohnraum, Förderung von Kunst und Kultur zu Umweltschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Der 1. Vorsitzende und Stadtratskandidat Dr. Marcus Dinglreiter betonte, dass der Bürgerverein und die zur Wahl angetretenen Parteien für den Rechtsstaat stünden. „Für das Meistern der vor uns liegenden Aufgaben ist ein fairer Umgang miteinander notwendig“, sagte er. Die Menschen würden in den nächsten zehn Jahren vor Veränderungen stehen, wie sie in den vergangenen 70 Jahren nicht eingetreten seien. Hervorgerufen würden diese Veränderungen durch den Klimawandel und die damit einhergehende Sozialkrise. Es sei unvermeidbar, diesen Herausforderungen mit den Bürgern gemeinsam zu begegnen. Ziel müsse es sein, auch in Burgkunstadt klimaneutral zu werden. Das könne aber nur gemeinsam und in Abstimmung mit den Bürgern gelingen.

Das Thema, das den Mainrother Gästen am meisten unter den Nägeln brannte, war die geplante Ortsumgehung. Stadtrat Thomas Müller und Reinhard Englert bekräftigten, dass der Bürgerverein für die Ortsumgehung eintrete. Es gebe zwar ökologische Bedenken wegen der Flächenversiegelung, aber die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen, die insbesondere dem zunehmenden Schwerlastverkehr ausgesetzt seien, habe Vorrang. Ein Mainrother meinte, dass mit der Ortsumgehung auch die Bauplätze verkauft werden könnten, die heute noch dem starken Durchgangsverkehr ausgesetzt seien.

Anregungen für Bauplätze auf den Dörfern aufnehmen

Dinglreiter erinnerte daran, dass der Flächennutzungsplan der Stadt überarbeitet werden müsse. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Planungen auch mit den Einwohnern der Stadtteile besprochen werden, damit deren Anregungen für neue Baugebiete aufgenommen werden könnten.

Müller stellte klar, dass es zum alten Brauhaus keine Sitzung im Dezember gegeben habe. Die Planung müsse noch fertiggestellt werden. Es fehle noch die Kostenübersicht. Bevor aber die Sanierung beginnen könne, müsse das noch laufende geförderte Projekt abgeschlossen sein, sonst erhalte die Stadt keinen Zuschuss für die neuen Bauvorhaben. Der Baubeginn hänge daher von den staatlichen Förderprogrammen ab.

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